Die Krimis von Cora Indra, Lilly Jost, Sara Mall und Hannah Ballweg aus der 5c und von Andrea Stahl aus der 6d sorgen für Aufsehen: Vor dem Schulsekretariat wird ein Schüler nachts erstochen, ein Junge – nur in der Badehose bekleidet – stürzt vom Schuldach in den Tod, ein Jugendlicher wird entführt, eine Schülerin legt mit ihren Freunden einer Verbrecherbande endlich das Handwerk – und „The four brave Kids“ sind in einem Flugzeug einem Geheimnis auf der Spur. Nichts für schwache Nerven.

 Linkt euch unten zu den Geschichten. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen.

Die Erzähl-mir-was-Gruppe arbeitet bereits an ihrer nächsten Ausgabe. Wer wie Cora, Lilly, Sara, Hannah und Andrea noch mitmachen möchte, spricht einfach Frau Prochazka und Daniel Kurfiss, die die Gruppe leiten, persönlich an.

  • Der Schuleinbruchvon Cora Indra, 5c
    Nico bleibt sitzen, wenn er weiterhin schlechte benotete Klassenarbeiten zurückbekommt. Alex, sein bester Freund, glaubt ihm aus der misslichen Lage befreien zu können: Sie brechen in die Schule ein.
  • Leiche in Badehose von Lilly Jost, 5c
    Eine Leiche liegt im Schnee, unter dem Schuldach, nur mit einer Badehose bekleidet. Janosch und Helene sind die ersten, die sie finden. Um wen handelt es sich? Wie kam die Person zu Tode? Warum vermisst den Toten keiner? Die Schüler werden es herausfinden.
  • Leon wird entführt von Sara Mall, 5c
    Geld wird aus dem Schulsekretariat geraubt. Miri, Steffi und Leon sind den Täter auf der Spur. Doch dann wird Leon entführt…
  • Lilly, Lukas und die Verbrecherbande von Hannah Ballweg, 5c
    Lillys Ex-Freund liegt zusammengeschlagen auf der Intensivstation. Wenig später wird sie auf Lukas treffen, dessen Bruder Felix ebenso zum Opfer der Verbrecherbande wurde. Gemeinsam mit ihren Freunden wollen sie die Gräuel, die von der Bande ausgehen, beenden.
  • „The four brave Kids“: Geheimnis im Flugzeug von Andrea Stahl, 6d
    Die Stewardess schreckt im Flugzeug auf: Eine Schlange befindet sich in der Toilette. Dann sichtet sie auch noch einen Mann mit einer Strumpfmaske auf dem Kopf. Schreckliche Stimmen hört man aus Richtung der Toiletten. „The four brave Kids“ versuchen dem Geheimnis im Flugzeug auf die Schliche zu kommen.

Der Schuleinbruch

von Cora Indra, 5c

„So kann das nicht weitergehen!“, sagte Alex zu Nico auf dem Weg nach Hause. Sie hatten mal wieder eine schlechte Note geschrieben. „Wie soll ich das meiner Mutter erzählen, die rastet völlig aus“, antwortete Nico verzweifelt. „Wir werden schon noch eine Lösung finden gegen die schlechten Noten, ich glaube, ich habe schon eine Idee, wie wir gute Noten bekommen“, erwiderte Alex. „Glaubst du?“, fragte Nico. Alex flüsterte: „Ja, wir treffen uns heute nach dem Essen in der verlassenen Mühle.“ Nico antwortete: „Ok.“ Dann gingen die beiden nach Hause, Nicos Mutter wartete schon sehnsüchtig auf ihn, denn seine Klassenlehrerin hatte angerufen, davon wusste er aber noch nichts. Als Nico die Tür aufschloss, war es im Haus ganz ruhig. Er ging in die Küche und da saß seine Mutter. „Hallo, Mama“, sagte er so, als sei nichts gewesen. Seine Mutter schwieg, sagte kein Sterbenswörtchen. Nico setzte sich an den gedeckten Tisch zu seiner Mutter und schöpfte sich etwas zu essen auf den Teller. Dann sprach Nicos Mutter zu ihm: „Na, willst du mir denn etwas aus der Schule berichten?“ Nico schüttelte ängstlich den Kopf. „Das habe ich mir schon gedacht, dann berichte ich dir mal etwas: Deine Lehrerin hat angerufen, kannst du dir jetzt denken, was ist.“ Nico verstummte, aber seine Mutter sprach weiter: „Du stehst kurz davor, nicht versetzt zu werden, also musst du dich anstrengen!“ Nico stapfte in sein Zimmer und holte sein Skateboard. Er fuhr ans Ende der Straße und da stand die alte verlassene Mühle. Nico lief hin, das Herz schlug ihm bis zum Hals, er machte die Tür auf und ging die gemauerte Treppe hinauf. Da stand Alex ans Fenster gelehnt, er hatte eine schwarz dunkelblaue Umhängetasche um die Schulter. „Hi, Nico“, sagte Alex. „Hi“, entgegnete ihm Nico. Alex holte aus seiner Tasche zwei schwarze Kappen. „Was hast du da?“, fragte ihn Nico. Alex antwortete ihm: „Na das ist die Lösung gegen die schlechten Noten.“ Nico war geschockt und sagte: „W-w-w-wir brechen doch nicht etwa in der Schule ein?“ „Doch, und zwar machen wir das so.“ Alex schaute sich kurz um und redete weiter: „Wir brechen das hintere Klofenster auf, denn das lassen die Putzfrauen immer gekippt, und dann gehen wir in den PC-Raum der Lehrer und hecken uns in den PC, wir holen die Daten für die Arbeiten, ‚schwuppdiewupp!‘, haben wir dann statt einer Sechs eine Eins plus.“ Nico wurde starr und dachte an seine Mutter, die gesagt hatte, dass er kurz vor dem Sitzenbleiben steht. Dann stimmte er dem Plan zu. Alex meinte nur: „Heute Nacht um ein Uhr treffen wir uns hinter der Schule! Bring eine große Zange mit.“ Alex gab Nico eine Zigarre, aber Nico sagte: „Ich rauche nicht!“ Alex schaute ihn grimmig an, Nico blieb stark und nahm die Zigarre nicht. „Na gut, dann bleiben eben mehr für mich.“ Nico wollte ganz schnell heim: „Ich geh jetzt mal lieber.“ Alex nickte und schlug ihm auf die Schulter. Als Nico daheim angekommen war, war seine Mutter schon im Bett, er schlich sich hoch in sein Zimmer und zog sich seine Schuhe aus, legte sich in sein Bett und dachte über das nach, was bald geschehen würde. Nico hatte bereits seinen Wecker gestellt und schlief ein. Plötzlich klingelte der Wecker und Nico stieg schläfrig aus dem Bett. Er tapste den Flur entlang und ging ins Bad, er trat ans Waschbecken und damit er wach wurde, warf er sich eiskaltes Wasser ins Gesicht. Dann zog er sich seine Klamotten an und ging zur Türe hinaus. Hinten an der Schule angelangt wartete Alex schon auf ihn. Alex gab ihm die Mütze und  sagte: „Ich erkläre dir jetzt unsern Plan: Also, wir klettern durch das Klofenster hinein und gehen in den Computerraum der Lehrer, dann hacken wir uns in den PC von Herrn Lessinger ein und klauen die Daten für die anstehenden Arbeiten, vielleicht können wir die Daten an unsere Mitschüler verkaufen, dann bekommen wir auch noch Kohle dafür. Die beiden stiegen durch das Klofenster ein, Nico rutschte das Herz in die Hose. Als sie im Mädchenklo standen, betrachtete Alex die Graffitis an der Wand. „Die Schule sieht im Dunklen ja ganz schön gruselig aus“, sagte Nico. Doch Alex ging einfach weiter, als kannte er Nico nicht. Am PC-Raum der Lehrer angekommen nahm Alex sein Taschenmesser aus Hosentasche und brach die Türe damit auf, danach flüsterte Alex noch zu Nico, dass er außen Wache schieben solle und ihn warnen müsse, wenn doch ein Lehrer kommen sollte. Alex ging hinein und nahm seinComputerzeug heraus und schloss es an. In der Zeit trottete Nico vor der Tür hin und her, er war sehr aufgeregt, sein Herz pochte schon bis zum Hals. Es verging sehr viel Zeit und plötzlich hörte er eine Tür knarren. Alex und Nico erschraken, Alex kam zu Nico und sagte: „Was war das?“ Nico zuckte mit den Schultern. Schnell lief Alex wieder zu dem Computer und tippte weiter. Auf einmal sah Nico einen Schatten durch die Schule huschen, er alarmierte Alex, der gerade eben fertig wurde. „Was ist los?“, fragte Alex. „Ich habe einen Schatten gesehen, der war sehr breit und groß und rannte irgendwie auf uns zu“, sagte Nico. „Auch daran habe ich gedacht“, antwortete Alex. Er zog eine Pistole aus der Tasche und sagte: „Keine Angst, das ist keine echte, das ist nur eine Softair-Kugelpistole, mit der können wir vielleicht die Person in die Flucht schlagen." Nico nickte ihm zu, die beiden rannten vorbei an den Klassenzimmern. Die schwarz gekleidete Person schlich sich in das Sekretariat zum Tresor vor. Alex trat leise nach vorne, die Gestalt, die einen Schritt von Alex entfernt war, versuchte den Tresor-Code zu knacken. Alex wartete noch und wollte bestimmt auch etwas von dem Verdienst, doch dann war der Code geknackt und Alex trat leise einen halben Schritt nach vorne. Doch plötzlich knackte der Boden und die fremde Gestalt drehte sich um. Sie hatte auch eine Waffe, beide zielten aufeinander. Nico hatte sich bereits hinter der Tür versteckt und beobachtete alles. Es war still, keiner wollte abdrücken, dann aber, nach einer Weile, sagte Alex: „Wir  duellieren uns und wer gewinnt, bekommt alles, was in dem Tresor liegt, und der andere, der ist ja dann schon tot.“ Nico war erstarrt, er dachte sich: Alex bringt sein Leben in Gefahr wegen eines dämlichen Tresorinhalts? Dann antwortete der etwas Breitere: „Okay.“ Die beiden rannten aufeinander zu und der Breitere lag schon so auf Alex, dass der keine Luft mehr bekam. Nico wollte Alex retten, aber er konnte nicht, seine Beine fühlten sich an, als wären sie gelähmt. Doch dann griff Alex in seine Hosentasche und holte sein Taschenmesser heraus und dies stach er durch die Brust des anderen. Dann sah Alex das Gesicht des angeblichen Fremden und es war: der dicke Lars, er hatte schon öfters so Sachen gemacht und er musste schon einmal die 10. Klasse wiederholen und jetzt war er tot. Nico konnte es einfach nicht glauben, dass Alex ihm das Messer durch die Brust gerammt hatte! „So, jetzt haben wir noch einen Gewinn und in ein paar Jahren ist das auch vergessen“, sagte Alex mit einer Siegerstimme. Er ging an den Tresor und wollte gerade das Geld nehmen, aber Nico sagte sehr laut: „Stopp, Alex, ich mach da nicht mit bei der Sache, es hat schon gereicht, dass ich überhaupt mitgegangen bin, und jetzt hast du den dicken Lars getötet.“ Nico lief davon und ließ Alex einfach stehen. Als er zu Hause ankam, war es inzwischen schon Morgen, Nico stapfte  die Treppe hinauf und ging in das Schlafzimmer seiner Mutter. Sie schlief aber nicht und sagte erleichtert zu ihm: „Endlich bist du da, ich habe mir schon solche Sorgen gemacht…“ Nico fiel ihr ins Wort und erzählte ihr gerade heraus, was passiert war. Seine Mutter sagte nur: „Du musst für diese Dinge gerade stehen oder willst du immer mit dieser Schuld Leben?“

