Zu einem Gedankenaustausch über die Folgen der Digitalisierung der Gesellschaft und die aktuelle Lage des GTO konnten die Schulleiterin des Ganztagsgymnasiums Osterburken (GTO), Oberstudiendirektorin Regina Krudewig-Bartel und ihr Stellvertreter, Studiendirektor Uwe Rossa, die Bundestagsabgeordnete Nina Warken, Integrationsbeauftragte der CDU/CSU – Fraktion, am GTO begrüßen. Ebenso konnte die Schulleitung die Osterburkener Stadträtin und Vorsitzende des Stadtverbandes der CDU Osterburken, Margaret Horb, die Vorsitzende des Elternbeirats am GTO, Dagmar Heckmann, Camilla Odiari vom Elternbeirat und den Vorsitzenden des örtlichen Personalrats, Oberstudienrat Achim Brümmer, begrüßen. Zuvor hatte Nina Warken der Eröffnung des diesjährigen Projekts „Schule als Staat“ am GTO beigewohnt.

Regina Krudewig-Bartel lobte das Projekt als wegweisend für die Erziehung zur Demokratie und der schülergerechten Durchdringung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Prozesse. Obwohl die Schülerinnen und Schüler viel strenger seien, passe das Projekt zu der Schule. Sie beschrieb die Digitalisierung als große Herausforderung. Smartphones seien ab der 5. Klasse bereits normal. Dies aber fördere die Entstehung von digitalen Parallelwelten, die man schlecht kontrollieren könne. Vieles sei unberechenbar, zumal Kinder im Gegensatz zu Erwachsenen die Spielregeln der Gesellschaft noch nicht verinnerlicht haben. Sie warf die Frage auf, was denn geschehe, wenn Regeln nicht mehr er- bzw. gelebt werden. Um möglichen Problemen adäquat entgegenzuwirken, würden am GTO Schülerinnen und Schüler bereits zu Medienpaten ausgebildet. Zudem habe und aktualisiere man altersangepasste Nutzungskonzepte. So habe man bei jungen Schülerinnen und Schülern eine strikte Nutzungskontrolle, hingegen gebe es für die Oberstufen Handyzonen. Im Unterricht stehe aber die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern im Vordergrund, ohne die Arbeit mit den Geräten zu vernachlässigen. Schwerwiegende Verstöße würden – wie in der Vergangenheit geschehen – konsequent geahndet. Dennoch stelle die rasante Entwicklung im digitalen Bereich das Kollegium vor erhebliche Probleme. In Bezug auf die Situation des GTO unterstrich Regina Krudewig-Bartel die hohe Zustimmung im Kollegium zum erwarteten Neubau, zumal die Schülerzahlen stiegen. Die seit 50 Jahren am GTO bestehende Ganztagsschule in gebundener Form sei am Anfang zwar umstritten gewesen, heute angesichts gesellschaftlicher Wandlungen aber normal. Sie betonte die hohe Bedeutung der Bildungspartner für die Schule und mahnte an, mehr Jungen für soziale Berufe zu begeistern, zumal sie oft die eigentlichen Verlierer des Bildungssystems seien.

Nina Warken lobte das aktuelle Schulprojekt als gelungene Aktion in einer anstrengenden Zeit mit großen Herausforderungen. Hinsichtlich der Frage der Folgen der Digitalisierung ging sie zunächst auch auf das Smartphone ein. Es sei heute ein Statussymbol, da die Frage der Erreichbarkeit nicht das zentrale Problem sei. Dabei forderte sie aber – unter Verweis auf die aktuelle Lage – eine permanente Diskussion der Rahmenbedingungen, auch wenn dies den Parteien den Ruf als Spaßbremser einbringe. Auch seien gegebenenfalls neue Regeln nötig, die Kontrolle durch die Eltern, die Lehrer und den Staat sei wichtig und unabdingbar. In diesem Zusammenhang hinterfragte sie die Menge der Schulungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer. Strukturen müssten überdacht und Entscheidungen überprüft werden. Sie forderte auch einen Ausbau der Berufsorientierung. Zugleich solle der Staat Orientierungspraktika für Kolleginnen und Kollegen während der Schulzeit in Betrieben ermöglichen, um im Austausch mit diesen zu bleiben und gegebenenfalls daraus Schlussfolgerungen ziehen zu können. Abschließend unterstrich sie die Bedeutung der Förderung von Mädchen in den naturwissenschaftlichen Bereichen.

Die Vorsitzende des Elternbeirats, Dagmar Heckmann, warnte vor einer Ausgrenzung von Schülerinnen und Schülern durch ein Nichtvorhandensein eigener digitaler Mittel.

Margaret Horb betonte die Resonanz bei digitalen Schulungsprogrammen durch die Eltern. Trotz vieler Hochs und Tiefs sprach sie sich für den Erhalt der Schulstruktur und des GTO aus, das Teil der Region und der Schullandschaft sei und somit zur Region gehöre. Man müsse sich an den Bedürfnissen der Wirtschaft ein Stück weit orientieren, ohne andere Bereiche zu vernachlässigen. In diesem Zusammenhang unterstrich sie die Bedeutung der Geisteswissenschaften.

Dieser Haltung schloss sich Achim Brümmer vorbehaltlos an. Man müsse das GTO erhalten, es sei eben keine Standardschule. Generationen von Schülerinnen und Schülern hätten sich hier wohl gefühlt, für sie und die heutigen Schülerinnen und Schüler sei das GTO Teil des Lebens. Dazu tragen die einmalige Atmosphäre und das helle Schulhaus bei. Auch er äußerte großes Unverständnis für die Schleifung der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer.

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