Geologisch-Paläontologisches Museum im GTO
Mit dem Geologisch-Paläontologischen Museum des Ganztagsgymnasiums Osterburken findet die Zusammenarbeit zwischen Schule und Museum eine sicher einmalige und weit über die Grenzen der Region beachtete Verbindung zu einer Einheit. Bei dem Ansatz "Museum in der Schule", der sicher über jenen "Museum als Lernort" hinausgeht, weckt der Osterburkener Versuch, den man nach über 10 Jahren erfolgreicher Arbeit, als voll gelungen bezeichnen kann, durch seinen engen lokalen Bezug das Interesse der Jugendlichen und der Erwachsenen, was durch die zahlreichen Besuchergruppen aus Nah und Fern, selbst aus dem Ausland belegt wird.
Die Initialzündung zur Gründung des Museums ging von Herrn Oberstudienrat Johannes Geier aus, der in seiner Eigenschaft als Osterburkener Stadtrat die Information mit in die Schule brachte, dass der Schlierstädter Hobbypaläontologe Karl Türschel, der über die schönste und vollständigste Muschelkalksammlung in der gesamten Region verfügt, bereit war, einen Teil seiner Sammlung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Daraufhin bildete sich spontan eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Eltern, Schülern und Lehrkräften des GTO, die sich die Einrichtung eines Muschelkalkmuseums zum Ziel setzte. In mühevoller zweijähriger Teamarbeit, unter der Leitung von Oberstudienrat Meinolf Stendebach, konnte nicht zuletzt auch dank der wohlwollenden Haltung des Schulträgers und der Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des GTO, das Muschelkalkmuseum im Frühjahr 1989 fertiggestellt und eröffnet werden.
In den zurückliegenden Jahren haben zahlreiche Schulklassen aus allen Schularten viele Kollegengruppen, die sich auf Fortbildungsveranstaltungen am LSZU im benachbarten Adelsheim befanden, eine Geologengruppe aus Köln und zahlreiche Privatpersonen das Museum besucht.
Im Museum, welches selbstverständlich integraler Bestandteil des Geologieunterrichtes geworden ist. fanden aber auch schon mehrfach Fortbildungsveranstaltungen des Schulamtsbezirkes Mosbach statt, bei denen OStR Stendebach die Kollegen in die Wunderwelt des Bauländer Muschelkalkes entführte.
Der überwiegende Teil des Museums ist den Fossilien und Mineralien des Muschelkalks gewidmet. Das Kernstück des Museums bildet der Stammbaum der Ceratiten, der immer noch den aktuellen Stand der Ceratitenforschung widerspiegelt und somit einer wenn nicht der neueste Stammbaum in Deutschland überhaupt ist.
Das größte Exponat befindet sich außerhalb des Gebäudes an der Einfahrt zum Lehrerparkplatz des GTO. Es handelt sich um ein 5,2 Tonnen schweres Muschelriff aus dem Oberen Muschelkalk in Jagsthausen.
Im Eingangsbereich des Museums werden auch allgemeine erdgeschichtliche Sachverhalte wie beispielsweise die Erdzeitalter in einem maßstabsgetreuen Zeitband oder die Geologie Südwestdeutschlands anhand von Übersichts- und Detailkarten vorgestellt.
In verschiedenen Vitrinen werden die Stratigraphie des Muschelkalks, die Entwicklung der Kopffüßer, Armfüßer, Muscheln und Schnecken, die Land- Meer-Verteilung in Europa während der Muschelkalkzeit, Meeresbodenplatten vom Oberen und Unteren Muschelkalk sowie Fossilien der Gegend aus dem Quartär dargeboten.
Das Museum ist während der Unterrichtszeiten des Ganztagsgymnasiums geöffnet. Der Eintritt ist frei. Führungen können mit dem Leiter des Museums, OStR Leix, vereinbart werden.