Zwei Monate später kam Nico für drei Monate in die  Jugendvollzugsanstalt. Alex dagegen musste fünf Jahre da verbringen.

Leiche in Badehose

von Lilly Jost, 5c

Als Janosch auf den Schulhof kam, entdeckte er hinter einem Busch etwas sehr Außergewöhnliches: eine Leiche! Sie hatte eine große Platzwunde am Kopf, lag auf dem Bauch, mit dem Gesicht nach unten gedreht, war männlich, ca. 1,75m groß und hatte, obwohl es bitter kalter Winter war und dazu auch noch Schnee lag, nur eine Badehose an. Janosch rief sofort seine Freundin Helene an, die auch auf diese Schule ging. Im Rekordtempo kam sie angespurtet. Als sie die Leiche sah, sagte sie schon fast automatisch: „So nah, wie die an der Schule liegt, ist er sehr wahrscheinlich vom Schuldach gesprungen! Vielleicht… Selbstmord?“ Ihr müsst wissen, immer wenn ein Krimi im Fernsehen läuft, sitzt Helene daheim auf ihrem Sofa  und rätselt gebannt mit. „Aber warum in Badehose?“ „Hmm... Ich denke, das finden wir heraus!“, meinte Helene. Janosch, den Helene erst mit ihrem erstklassigen Hundeblick überreden musste mitzuforschen, meinte: „Wir müssen sie umdrehen und herausfinden, wer sie ist. Aber nicht jetzt. Am besten um 19:30 Uhr, dann ist niemand mehr in der Schule. Wir treffen uns um 19:25 Uhr hinterm Schulhaus am Sportplatz.“ Als Helene daheim ankam, aß sie zu Mittag und ging in ihr Zimmer. Dort packte sie ihre Ausrüstung zusammen: Eine Taschenlampe, ihre Digital-Kamera, und ihr Handy. Sie schrieb noch eine SMS an Janosch, der sollte sein Fingerabdruckset mitbringen. Als Janosch um 19:45 Uhr an der verabredeten Stelle eintraf, stand Helene schon ungeduldig da. Janosch entschuldigte sich: „Sorry, ich musste meine Mom noch davon überzeugen, dass ich so spät noch zu dir darf.“ „Du hast ihr doch nichts von unserem Plan gesagt?“, fragte Helene vorwurfsvoll. „Natürlich nicht!“, protestierte Janosch. Sie schlichen zu der Stelle, an der das Opfer lag. Janosch gab Helene ein Paar der Plastikhandschuhe, die er mitgebracht hatte. Helene zog diese an und drehte die Leiche um. Es war Peter. Ein starker, junger Schüler aus der 10g. Er war der Kapitän der Basketballmannschaft der Schule. Bei ihm lag etwas Ungewöhnliches: eine Kamera! „Unser erstes Beweisstück“, sagte Helene und packte die Kamera vorsichtig in eine Plastiktüte. „Psst“,flüsterte Janosch, „da kommt jemand.“ Es war der Direktor. Janosch und Helene duckten sich hinter den Busch. Als der Direktor endlich weg war, schlichen die beiden mit der Kamera und den Sachen, die sie mitgenommen hatten, vom Schulhof.  Sie rannten, so schnell es ging, zu Janosch. „Meine Mom schläft schon!“, meinte Janosch „Am besten, wir gehen hoch in mein Zimmer und sagen morgen deinem Vater, dass es spät wurde und du deshalb bei mir übernachtet hast.“ Helene nickte nur. Sie gingen hoch und breiteten die Sachen, die sie gefunden hatten, auf Janoschs Teppich aus. Na ja, viel war es nicht gerade. Eigentlich nur die Kamera. „Los! Schließ sie an dein Laptop an! Wir schauen mal, ob nicht verräterische Bilder darauf sind“, sagte Helene mit großer Spannung. Als sie sich die Bilder ansahen, bemerkten sie etwas Seltsames. Auf der Kamera waren alle Bilder, die die letzten zwei Jahre auch in der Schülerzeitung veröffentlicht worden waren. „Also muss es einer der Schüler der Schülerzeitung gewesen sein. Auf jeden Fall ist es nun kein Selbstmord, da Peter nie bei der Schülerzeitung war!“, kombinierte Helene blitzschnell. „Oder Herr Patschulke, er ist der verantwortliche Lehrer für die Schülerzeitung“, erwiderte Janosch. Sie nahmen nun auch Fingerabdrücke von der Kamera: Beweisstück B. „Jetzt brauchen wir nur noch die Fingerabdrücke von denen, die bei der Schülerzeitung tätig sind. Und dann müssen wir sie nur noch mit den Fingerabdrücken vergleichen, die wir auf der Kamera gefunden haben“, sagte Helene stolz, da sie bereits so viel herausgefunden hatten. Am nächsten Morgen, als Helene mit ihrem Vater wie jeden Morgen die Nachrichten im Radio anhörten, kam eine Eilmeldung: „An der Sporthalle des hiesigen Gymnasiums wurde eine Leiche gefunden. Um welchen Schüler es sich handelt, ist noch unklar, die Polizei wird in den nächsten Tagen dort ermitteln. Die Leiche wurde bereits abtransportiert.“ Helenes Vater, der nicht hingehört hatte, wünschte ihr noch einen schönen Schultag. Dann machte sich Helene auf den Schulweg. Vor dem Klassenzimmer trafen sich Janosch und Helene: „Hast du schon gehört?“ „Ja, ja, weiß ich alles schon“, winkte Janosch ab. Nach zwei Schulstunden, in der großen Pause gingen sie zum Redaktionsraum der Schülerzeitung. „Ah, ihr müsst die Gewinner des Zeitungs-Quiz‘ sein!“, meinte Herr Patschulke freundlich lächelnd, „ihr bekommt ein Gruppenfoto und ein Buch, in dem alle Mitarbeiter der Schülerzeitung mit Foto, Namen, Fingerabdrücken und Steckbrief aufgezählt sind.“ „Das kann doch nur ein genialer Zufall sein“, flüsterte Janosch Helene kaum hörbar zu. Herr Patschulke wies ihnen an, sich auf den Tisch zu stellen, um einige Fotos zu machen. Die Schüler der Schülerzeitung stellten sich um sie herum und Herr Patschulke stellte den Selbstauslöser ein. Dann trat er selbst zu ihnen ins Bild. Als sie dann die Fotos, das Buch und von jedem noch einmal einen Händedruck bekommen hatten, mussten sie auch schon wieder in den Unterricht. Die echten Gewinner, so hatte es sich herumgesprochen, hatten eh keine Lust auf das Treffen. Später, als endlich die Schule aus war, schickte Janosch seiner Mom noch ein SMS:

