Schulleiterin Regina Krudewig-Bartel überreichte in einer coronabedingt veränderten Zeremonie den Pensionären Irene Knapp, Georg Fischer, Michael Leix und Ernst Minninger nach jahrzehntelanger verdienstvoller Arbeit ihre Dankes- und Entlassungsurkunden. Alle vier, so Krudwig-Bartel, seien zu einer Zeit Lehrer geworden, als die Einstellungssituation selbst in Mangelfächern sehr schlecht war und haben sich trotz ihre zum Teil enorm weiten Umwege behauptet. Zugleich haben sich die vier künftigen Pensionäre in Bereichen engagiert, die nicht immer die Aufmerksamkeit erregten, die ihnen eigentlich gebühre. Sie alle werden Lücken hinterlassen, so der Vorsitzende des Personalsrats, Achim Brümmer.

Nach ihrem Studium in Heidelberg der Romanistik und Anglistik trat Irene Knapp im Februar 1982 ihr Referendariat in den Fächern Englisch und Französisch in Eberbach und Neckarbischofsheim an. Nach ihrem Abschluss im Juli 1983 fand sie zunächst keine freie Stelle. Sie erzog drei Kinder, arbeitete im Rahmen der Volkshochschule (VHS) in der Erwachsenenbildung und gab Nachhilfeunterricht. Sie wirkte zudem als Gästeführerin in Mosbach und ging darüber hinaus zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten nach. 1998 führte eine dreimonatige spontane Krankenvertretung am Gymnasium Möckmühl zu einer erneuten Bewerbung für den Schuldienst. So wurde sie im September 2000 bis Juli 2001 Krankenvertretung am NKG Mosbach. Im September 2001 bis Juli 2002 hatte sie eine befristete Stelle am GTO, die im September 2002 in eine Festanstellung am GTO im Angestelltenverhältnis mündete. Als Sprachlehrerin hatte sie ein großes Interesse an Schüleraustauschen. Jahrelange arbeitete sie im Comenius – Team der Schule mit und war dazu an bilateralen Austäuschen mit Hondschoote und Dunkerque in Frankreich beteiligt. Irene Knapp kam ursprünglich für zwei Jahre und blieb für immer am GTO. Ihr Rat war bei den Kollegen stets geschätzt. Sie hatte in ihren vielen Dienstjahren stets für die Kinder des GTO und ihre Sorgen ein offenes Ohr, zeigte ihnen aber auch deutlich ihre Grenzen auf. Ihre freundliche, mütterliche und zugleich humorvolle Art blieben und bleiben vieler Generationen Schülerinnen und Schüler in dankbarer Erinnerung.

Georg Fischer unterrichtete am GTO seit 1984 die Fächer Musik und Deutsch. Von 1987 – 1993 leitete er das schulische Blasorchester, in dem damals über 60 Schülerinnen und Schüler des GTO und der Realschule mitwirkten. Über viele Jahre hinweg erteilte Fischer auch den zweijährigen Elementarunterricht im Fach Querflöte, der zur Mitgliedschaft im Blasorchester hinführt. 1994 gründete er den Chor der Klassen 5 und 6, in dem auf seinem Höhepunkt über einhundert Schülerinnen und Schüler sangen. 1997 kam der Oberstufenchor hinzu, in den später auch die Mittelstufe einbezogen wurde. Gerade die Auftritte des Oberstufenchors unter seiner Leitung dürfen als ein Highlight der musikalischen Darbietungen in der Geschichte des GTO bezeichnet werden. Die Leitung der Chöre, zu der auch jährlich stattfindende Probentage in Weikersheim bzw. Tauberbischofsheim gehörten, hatte er bis 2007 inne. Im Jahr 2007 hatte Fischer die Gelegenheit, im Rahmen eines gut besuchten Seminars des Landeskongresses für Musikpädagogik Baden-Württemberg in Freiburg seine Erfahrungen als Leiter eines Schülerchores, der sich auf Popmusik spezialisiert hatte, vorzustellen. Fischer war auch der Initiator und Mitgestalter einer Reihe von jährlich stattfindenden Kammerkonzerten, bei denen sich in den Jahren 1988 – 1996 die Musiklehrer des GTO mit befreundeten Musikern aus der Region als Interpreten klassischer Musik präsentierten. Selbstverständlich trug Fischer musikalisch auch immer wieder zu Abschieds- und Jubiläumsfeiern im Kollegenkreis bei, wo er sich mit Liedvorträgen und Klavierstücken hören ließ.

Geboren in Karlsruhe besuchte Michael Leix das hiesige Max-Planck-Gymnasium. Im Anschluss ging er für sein Studium der Biologie, Chemie und Geographie an die Universität Heidelberg. Im Anschluss leistete er seinen – damals keineswegs selbstverständlichen – Zivildienst bei der Arbeiterwohlfahrt in Karlsruhe ab. Es folgte das Referendariat am Ludwig-Wilhelm – Gymnasium in Rastatt und am Markgrafengymnasium in Karlsruhe. 1985-87 war er im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Sonderprogramms „Lehrer für Simbabwe“ an der All Souls Missionsschule in Mutoko als Lehrer tätig. Seit 1988 arbeitete Michael Leix am GTO. Er unterrichtete Biologie, Chemie, Erdkunde, NWT und BNT und war Fachbetreuer für Biologie. Mehr als 20 Studienfahrten führten ihn nach Sorrent an den Golf von Neapel. Er unterstützte von Anfang an den Comenius- bzw. Erasmus – Austausch mit eigenen Workshops zu Gewässeruntersuchungen und Kosmetik. Später war er Begleitlehrer bei Austäuschen mit Aalten (Niederlande), Brügge (Belgien) und Padua (Italien). Zuletzt vertrat er als Mitglied im Personalrat engagiert die Interessen seiner Kolleginnen und Kollegen. Seine ruhige und unaufgeregte Art waren im Kollegium sehr geschätzt. Sein fachliches Können wie auch den Schülerinnen und Schülern zugewandtes und freundliches Wirken findet bei seinen vielen jetzigen und ehemaligen Schülerinnen und Schülern die höchste Anerkennung. Dies beruhte auf Gegenseitigkeit. Er habe sich am GTO stets wohlgefühlt, betonte Leix in seiner Dankesrede.

Nach seinem Abitur am Staatlichen Max-Planck-Gymnasium in Trier studierte Ernst Minninger ab 1975 die Fächer Physik und Mathematik an der Universität Kaiserlautern. 1982 machte es seinen Abschluss als Diplom-Physiker. Es folgte eine vierjährige Tätigkeit am Physikalischen Institut der Universität Tübingen mit dem Schwerpunkt Entwicklung und Berechnung eines hochauflösenden Neutronendetektors. 1986-91 machte er ein Studium der Sportwissenschaften am Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen. Sein Referendariat leistete er ab 1992 in Balingen und Oberndorf am Neckar ab. 1994 beendete er seine Lehrerausbildung mit der Zweiten Staatsprüfung für die Laufbahnen des höheren Schuldienstes an Gymnasium. Er erhielt die Gesamtnote „mit Auszeichnung bestanden“. 1995 bis heute unterrichtete er am GTO die Fächer Physik, Sport, NWT und Ethik. 2016 übernahm er die Funktion des örtlichen Datenschutzbeauftragten, die er mit Engagement und im Interesse seiner Kollegen nachging. Sein kritischer, wie auch feinsinniger Humor, den er bei seinen Abschiedsworten erneut unter Beweis stellte, werden am GTO vermisst werden.
Nach der rund eineinhalbstündigen Verabschiedung klang der Abend in Ruhe aus.

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