Im April und Mai fanden am Limes durch Schülerinnen und Schülern des Ganztagsgymnasiums Osterburken (GTO) getragene Projekte statt. Das erste Projekt hatte das Ziel, den Limes und dessen Bestand zu untersuchen. Das zweite Projekt bereitet die Suche nach einem vermuteten römischen Kleinkastell entlang des Limes vor.

Geleitet wurden die Maßnahmen durch den Leiter des Römermuseums Osterburken, Dr. Jörg Scheuerbrandt. Auf Bitten des GTO-Lehrers Gregor Hillenbrand hatte Dr. Martin Hämmerle, der Leiter der GIS-Station, einer Unterabteilung der pädagogischen Hochschule in Heidelberg, die Schülerinnen und Schüler zuvor in das digitale Kartieren eingeführt.

Die Klasse 7b nahm am Anfang April in der Osterburkener Waldabteilung "Barnholz" entlang des Weltkulturerbes Limes mithilfe von Gps-Geräten Geländepunkten (Wegpunkte) auf. Dabei lieferten sie kostbare Daten zum Befund des Limeswall, des hiesigen Wachturms, des Grabens und des Straßendamms. Des Weiteren wurden Schäden am Limes-Denkmal erfasst und Möglichkeiten der Infrastrukturpflege, wie Wanderwegmarkierungen und die Standorte von Informationstafeln, eruiert. Studienrätin Doreen Eichinger führte die Schülerinnen und Schüler in die Handhabung des Gps-Gerätes ein. Die Leitung im Gelände hatte Studienrat Gregor Hillenbrand. Die Schüler waren unter anderem auf den Spuren alter Handelswege parallel zum Limes auf römischer Seite unterwegs. Dichter Wald schreckte sie nicht beim Erforschen des Straßendammes ab.

Am 24. Mai 2019 war erneut das „Barnholz“ Schauplatz eines weiteren Projekts, dieses Mal durch die Klasse 9b. Auch hier hatte Gregor Hillenbrand die Aufsicht. Entlang des Limes wurde eine Vegetationskartierung durchgeführt. Anhand des Pflanzenwuchses kann man eventuell auf bauliche Überreste schließen. Das liegt daran, dass jeder Aushub der Erde das Bodenprofil in einem begrenzten Bereich dauerhaft ändert und die Flora darauf reagiert.

Im Barnholz wird ein kleines Grenzkastell vermutet. Die Schülerinnen und Schüler wurden im Vorfeld durch Dr. Martin Hämmerle mit dem Kartierprogramm "QGIS" vertraut gemacht. Vor Ort nahmen die jungen Forscherinnen und Forscher mithilfe eines Bestimmungsbuchs, eines Gps-Geräts und eines Maßbandes Baumwerte auf. Zusätzlich legte eine Gruppe von Schülerinnen eine Transekte quer zum Limes und nahm Bodenproben, dessen Auswertungen über den Verlauf des Limesgrabens und des Kastell-Fundaments näher Auskunft geben sollen. Die Schüler hatten rege Freude am Arbeiten unter freiem Himmel bzw. unter den Baumkronen des Osterburkener Waldes. Die QGIS-Schulung in Heidelberg lieferte am Ende des Projekts sehr gute Ergebnisse. Selbstständige Kartierungen seitens der Schülerinnen und Schüler waren zur großen Freude Jörg Scheuerbrandts als Archäologe und Gregor Hillenbrands als Geograph zu verbuchen.

 

 

 

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