„Hey Mom, Helene und ich haben noch was ganz Wichtiges zu erledigen (für die Schule natürlich). Ich geh also jetzt gleich zu ihr. Helene hat ihrem Vater schon Bescheid gegeben. Er hat nichts dagegen. Also warte nicht auf mich!
Dein Janosch (-:“

Als sie bei Helene ankamen, war Helenes Vater noch bei der Arbeit. Also gingen sie sofort in Helenes Zimmer. Janosch hatte die Fingerabdrücke von der Kamera dabei. Sie machten es sich auf Helenes Couch gemütlich und verglichen die Fingerabdrücke. „Kevin, Will, Charlie, Toni, ah, guck mal, hier, Dennis. Das ist ‚eins zu eins‘ unser Fingerabdruck“, strahlte Janosch. „Bingo“, meinte Helene grinsend, „Dennis McBird, Klasse 10g, genau wie Peter. Und hier die Adresse: Möwenstraße 17, was ist hier ganz in der Nähe. Nur zwei Straßen weiter. Ich glaube, wir statten unserem lieben Dennis mal einen kleinen Besuch ab.“ Sie gingen in die Garage, schnappten sich zwei Fahrräder und radelten los. „Hier. Möwenstraße 17, das muss es sein“, sagte Helene zu Janosch, dem wie ihr auch nicht ganz wohl war. Sie schluckten beide einmal heftig und klingelten. Auf machte ihnen eine etwas ältere Frau, wahrscheinlich Dennis' Mutter. Sie hatte einen streng nach hinten gebundenen Pferdeschwanz und beäugte Helene und Janosch misstrauisch: „Was wollt ihr hier?" „Wir...wir wollen nur mal kurz zu Dennis, ist er hier?“, brachte Janosch hervor. „Ja, ist er, aber ich muss euch warnen, er ist in letzter Zeit etwas seltsam“, meinte Frau McBird, “Geht hoch, er müsste in seinem Zimmer sein, die Treppe hoch, erste Tür links. „Danke, Frau McBird“, sagte Helene. Die zwei gingen die Treppe hoch und in Dennis‘ Zimmer, doch es schien leer. Plötzlich sahen sie ihn, klein, zusammengekauert auf seinem Schreibtischstuhl, die Hand immer noch an der Maus und mit Schock erstarrtem Gesicht. „Wer seid ihr? Was wollt ihr von mir?“, flüsterte er mit einem leichtem Zittern in der Stimme. „Wir wollen nur den Mord an Peter Mitchel aufklären und du bist im Moment unser Hauptverdächtiger“, sprach Helene ganz direkt, „wir haben das hier neben der Leiche gefunden, mit deinen Fingerabdrücken darauf“, sagte sie und hielt dabei die Kamera hoch. Dennis gestand kleinlaut: „Na gut, aber es ist nicht ganz so, wie es aussieht. Peter und ich sind oder waren beide in Angelina Tinud verknallt. Und jeder wollte sie für sich allein -…“ „Also dachtest du, wenn du ihn wegschaffst, eroberst du ihr Herz nur für dich?!“, meinte Janosch. „Nein, also eigentlich war es so: Jeder wollte sie für sich. Und da habe ich gedacht, wir könnten einfach um Angelina wetten. Und Peter hat sich wirklich darauf eingelassen. Wir wetteten also um das Herz von Angelina und ich dachte mir eine total verrückte Wette aus, bei der er bestimmt verlieren oder kneifen würde: Er sollte in Badehose aufs Schuldach steigen und sich an die Kante stellen. Ich dachte, das macht er eh nie, doch seine Liebe zu Angelina schien zu stark. Ich folgte ihm also unbemerkt aufs Schuldach. Als er dann so da stand, wollte ich mir einen kleinen Spaß erlauben und ihn von hinten erschrecken. Doch das ging schief und ich schubste ihn unbeabsichtigt hinunter. Aus Versehen fiel auch noch meine Kamera hinterher. Als er da unten lag, sah ich noch, wie sich sein rechter Arm bewegte. Also dachte ich, er lebte noch und rannte noch völlig unter Schock stehend weg. Ihr müsst mir glauben, ich wollte niemanden umbringen.“, entgegnete Dennis nun den Tränen nahe. „Wir glauben dir. Jetzt musst du uns nur erklären, wie du das seinen Eltern und euren Lehrern erklärt hast“, hakte Helene nach. Dennis antwortete: „Peter lebt eigentlich im Heim. Dort habe ich gesagt, dass er zwei Monate bei meiner Familie und mir wohnen könnte und habe ihnen einen Brief mit der gefälschten Unterschrift meiner Mutter gezeigt. Sie haben mir das auch geglaubt! Und in der Schule sagte ich immer, er sei krank.“ „Okay. Wir glauben dir. Aber warum saßt du vorhin so angsterfüllt am Computer?“, fragte Janosch. „Ich habe eine Nachricht bekommen, von Peters E-Mail Adresse. Hier, ich lese euch ein Stückchen daraus vor: Dennis, wenn du deine Tat nicht gestehst, dann komme ich zusammen mit dem Tod und wir holen dich! Peter. Und das ist erst der Anfang, der ist noch recht harmlos“, antwortete Dennis. „Das kann doch nicht sein. Lass mich mal schauen!“, mit diesen Worten setzte sich Janosch, der seine Freizeit oft und gerne mit Computerspielen verbrachte, an den Computer von Dennis. Ein paar geschickte Mausklicke später sprach er:„ Hier, ich hab‘s! Die Nachricht wurde gegen 13:30 Uhr vom Schulcomputer 33 geschickt. Am besten Helene und ich  hocken uns morgen um 13:25 an die Schulcomputer 32 und 34 und beobachten den Computer 33. Aber nur, wenn du dann deine Tat gestehst.“ Dennis nickte stumm. Also verabschiedeten sich Helene und Janosch von Dennis und gingen beide nach Hause. Am nächsten Tag um 13:25 trafen sich Helene und Janosch wie geplant im Computerraum. Sie gingen zu den Computern 32 und 34. Es kam niemand. Doch dann, als sie gerade beschlossen hatten noch genau fünf Minuten zu warten, kam Johnny Molar, ein weiterer Schüler der 10g. Er setzte sich an den Computer 33 und öffnete das Mail-Programm. Er schrieb: Dennis, das ist eine weitere Warnung. Weiter kam er nicht, denn Helene und Janosch waren bereits aufgesprungen und hatten sich hinter ihm aufgestellt. „Hallo Johnny“, sagten sie wie aus einem Munde, „Wir wissen von den Mails an Dennis.“ „Ja, ich gebe es zu, die hab ich geschrieben. Aber auch nur, weil ich weiß, was er getan hat. Ich hab Peter mit der Badehose die Leiter zum Dach hochklettern sehen und Dennis gleich hinterher. Da musste ich einfach mal schauen, was los war. Und dann sah ich wie er ihn schubste. Ich rannte so schnell es ging hinunter zu Peter, doch es war bereits zu spät. Er war tot!“, gestand Johnny. Helene sagte nur: „Wir wissen auch, was Dennis getan hat, doch wir wissen auch, dass es keine Absicht war. Wir drei treffen uns morgen um 18:00 Uhr am alten Spielplatz und reden weiter. Jetzt müssen wir wieder in den Unterricht.“ Später schickte Helene auch Dennis eine SMS:
„Wir treffen uns morgen am alten Spielplatz um 18:00 Uhr. Bitte komm.“

Am darauffolgenden Tag trafen die vier Schüler um 18:00 Uhr am Spielplatz ein. Johnny warf Dennis grimmige Blicke zu. Janosch sagte: „So, hier auf der anderen Straßenseite ist die Polizeiwache. Dennis hat uns eh versprochen zu gestehen. Und du Johnny, ich würde dir dasselbe raten, nach der E-Mail. Vielleicht fällt deine Strafe dann nicht ganz so schlimm aus.“ „Du warst das mit der E-Mail?“, rief Dennis empört. Johnny meinte: „Ja, ich habe gesehen, wie Peter sterben musste.“ Die vier gingen, ohne auch nur ein Wort zu wechseln, hinüber zum Polizeirevier. Dort gestanden Dennis und Johnny ihre Taten. Dennis musste nun fünf Jahre in das Jugendgefängnis und Johnny musste ab sofort 50 Sozialstunden leisten. Janosch und Helene gingen glücklich, dass sie den Fall gelöst hatten und mit einem dicken Lob des Polizisten nach Hause.  

