Mit seiner Lesung aus seinem Buch „Jahrhundertzeugen - Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler“ auf Einladung der Fachschaft Geschichte fesselte der Münchner Buchautor und Journalist Tim Pröse die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen und der Jahrgangsstufe 2 des Ganztagsgymnasiums Osterburken (GTO). Er führte sie auf berührende Weise in das Thema „Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ ein.

In seinem Buch zeichnet er das Leben und Wirken von 18 zum Teil kaum bekannten Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern nach. Dabei halfen ihm neben intensiven Recherchen zahlreiche persönliche Gespräche und Interviews mit Freunden, Verwandten und Bekannten dieser besonderen Helden. Einen besonderen, auch eigenem Interesse geschuldeten, Schwerpunkt legte Tim Pröse bei seinen Ausführungen auf die Geschichte der in Forchtenberg geborenen Sophie Scholl.

Pröse begann mit beeindruckenden Zitaten von Überlebenden des Nationalsozialismus. „Es gibt keine Worte, keine Sprache…“, die das Grauen auszudrücken vermag. Selbst die Toten wurden noch ausgeplündert. Herausgebrochenes Zahngold und Berge von abgeschnittenen Haaren legen noch heute von der perversen Ökonomisierung des millionenfachen Leidens Zeugnis ab. Noch in der Gaskammer wurden die Menschen über das Schicksal belogen. Oftmals waren die jeweils rund 2000 Toten einer einzigen Vergasungsaktion in ihrem Todeskampf derart ineinander verkeilt, so dass sie durch die zumeist zwangsrekrutierten Bergungstrupps kaum herauszubringen waren.

Auch die letzten Stunden von Sophie Scholl stellte Pröse erschütternd dar. Die tiefgläubige Sophie Scholl verzichtete auf die Nachsicht ihrer nationalsozialistischen Henker, die gegen den Verrat an ihren Idealen ihr Leben geschont hätten. Ihr Bruder Hans verzieh in der Stunde seines Todes seinen Mördern.

In seinen Dankesworten hob Christian Göckel für die Fachschaft Geschichte die Bedeutung der Widerstandskämpferinnen und –kämpfer für Deutschland hervor. Als Deutsche könne man auf diese Menschen nicht nur stolz sein, sondern sollte ihr mutiges Vermächtnis für Freiheit, Menschenwürde und Demokratie auch weitertragen.

Zahlreiche Nachfragen und Diskussionsbeiträge zeigten, wie eindrucksvoll es Tim Pröse gelungen war, die Schülerinnen und Schüler des GTO zu fesseln. Das GTO würde sich über einen weiteren Besuch Tim Pröses sehr freuen.