Die Klasse 6c des Ganztagsgymnasium Osterburken (GTO) erlebte zusammen mit ihrem Geschichtslehrer und begleitet von ihrem stellvertretenden Klassenlehrer und Mathematiklehrer Achim Brümmer einen spannenden und ereignisreichen Tag im Römermuseum Osterburken. Edda Hochstein vom Römermuseum führte die Klasse bei dieser ganztägigen außerunterrichtlichen Veranstaltung.

Die Schülerinnen und Schüler starteten mit einer Wanderung zum Nachbau des Limeswachtturms auf dem originalen Streckenverlauf des Römerweges. Am Turm folgte die Erklärung des Aufbaus, der Funktion und der Geschichte des Limes. Auf dem Rückweg zum Kastellgelände verköstigte Achim Brümmer die Kinder im Hof vor seinem Haus mit Keksen und Getränken.

Auf dem Kastellgelände erschloss sich der 6. Klasse dann die Geschichte des Kastells und dessen Erstürmung um 260 n. Chr. durch die Alemannen. Anhand der Visualisierung des Lagertorumrisses erfuhren die Schülerinnen und Schüler von den beträchtlichen Ausmaßen der Kastelltore.

Bei der Museumsführung ging Edda Hochstein auf die in Osterburken stationierten Truppen und die Unterscheidung zwischen diesen ein. Sie verwies auf die Rolle der Legionäre, die oft auch als Bautrupps zur Errichtung der Kastelle dienten. Auch stellte sie die in Osterburken stationierten Hilfstruppen vor. Christian Langewellpott ergänzte die Ausführungen anhand von Modellbaufiguren, die einen Marsch von 20 Legionären mit Centurio, einem Feldzeichenträger und Musikern darstellen.

Das Gemälde der römischen Götter vor der bunten Wand im Römermuseum mit dem begeisterte die Schülerinnen und Schüler. Die Kinder brachten ihre Kenntnisse der antiken Götterwelt ein. Anschließend identifizierten die 6. Klasse die Götter anhand ihrer Attribute. Dazu untersuchten sie die Statuen aus Schlossau, die Juppitergigagantensäule und die Reliefs der Weihesteine.

Die Schülerinnen und Schüler konnten im Anschluss eine farbige Pappreplik eines römischen Prunkmuskelpanzers aus dem Bestand von Christian Langewellpott anlegen und sich darin fotografieren lassen.

Nach der Mittagessenpause im Hof des Römermuseums stand dann das Mithrasrelief im Vordergrund. Hierbei verwies Langewellpott auf die Bezüge zu heute: neben dem Relief als mögliche Blaupause für die Mütze der Schlümpfe stand insbesondere die Rolle des Mithraskults bei der Terminierung des Weihnachtsfestes im Vordergrund. Der Mithraskult war eine dem Christentum konkurrierende Erlösungsreligion in der Krisensituation am Ende des Römischen Reiches.

Es folgte dann zur Abwechslung ein praktisches Projekt für die Schülerinnen und Schüler. Mit Griffeln, Tinte aus Ruß, Wasser und Gummi Arabicum erprobten sie das Schreiben der römischen Alltagsschreibschrift auf dünnen Holztäfelchen, Wachstäfelchen und Papyrus. Dabei waren sie eifrig dabei.

Den Abschluss bildete eine Führung im alten Museumsgebäude mit dem Römerbad und dem nachempfundenen Benefiziarierweihebezirk. Hochstein verwies hier auf die herausragende Bedeutung der lückenlos überlieferten Weihesteine der Benefiziarier für einen Zeitraum von nahezu hundert Jahren in Folge.

Nach diesem ereignisreichen Tag hatten die neuen Legionärinnen und Legionäre so manches zu erzählen.

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