Leon wird entführt

von Sara Mall, 5c

Hi Leute, ich bin Miri (eigentlich heiße ich Marie) und möchte euch die Geschichte von mir und meinen Freunden Stefanie (auch Steffi genannt) und Leon erzählen. Aber ich denke, bevor ich anfange zu erzählen, solltet ihr noch mehr von mir und ihnen erfahren.

Denn wir sind der beste Detektivclub der Welt!

Doch  jetzt möchte ich euch nicht länger auf die Folter spannen. Es war an einem Freitagnachmittag, wir waren  in der Schule und saßen  gelangweilt an unserem Platz, als plötzlich eine Sirene anging und wir von draußen jemanden schreien hörten. Von einer Sekunde  auf die andere wurde mir klar, um was es sich handelte. Es war die Sirene vom Feueralarm. Kurze Zeit  später standen wir draußen auf dem Schulhof, die Feuerwehr war schon da. Jetzt kam auch noch der Direktor. Ganz aufgeregt fragte er, wer Feueralarm ausgelöst hätte, doch keiner antwortete ihm. Die Feuerwehr hatte letztlich nichts zu  löschen. Es brannte nichts. Später stellte sich dann heraus, dass in dieser Zeit alles Geld der Schule gestohlen wurde.
Und jetzt  hatte  nicht nur die Polizei einen neuen Fall, sondern auch wir nahmen die Ermittlungen auf. Am Nachmittag trafen wir uns alle bei Steffi und grübelten. Eins war klar, der Feueralarm war eine Ablenkung für einen gelungenen Einbruch. Ich schlug vor, dass wir erst mal zum Einbruchsort gehen. Leider brachte uns das gar nicht weiter, da wir nicht in die Schule durften. Leon schlug vor, dass wir erst einmal nach Zeugen suchen. So überlegten wir, wen wir befragen können. Da hatte ich eine Idee. "Wir können ja den Direktor aufsuchen", schlug ich vor. Nach einer Weile standen wir auch schon vor seinem Haus, Leon klingelte. Leider hatten wir wenig Erfolg, denn der Direktor war nicht da. Für heute gaben wir es auf und beschlossen am nächsten Tag weiter zu ermitteln.

„Habt ihr Luis und seine Freunde schon gesehen?“, rief Leon mir und Steffi zu, als wir am nächsten Morgen das Schulhaus betraten. Aber wir hatten ihn noch nicht gesehen und auch keiner von seinen Freunden. „Wieso, was ist mit ihnen?“, fragte ich ungläubig, aber genau in diesem Moment kam Herr Schuster, unser Lehrer, ins Zimmer und ich musste warten, bis die Stunde vorbei war. „Mist!“, dachte ich. Auf dem Pausenhof bekamen wir die Antwort. Alle hatten neue Kleider, Handys und anderen Plunder. „Hey!… Was ist, wenn die eingebrochen sind!?“, rief Steffi plötzlich laut und erntete dafür einen strengen Blick von mir und Leon. „Nicht so laut!“, hallte es von beiden Seiten, aber Luis hatte es gehört und schaute uns wütend an. Nach Mathe wurde ich ins Schulleiterbüro gerufen und ich hatte schon Angst, dass es sich um den gestrigen Besuch handelte, aber zum Glück handelte es sich nur um eine Klassensprechersache. Aber das ist nicht wichtig, denn ich machte im Büro eine wichtige Entdeckung, die die Polizei wohl übersehen haben musste. Ein Ohrring lag direkt unter dem Feueralarmknopf. Und der kam mir bekannt vor. Ich schnappte ihn mir. Auf dem Heimweg zeigte ich ihn Steffi und Leon und die beiden schauten nicht schlecht. „Das ist doch Luis` Ohrring“, rief Leon. Erst jetzt bemerkte ich, dass der Ohrring einen weißen Totenkopf auf einer schwarzen Platte hatte. So einen Ohrring trug nur Luis, und das Gleiche sagten auch Steffi und Leon. „Wisst ihr, wo der lag!“, schrie ich, so aufgeregt war ich, aber natürlich wussten sie es nicht und ich sagte es ihnen nur zu gerne: „Am Feueralarmknopf!“ „Was?“, kam es da schon von beiden Seiten. „Ja, als ich ins Büro gerufen wurde, habe ich den Ohrring gefunden.“ „Das hört sich für mich aber sehr verdächtig an“, meinte Leon. „Genau!“, stimmte ich zu. „Und morgen werden wir ihn mal darauf ansprechen“, meinte Steffi. Als ich daheim war, ging mir das ganze nochmal durch den Kopf. Warum sollte Luis mit seinen Freunden klauen? Das war die große Frage. Na ja, das wird er uns dann sagen, dachte ich, aber ich hatte mich getäuscht. Am nächsten Morgen trafen wir Luis auf dem Weg zur Schule. „Hey Luis!“, rief Leon. Steffi und ich winkten. „Was wollt ihr denn hier?“, fragte Luis genervt. „Wir haben da eine Frage …“  – „Falls es um den Einbruch geht, ich war’s nicht!“, sagte Luis und ging davon. Na super, der einzige, der uns irgendwie verdächtig vorkam, ging weg, aber das hatte noch nichts zu heißen. Nach der Schule konnten wir auch nicht weiter ermitteln, da Leon noch zum Förderunterricht musste. Also liefen Steffi und ich alleine nach Hause.

In der Nacht, es war so um 23:00 Uhr, klingelte plötzlich das Telefon. Meine Mum ging ran, ich hörte sie sagen: "Was !? Oje… und er ist nirgends zu finden? Ja, ich frag sie gleich, einen Moment bitte. Und schon stand sie an meiner Tür.

"Marie - ... Leon ist weg!", sagte sie kleinlaut". Wenn du ihn gesehen hast, dann sag das bitte, es ist sehr wichtig!"  Ich schaute sie nur an. „Hast du eine Ahnung, wo er sein könnte?“ Ich schaute sie wieder nur an, mir gingen zu viele Gedanken durch den Kopf, um antworten zu können. „Marie, es ist wichtig!“, schrie meine Mum jetzt schon fast. Ich hustete, etwas anderes fiel mir nicht ein. Ich hatte keine Idee, wo Leon sein könnte, aber ich hatte Angst und ich wusste, dass er nicht einfach so abhauen würde.

Am nächsten Tag in der Schule war Leon auch nicht da. Leons Mama hatte es ernst gemeint. Sie hat auch bei Steffi angerufen. „Leon haut nicht einfach so ab“, sagte ich zu Steffi und in dem Moment spürte ich, wie sehr Leon mir fehlte. Meine Kehle schnürte sich zusammen und es war, als ob mir der Boden unter den Füßen weggezogen würde. Ich stellte mir vor, wie er im Wald umherirrte, hungrig, durchgefroren und erschöpft. Ich wusste nicht, warum ich an den Wald dachte, aber in diesem Moment sagte mir irgendein Gefühl, dass er dort war. „Miri?“, hörte ich plötzlich Steffi sagen. „Leon ist im Wald“, sagte ich. „Was, Miri, was redest du da, woher willst du das wissen und warum hast du es gestern nicht gesagt?“, fragte Steffi erstaunt. „Es ist ein Gefühl, das mich nicht loslässt. Gestern war es noch nicht da...Steffi, wir müssen in den Wald. Jetzt!“, forderte ich. Ich musste in den Wald, weil dort Leon war. Ich wusste es genau, es war, als würde er mich rufen, ein kläglicher, hilfesuchender Ruf. „Na dann los“, sagte Steffi. Sie wusste, dass wenn ich mal etwas so genau wusste, dann stimmte es. Wir rannten aus der Schule, ich verschwendete keinen Gedanken daran, was Herr Schuster sagen würde, wenn wir weg sind. Leon war wichtiger. Als wir am Waldrand ankamen, hielten wir an. „Und jetzt?“, fragte Steffi mich. Ich überlegte, wo könnte Leon in meiner Vision gewesen sein. Plötzlich schrak ich hoch,…-Leon war nicht allein, er ist vor irgendetwas oder wem weggerannt. Was, wenn er gar nicht abgehauen ist, sondern entführt wurde?“, dachte ich. „Steffi, Leon ist vielleicht gar nicht abgehauen, sondern wurde entführt!“, schrie ich. "Was? Aber warum denkst du, dass er entführt wurde?“, fragte Steffi. „Erstens, Leon haut nicht einfach so ab, selbst nicht, wenn er einen Grund hätte und zweitens war da in meiner Vision noch jemand. Ein Teenager, der Leon hinterher gerannt ist“, sagte ich. „Ja, aber warum sollte jemand Leon entführen?“ „Ganz einfach, wir sind wahrscheinlich jemandem mit unseren Ermittlungen auf die Pelle gerückt, und das wollte er verhindern. Als Leon gestern vom Förderunterricht heim kam, hat er ihn geschnappt und ihn in den Wald gebracht.“

„Na super, und wo ist er jetzt?“, fragte Steffi mich, „Keine Ahnung, aber lass uns taktisch vorgehen. Wo würdest du einen Jungen hin tun, den du entführt hast?“, fragte ich Steffi. „Tja, auf jeden Fall irgendwo hin, wo viele Bäume sind oder in eine Hütte oder Höhle. Oder in irgendeine Grube, wo nicht so viele Menschen sind“, antwortete mir Steffi. „Steffi, du bist genial. Was hast du gerade beschrieben?“, fragte ich sie. Aber Steffi zuckte mit den Schultern. „Die Teufelsschlucht!“, rief ich. Steffi riss die Augen auf. „Na klar“, rief sie, „Los, lass uns gehen!“ Sofort rannten wir in Richtung Teufelsschlucht (die Teufelsschlucht ist eine uralte Schlucht, ganz unten am Boden ist ein richtig dichter Wald und mitten in diesem Wald steht eine uralte Hütte, an der ein Schild hängt: “Achtung Lebensgefahr!“ Nach 13 Minuten waren wir da. „Gehen wir rein?“, fragte Steffi mich. Ich zögerte, sagte aber schließlich ja, auch wenn mir ein bisschen bange war. Es ging um Leon. Langsam bewegten wir uns auf die Hütte zu. Ich stellte mich an die Tür, drückte mein Ohr dagegen und horchte still. Ich schaute Steffi an und nickte. Vorsichtig gingen wir in die Hütte. Da saß Leon an der Wand mit einem Tuch um den Mund und mit Kabelbindern an den Händen, die an einer dicken Eisenstange befestigt waren. „Leon!“, rief Steffi freudig und rannte auf ihn zu. Sie riss ihm das Tuch vom Mund, nahm eine Schere in die Hand und schnitt sein Fesseln, die Kabelbinder, durch. Leon war sichtlich froh wieder richtig atmen zu können und seine Hände wieder runter nehmen zu dürfen. „Was macht ihr denn hier?“, fragte er uns. „Na dich befreien“, sagte ich. Leon schaute uns an und sagte „Ich weiß, wer die Einbrecher sind.“ Steffi und ich schauten ihn erwartungsvoll an. „Luis und seine Clique“, sagte Leon. „Na klar, das haben wir ja schon die ganze Zeit gesagt, das sie es waren, ich rufe gleich die Polizei an“, sagte Steffi und holte ihr Handy aus der Tasche. „Halt“ ,sagte ich schnell und hart „Wir haben keine Beweise“, fügte ich noch hin zu „Doch!“ ,schrie Leon da „Sie haben das Geld hier versteckt „Na also dann kann ich ja jetzt die Polizei rufen ,sagte Steffi jetzt „Nein! ,schrie ich schon fast wütend, es ist zu riskant „Was, wen wir dann verdächtigt werden?“, fragte ich Steffi. „Ich schlage vor, dass wir anrufen und sagen, dass wir Leon gefunden haben und dann werden die Polizisten das Geld finden, okay?“ „Ja, so machen wir das“, sagten Steffi und Leon gleichzeitig. „Ihr werdet nichts dergleichen tun, ist das klar“ , sagte da eine dunkle Stimme und da stand Luis und seine Clique. „Und um das zu verhindern“, sagte Adam, ein muskulöser Junge mit einer Zigarette im Mund und einem Tattoo  auf dem Arm, „werden wir euch auch einsperren.“ Ich war zu aufgeregt, um etwas sagen zu können. Schweiß rann auf meiner Stirn und ich hatte das Gefühl, als ob der Rauch von Adams Zigarette mir den Hals zuschnürte. „Halt!“, sagte Leon da so plötzlich, dass selbst Luis kurz zusammenzuckte. Diesen Moment nutzte Steffi aus, umso unauffällig  wie möglich in einen Nebenraum zu flüchten, dort rief sie die Polizei und die war in weniger als zehn Minuten da, in dieser Zeit ging Steffi wider aus dem Nebenraum und stellte sie sich zu Leon und mir. Als die Polizei kam, schnappte sie sich Luis und seine Clique und führten sie zur Wache ab und wir durften zur Belohnung einen Tag auf der Polizeiwache, mussten aber versprechen, dass wir nie wieder einen derartigen Fall lösen würden, da dies zu gefährlich für uns sei. Zwar versprachen wir das, aber heimlich überkreuzten wir dabei unsere Finger.

Lilly, Lukas und die Verbrecherbande

von Hannah Ballweg, 5c

Lilly lag in ihrem Bett und dachte über die Liebe nach. Seit ihr Exfreund Oliver sie einfach so mit ihrer besten Freundin Alyssa betrogen hatte, tat sie fast nichts anderes mehr als heulen, schlafen und grübeln. Sie aß nicht einmal! Ihr lief schon wieder eine Träne herunter, als es an der Haustür klingelte. Sie rannte die Treppe runter, wischte sich die Träne aus dem Gesicht und riss die Türe auf.

Es war Leonie. „Du hast schon wieder geheult, oder?“ fragte sie nach der Begrüßung. Leonie und Lilly gingen in dieselbe Klasse am Heinrich-Heine-Gymnasium und waren seit kurzem beste Freundinnen. „Komm rein. Wie hast du das gemerkt?“, fragte Lilly. Leonie antwortete: „Deine Augen werden immer sehr schnell rot und außerdem wirst du blass und bekommst überall Flecken im Gesicht.“ „So was merkst du ?“

Doch Leonie zuckte nur mit den Schultern und trat in die Diele. „Ich wollte dich eigentlich fragen, ob du mit mir ins neu eröffnete Freibad gehen möchtest“, sagte Leonie. Lilly war gleich Feuer und Flamme, ein bisschen Abwechslung war jetzt genau das Richtige für sie.

Als Lilly nach Hause kam, blinkte der Anrufbeantworter. Sie hörte ihn ab und erschrak, denn aus dem Lautsprecher drang Alyssas Stimme. Doch irgendetwas war anders als sonst. In ihrer Stimme lag etwas Weinerliches. Jedenfalls schluchzte sie: „Wenn du das hörst, ruf mich sofort an, es ist etwas ganz Schlimmes passiert. Es geht um Oliver!“ Oliver! Von diesem Blödmann wollte sie eigentlich nichts mehr hören. Und doch rief Lilly Alyssa an, denn wenn Alyssa nach dem Streit sie anrief, musste etwas ganz Fürchterliches geschehen sein! Schon nach dem ersten Piepsen hob Alyssa ab. Als hätte sie auf den Anruf gewartet, sprach sie in den Hörer: „Komm sofort zum Sankt-Josef-Marien-Krankenhaus, dort erkläre ich dir alles.“ In zwei Minuten war Lilly am Krankenhaus. (Normalerweise braucht man mit dem Fahrrad fünf Minuten!) Alyssa wartete am Fahrradständer auf sie, kaum zu glauben, dass sie noch schneller gewesen sein konnte als Lilly. „Komm mit, Oliver ist auf Zimmer 411, er ist verprügelt worden und liegt jetzt im Koma! Sie haben ihn ins Koma geprügelt, stell dir das doch mal vor!“ rief Alyssa entsetzt, während wir zusammen den Korridor zu Zimmer 411 hinunterliefen. Lilly konnte bloß nicken. Sie hatte zwar eine Scheißwut auf den Kerl, aber deshalb musste er doch nicht gleich ins Koma geprügelt werden! Wenn er es nicht überlebte? Oh, mein Gott! Wie schlimm musste das alles für Alyssa sein? Immerhin war er ihr Freund. Als wüsste sie was Lilly dachte, stiegen ihr die Tränen in die Augen. Lilly nahm sie in den Arm und flüsterte: „Alles wird gut.“ Doch sicher war sie sich da selber nicht.

Lilly kam um 9 Uhr nach Hause. Ihre Eltern schimpften zwar erst, aber als sie erzählte was passiert war, waren sie überhaupt nicht mehr sauer, sondern fragten sie nach jeder Kleinigkeit aus. Sie erzählte alles was sie wusste und das war nicht viel. Nur, dass Oliver auf Zimmer 411 ist, dass er im Koma liegt und verprügelt wurde und, das hätte sie fast vergessen, dass er im Villenviertel im Orchideenweg gefunden wurde und jetzt im Sankt-Josef-Marien-Krankenhaus lag. Was Lilly ihren Eltern aber verschwieg: Alyssa und sie hatten sich geschworen, herauszufinden, wer das Oliver angetan hatte. Gleich morgen wollten sie Leonie einbeziehen, da zwei elfjährige Mädchen etwas wenig für eine ermittelnde „Detektivgruppe“, wie Alyssa es so schön ausdrückte, waren.

Alyssa und Lilly hatten sich seit 5 Wochen endlich wieder verabredet, zusammen zur Schule zu laufen. Als Lilly vor die Haustür trat, stürmte Alyssa ihr schon entgegen und rief: „Du glaubst es nicht, Oliver ist außer Lebensgefahr! Die Ärzte wissen nur noch nicht, ob er noch alles weiß, wenn er wieder aufwacht.“ „Das sind ja super Neuigkeiten“, meinte Lilly gut gelaunt. Nach der großen Pause stand fest, dass sie nun zu viert waren, denn Leonie bestand darauf, dass ihr Freund Lucca ihnen auch helfen sollte. Alyssa sollte sie regelmäßig über den Gesundheitszustand von Oliver auf dem Laufenden halten.

In der Nacht träumte Alyssa, wie Oliver zusammengeschlagen wurde und wachte schweißgebadet auf. Einen Stock unter ihr klapperte der Briefkasten. Es war 4.30 Uhr. Alyssa beschloss Frühstück zu machen und etwas Zeitung zu lesen. Schlafen konnte sie jetzt sowieso nicht mehr. Sie stand also auf, machte Frühstück und las anschließend die Zeitung. Es stand nichts weiter Interessantes drin. Doch als sie bei der Seite mit den Unfällen ankam, erschrak sie, denn die Überschrift lautete: „Zwei Jugendliche innerhalb von zwei Tagen halbtotgeprügelt“. Sie las den Zeitungsartikel gründlich durch und rief sofort Lilly an. Diese meldete sich verschlafen: „Was'n los?“ Doch ohne darauf einzugehen, plapperten Alyssa drauf los: „Du hast anscheinend noch nicht die Zeitung gelesen! Es wurde ein Junge im gleichen Zustand wie Oliver im Villenviertel „Am Sonnenblumenberg“ gefunden. Und jetzt halte dich fest! Oliver und Felix, so heißt der andere Junge, wurden beide vor den Häusern der reichsten Hausbesitzer in dieser Straße gefunden! Und die beiden Straßen liegen direkt nebeneinander. Ich sag's dir, das ist Gewalt, aber Gewalt mit System. Wenn du mich fragst, war das die gleiche Bande und Oliver und Felix müssen ja irgendetwas beobachtet haben, das niemand wissen darf. Ich meine, man prügelt doch nicht eben mal so einen zwölf- und einen 15-jährigen Jungen halbtot!“ Einen Moment war es am anderen Ende der Leitung still und plötzlich war Lilly hellwach: „Hammer! Ich ruf sofort Leonie an. Alles Weitere besprechen wir in der Schule.“

Als Leonie in der Schule ankam, warteten die anderen schon auf sie. „Entschuldigt die Verspätung, aber ich hab mir was überlegt. Alyssa, stand in diesem Artikel auch der Nachname von diesem Felix drin?“, fragte Leonie. Alyssa antwortete sofort: „Ja, Baumann, glaube ich, wieso?“ „Und das Krankenhaus? Stand dort irgendetwas über das Krankenhaus, in dem er jetzt liegt?“, fragte Leonie weiter. „Ja, auch im Sankt-Josef-Marien-Krankenhaus. Übrigens, falls dich das auch interessiert, er hat einen zwölfjährigen Bruder, also ein Jahr älter als wir. Seine Mutter ist 44 und sein Vater 48 Jahre alt. Aber wieso?“ „Dann schlage ich vor, dass wir gleich nach der Schule ins Sankt-Josef-Marien-Kankenhaus fahren. Vielleicht finden wir dort etwas Neues heraus.

Wie besprochen gingen die drei Mädchen, Lucca im Schlepptau, ins  Sankt-Josef-Marien-Kankenhaus. Lilly sollte hineingehen und fragen, auf welchem Zimmer dieser Felix Baumann lag. Zwei Minuten später kam sie wieder heraus und verkündete: „Er liegt auf Zimmer 417. Das ist nicht weit von Olivers Zimmer. Dort könnten wir eigentlich auch gleich einen Abstecher machen.“ „Na dann, nichts wie los!“, rief Lucca. „Psst!“, machten Leonie, Lilly und Alyssa gleichzeitig.

Als sie im Zimmer 417 ankamen, war schon die ganze Familie Baumann darin versammelt. Lilly nahm die ganze Sache in die Hand: „Entschuldigen Sie, wenn wir kurz stören, dürfen wir uns setzen?“ „Setzt euch ruhig, was wollt ihr?“ konnte die Mutter unter lautem Schluchzen hervorwürgen. „Wir wollten nach Felix sehen. Vorgestern wurde auch ein Junge so brutal verprügelt. Er ist ein Freund von uns. Er schwebt zwar nicht mehr in Lebensgefahr, aber es steht noch nicht fest, ob er noch alles weiß, wenn er wieder aufwacht. Und wie geht es Felix?“ Dieses Mal antwortete Felix' Bruder Lukas: „Er ist noch in Lebensgefahr, aber die Ärzte sind der Meinung er wird es überleben. Ich könnte diese Kerle umbringen, wenn ich sie erst mal finden würde!“ Lilly wollte etwas sagen, aber sie brachte keinen Ton heraus. Stattdessen konnte sie nur nicken. Ihr Kopf war wie leergefegt. Das ist ihr noch nie passiert, denn normalerweise ist sie eine Quasselstrippe und redet ohne Punkt und Komma. Verdammt noch mal, was war bloß mit ihr los? Auch Leonie und Alyssa merkten schnell, dass irgendetwas mit Lilly nicht stimmte. Deshalb antwortete Leonie für sie: „Wir vier,“ Leonie zeigte auf sich, Lilly, Alyssa und Lucca, bevor sie weiter redete „wir möchten auch herausfinden, wer das war. Wir tippen darauf, dass es die gleichen Täter sind und es kann ja eigentlich auch kein Zufall sein, dass Oliver und Felix in zwei nebeneinander liegenden Straßen gefunden wurden.“ Lukas nickte: „Hm-hm. So etwas Ähnliches hatte ich mir auch schon gedacht. Ich meine, die beiden müssen ja irgendetwas gesehen haben.“ „Das sehen wir genauso“, sagten Alyssa und Lucca im Chor. Sie unterhielten sich noch ein bisschen (Lilly hatte sich von, eigentlich wusste sie selbst nicht genau von was, erholt und konnte wieder normal denken und reden). Wobei auch heraus kam, dass Lukas ebenfalls auf das Heinrich-Heine-Gymnasium, eine Klasse über ihnen war. Sie beschlossen, dass er ihnen bei ihren „Ermittlungen“ helfen sollte.

Wenig später standen sie in Zimmer 411. Alyssa saß neben dem Bett, weinte und hielt Olivers Hand. Eine Weile war es still im Raum, bis Alyssa plötzlich stutzte: „Habt ihr das auch gesehen?“ „Was?“ fragten Lilly, Lucca und Leonie fast gleichzeitig. „Er hat die Augen aufgemacht!“ rief Alyssa immer noch etwas überrascht. „Wer?“ fragte Lucca, immer noch völlig ahnungslos. Manchmal können Jungs echt so was von begriffsstutzig sein. „Na, Oliver natürlich! Was hast du denn gedacht – Julia Roberts?“  antwortete Lilly. Doch bevor Lucca etwas sagen konnte, rief Leonie aufgeregt: „Alyssa, Du hast recht – er hat es schon wieder getan! Lilly, Lucca, guckt mal! Er hat die Augen offen!“ Lucca und Lilly schauten und stutzten. „Ich hol' sofort die Krankenschwester und ruf Olivers Familie an!“ sagte Alyssa und drückte dabei auf den Rufknopf für das Pflegepersonal.

Oliver war aus dem Koma erwacht. Er wusste zwar wirklich nur noch das Nötigste, aber wenigstens hatte er Alyssa erkannt. Die Freunde hatten ihn zwar befragt, doch zu allem was die Schlägerei anging, schüttelte er nur den Kopf.

Lilly wachte um 4.30 Uhr das dritte Mal auf und hatte von Lukas geträumt. Also fasste sie den Entschluss, Alyssa auf ihrem Handy anzurufen. Diese war zwar nicht gerade davon begeistert, so früh geweckt zu werden, doch als Lilly ihr erzählte, dass sie sich in Lukas verliebt hatte, war Alyssa natürlich sofort hellwach. Sie quatschten noch eine Weile so über dies und das und legten schließlich auf.

In der Schule wollten sie noch einmal alles in Ruhe besprechen, als Lukas plötzlich angestürmt kam und mit irgendetwas in der Hand herum wedelte. Es war ein Zettel. „Guckt mal!“, rief er weit entfernt von ihnen, „den hat mir irgendjemand untergejubelt. Ich habe allerdings keine Ahnung, was das bedeuten soll. Lest mal!“ Nun war Lukas bei ihnen angekommen und hielt ihnen den Zettel unter die Nase. Leonie las vor: „Wir wissen, dass ihr gegen uns ‚ermittelt‘: -) Kleiner Tipp – wir verabschieden uns heute Morgen ‚Am großen Weg‘ um 16 Uhr.“  - Was soll denn das heißen?“ „Gib mal her“, sagte Lilly, „ich hab's schon entschlüsselt.“ „Du hast was ?“, fragten die anderen gleichzeitig. „Ich hab es schon entschlüsselt! Oder besser gesagt, ich weiß wie es geht.“ klärte Lilly die anderen auf. „Dieser Zettel ist in Geheimsprache geschrieben. Ich kenne sie aus einem Buch. Man muss alles ins Gegenteil setzen, also wird aus ‚wir verabschieden uns‘ ‚wir treffen uns‘, aus ‚heute Morgen‘  wird ‚morgen Abend‘. ‚Am großen Weg‘  wird zur ‚kleinen Straße‘. Und um die Uhrzeit herauszufinden, müssen wir uns die Uhr vorstellen. Was liegt gegenüber von 16.00 Uhr?“ „Die zehn, also 22.00 Uhr“, rief Leonie wie aus der Pistole geschossen. „Also der entschlüsselte Text heißt: ‚Wir treffen uns morgen Abend in der kleinen Straße um 22.00 Uhr‘. Jetzt fehlt nur noch die Hausnummer, aber bestimmt finden wir die übers Internet heraus, wir gehen gleich in der großen Pause in den Computerraum. Es wäre doch gelacht, wenn wir da nichts Brauchbares finden.“

Lilly hatte keine Ahnung, wie Lukas das herausgefunden hatte. Jedenfalls war ihre Vermutung, dass die Täter sich bei Hausnummer elf trafen. Sie beschlossen, da morgen Freitag war und das Wochenende bevorstand, zu Hause zu sagen, dass sie alle bei Leonie schlafen. Leonies Vater war verreist und ihre Mutter hatte Nachtschicht, denn sie ist Krankenschwester.

Am nächsten Morgen ging Lilly alleine zur Schule. Allysa hatte beschlossen, nachdem sie sich gestern in Sport den Fuß verknackst hatte, mit dem Bus zu fahren. Auf den letzten 20 Metern kam ihr Lukas entgegen. Irgendetwas stimmte nicht, das merkte Lilly sofort. „Was ist denn los? Gibt es Neuigkeiten von Deinem Bruder Felix?“, fragte sie deshalb. Lukas nickte: „Er ist gestern Abend gestorben.“ Ihm stiegen die Tränen in die Augen. Lilly nahm ihn in den Arm. Sie war sprachlos. Was sollte man dazu denn sagen? Deshalb weinte sie mit und sagte gar nichts. Sie kannte Felix zwar nicht, aber es tat weh, Lukas so zu sehen. Plötzlich kam ihr der Gedanke, dass Lukas vielleicht gar nicht zu Leonie kommen durfte. Sie wollte schon fragen, aber dann fiel ihr ein, dass das jetzt nicht der richtige Zeitpunkt war. Stattdessen fragte sie: „Würde es dir etwas ausmachen, wenn wir zur Beerdigung kommen? Wann ist sie denn?“ „Natürlich dürft ihr kommen. Sie ist am 21.06. um 16.00 Uhr.“ Lukas versuchte so zu klingen, als ob er über einen Geburtstag redete, Lilly vermutete, dass er das tat, damit andere nichts mitbekamen, doch es gelang ihm nicht.

In der großen Pause zeigte Lukas Lilly seinen Lieblingsplatz. Er sagte, er möge ihn vor allem deswegen, weil man dort ungestört ist. Er holt Luft und wollte etwas sagen, doch Lilly kam ihm zuvor. „Bevor du etwas sagst, möchte ich dir etwas sagen: Ich glaube ich hab' mich in dich verliebt.“ Noch ehe Lilly reagieren konnte, hatte Lukas sie umarmt, ihr einen Kuss auf die Wange gedrückt und ihr ins Ohr geflüstert: „Genau das wollte ich auch sagen.“ Händchen haltend kehrten sie zu den anderen zurück. Da fiel Lilly wieder ein, was sie vorhin schon einmal fragen wollte: „Darfst du jetzt eigentlich heute Abend zu Leonie? Ich mein' wegen Felix und dem Ganzen, ist das nicht etwas viel?“ „Nein, meine Mutter sagt, ein bisschen Ablenkung würde mir jetzt ganz gut tun.“ entgegnete Lukas. Lilly atmete erleichtert aus. Sie drückte Lukas Hand fester und ließ sie dann los, um ihn noch einmal ganz fest zu umarmen.

Um 21.30 Uhr waren sie in der kleinen Straße bei Hausnummer elf, um ein geeignetes Versteck zu suchen. Punkt fünf vor zehn hörten sie ein Geräusch. Drei Gestalten kamen wie aus dem Nichts. „Soll ich die Polizei rufen?“, flüsterte Allysa. „Nein. Wir gucken erst mal, was die überhaupt machen“, flüsterte Leonie zurück. „Die brechen die Villa auf!“, sagte Lucca in diesem Moment entsetzt. „Hey, was war das?“, hörte man eine Stimme sagen. Schnell warf Lucca einen Stein in einen anderen Busch. Einer der Täter lief zu dem Busch und ermöglichte den Freunden so einen Blick auf sein Gesicht. Leider nützte es nichts, denn er hatte eine schwarze Maske auf. „War nichts, nur eine Ratte oder eine Maus.“ sagte der Typ. „Allysa, ruf die Polizei.“ flüsterte Lilly, doch diese entgegnete mit einem Lächeln: „Schon längst erledigt.“ In diesem Moment hörte man die Sirenen. Alle wollten schon erleichtert aufatmen, als Lilly plötzlich schrie: „Die Kerle wollen abhauen! Hinterher!“ Lilly hatte sich, ohne es zu wissen natürlich, den schnellsten der drei ausgesucht. Aber sie war auch nicht gerade langsam. In ihrer Klasse sprintete keine so schnell wie sie. Kurz bevor sie ihn erreichte, legte er noch einmal einen Zahn zu. „Ha“, dachte Lilly, „was du kannst, kann ich schon lange!“ und rannte so schnell sie konnte. Sie ignorierte das Seitenstechen und Schmerzen in ihrem Knöchel. Sie rannte und rannte und plötzlich hatte sie einen Arm in ihren Fingern. Ohne weiter darüber nach zu denken, zog sie den Arm nach hinten, drückte das Handgelenk zwischen die Schulterblätter, wie sie es in einem Selbstverteidigungskurs gelernt hatte, und drückt den Kerl weiter zu Boden. Sie zog eine Schnur aus ihrer Tasche und band damit seine Hände zusammen. Dann zog sie ihm die Maske vom Gesicht. Da kam auch schon Lukas angerannt, um ihr zu helfen. Er blickte auf den auf dem Boden liegenden Täter und dann zu Lilly. „Respekt!“ sagte er voller Ehrfurcht. Zusammen zogen sie den Täter hoch und führten ihn zum Polizeiauto. Plötzlich fragte Lukas Lilly: „Hast du Lust mit mir morgen ins Freibad zu gehen?“ „Klar hab' ich Lust.“ „Was krieg ich eigentlich dafür, dass ich dir geholfen hab'?“ fragte Lukas scherzhaft… „Das hier“, sagte Lilly und drückte ihm einen liebevollen Kuss auf die Lippen.

Eigentlich wollte Lilly ja mit den anderen durchmachen, aber nach all den Strapazen des Tages schlief sie schließlich, bei Lukas im Arm, doch ein. „Morgen ist ja auch noch noch ein Tag.“, dachte sie sich, „und zwar ein ganz besonders schöner.“     ENDE

The four brave Kids: Geheimnis im Flugzeug

von Andrea Stahl 6d

„Kommt jetzt! Drei Minuten noch, bis der Flieger abhebt. Wir müssen uns beeilen, sonst wird das nichts mit dem Urlaub“, rief Tamara ihren Freunden zu. Beni fing an zu nörgeln: „Müssen wir denn immer so schnell rennen? Der erste Urlaub ohne Eltern und ihr hetzt schon wieder. Ich kann nicht mehr!“ Keuchend blieb er stehen. „Beni, du bekommst im Flugzeug auch einen großen Muffin. Aber nur, wenn du dich jetzt beeilst“, lockte Isabel ihren Bruder. Das ließ sich Beni nicht zweimal sagen und schon rannte er als Erster voraus. Ein paar Minuten später saßen die Vier im Flugzeug. Beni bekam seinen wohlverdienten Muffin. Plötzlich horchten die vier Kinder auf: ,,War das ein Schrei?” Beni verschluckte sich an seinem Muffin. ,,Schnell, Leute! Da muss etwas passiert sein! Wir müssen nachsehen", rief Matthias. Die Vier wollten gerade nachschauen, als eine kreischende Frau aus Richtung der Toiletten in den Raum der Passagiere kam. Sie trug eine Uniform. Wahrscheinlich war sie hier als Stewardess angestellt. Die vier Kinder eilten zu der aufgebrachten Frau. „Was ist denn los? So beruhigen Sie sich doch!", beschwichtigte Matthias die Frau. ,,Wir wollen Ihnen helfen", sagte nun auch Tamara. ,,Eine Schlange!", kreischte die Frau. ,,Bei den WCs." Die Frau stockte. ,,Ups …", stotterte sie, als sie sich umsah. Alle Reisenden sahen sie an. ,,Wir sollten uns lieber woanders unterhalten. Folgt mir!", flüsterte sie. Die Vier folgten der Stewardess in einen Raum vor dem Cockpit, der von den anderen Passagieren nicht eingesehen werden konnte. Die Stewardess fing an zu berichten: ,,Also, ich war kurz auf der Toilette, als plötzlich eine kleine Schlange an meinen Beinen vorbeizischte, und dann bin ich in den Vorraum der WCs geeilt. Dort war eine Gestalt, ein Mann, der am Boden seltsame Verrenkungen machte. Er hatte eine Strumpfmaske auf." - ,,Können Sie sich an Einzelheiten erinnern? War die Gestalt groß oder hatte sie andere auffällige Merkmale?", fragte Tamara nach. ,,Warum wollt ihr das eigentlich so genau wissen?", fragte die Dame skeptisch. Stolz holte Elias eine Visitenkarte hervor, auf der stand:

The four brave kids
Wir übernehmen jeden Fall

Erster Detektiv: Elias
Zweiter Detektiv: Beni
Recherchen: Tamara
Archiv: Isabel

,Ah, Detektive”, konterte die junge Frau. ,,Ihr kommt wie gerufen! Ihr könnt euch nicht vorstellen, was an Bord dieses Flugzeugs los ist. Die Passagiere werden von seltsamen Stimmen heimgesucht, die man abends aus Richtung der Toiletten hört. Hier ist einfach nichts, wie es sein sollte. Die Gestalt, die ich im Bereich der Toiletten gesehen habe, wird täglich von mindestens einem der Passagiere gesehen und immer dann, wenn diese angsteinflößenden Stimmen zu hören sind. Ich sag‘s euch: Langsam sieht das alles nach Sabotage aus, denn die Leute, die da draußen sitzen, haben mitbekommen, dass eine Schlange an Bord ist. Überzeugt euch selbst." Sie öffnete die Tür und die vier Kinder schauten in den Passagierraum: Alle schrien vor Panik. Das Gepäck lag auf dem Boden herum. Die Stewardess schloss die Tür wieder und brachte keuchend ihren Bericht zu Ende. „Diese Leute werden alle mit der Konkurrenz zurückfliegen. Die Firma wird zu Grunde gehen, wenn uns nicht bald jemand hilft, diesen Mister Unbekannt zu schnappen, der jeden Tag aufs Neue diese Gestalt mimt und auch sicher diese Stimmen irgendwie in die Ohren der Passagiere bringt. Bitte helft mir und der Firma, diesen Schurken zu finden." „Wir werden uns heute Abend auf die Lauer legen, Kollegen“, sagte Elias zu den anderen Kindern.

„Also, übernehmt ihr den Fall?“, fragte die Dame und warf einen gehetzten Blick auf ihre Armbanduhr. „Ich muss jetzt aber wirklich wieder los. Bis bald und gutes Gelingen heute Abend!“ Damit ließ sie die vier Detektive allein. „Ich glaube nicht, dass es sich bei diesem Fall um Sabotage handelt“, sagte Elias. „Und warum nicht?“, fragte Tamara. „Na, weil ein Saboteur viel geschickter vorgehen würde. Ich glaube, diese Gestalt sucht hier irgendetwas. Irgendetwas, das sich an Bord dieses Flugzeuges befindet und sehr wertvoll ist“, antwortete Elias. Ein paar Stunden später: „Zwei Minuten ertönen diese Stimmen erst und ich find es jetzt schon kaum zum Aushalten“, flüsterte Isabel. „Mir geht es genauso“, antwortete Tamara. „Pst! Wir wollen doch nicht unsere Mitreisenden im Flugzeug wecken“, zischte Beni. „Die sind doch eh alle wach“, kicherte Tamara. „Also, ganz im Ernst: Wer diese schrecklichen Stimmen überhört, sollte sich dringend die Ohren putzen“, kicherte auch Isabel. „Pst!“, mahnte Beni. „Da drüben bewegt sich was!“ „Die Gestalt!“, rief Elias. Die wenigen, die noch geschlafen hatten, waren jetzt wach. „Auf sie mit Gebrüll!“, schrie Tamara. Beni sprintete hin und schmiss sich auf die Gestalt, die etwas am Boden zu suchen schien. Die anderen zwei Detektive jubelten: „Könnt ihr mir vielleicht helfen“, unterbrach Beni seine beiden Kollegen. Ein paar Stimmen im Raum wurden laut. „Was ist hier eigentlich los?“, brüllte jemand. „Das will ich Ihnen erklären“, antwortete Elias. „Von ein paar Leuten hier an Bord ist regelmäßig abends eine Gestalt gesehen worden. Dieser Mann ist die Gestalt und sicherlich erschreckt er uns jeden Abend mit diesen seltsamen Stimmen, weil er von sich ablenken wollte, da er etwas suchte – etwas, das er verloren hat.“ Nun wandte Elias sich an den geheimnisvollen Unbekannten. ,,Liege ich richtig in der Annahme, dass Sie das, was Sie verloren hatten, bereits wieder gefunden haben und in Ihrem Rucksack, den Sie unter Ihrer Jacke tragen, versteckt haben? Denn kurz bevor mein Kollege Sie greifen konnte, haben Sie etwas in Ihren Rucksack gleiten lassen.“ Mürrisch antwortete der Unbekannte: ,,Weiß nicht, von was du sprichst!“ „Lassen Sie mich mal in ihren Rucksack sehen!“, forderte Elias den Mann auf. „Ich denke gar nicht daran“, sagte der Mann hartnäckig. „Händigen Sie dem Jungen Ihren Rucksack aus!“ Zwei Männer waren aufgestanden. „Wir sind von der Polizei. Es besteht der Verdacht, dass sich an Bord ein Tierschmuggler befindet und kleine Tiere ins Ausland schmuggeln will, um dort die Tiere für großes Geld zu verkaufen. Schmuggeln Sie etwa?“, fragte der eine Polizist den Unbekannten.

Flink, wie Tamara war, schnappte sie sich den Rucksack, den der Mann nun vom Rücken genommen hatte und in eine der Nischen legen wollte. Tamara schaute hinein: „Oh! Wie süß!“, rief Tamara. „Babyschildkröten und ganz viele Babyschlangen!“ Voller Hass sah sie den Tierschmuggler an. „Alle in viel zu kleinen Tupperboxen untergebracht.“ Isabel holte eine Box mit Schlangen hervor. „Das ist die Art von Schlange, die ich bei den Toiletten gesehen habe!“, rief die Stewardess. „Ihnen ist eine Schlange entwischt. Hab ich Recht? Das Tier haben Sie die ganze Zeit gesucht, und uns haben Sie abgelenkt mit Stimmen von einem Rekorder, den Sie jeden Abend abspielten, stimmt’s?“, fragte Isabel den Verbrecher „Das sind genügend Beweise“, meinte einer der beiden Polizisten. „Sie sind vorläufig festgenommen.“ Die Handschellen schnappten zu und das ist das Ende von einem skrupellosen Tierschmuggler. Die zwei Polizisten wandten sich den Four brave kids zu und sagten: „Ihr seid clever und schlau. Das ist genau die richtige Kombination, um einen Fall zu lösen.“ Die Vier klatschen sich ab und Elias sagte noch: „Das war wohl der kürzeste Fall in der Geschichte der  „Four brave kids.“

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