Hintergrundinformationen

Foodlabeling

Lebensmitteletikettierung. Die Kennzeichnung von Lebensmitteln ist vielfältig. Je nach Lebensmittel gelten spezifische Gütesiegel. So sind Kriterien für den Anbau der

  • Kakaobohne z.Bsp.: die Arbeitsbedingungen vor Ort (Lohn,  Beschäftigungsverhältnis, Unterkunft, usw.), die ökologischen Anbaubedingungen (Nachhaltigkeit), so wie der Schutz von Lebensräumen für einheimische Bevölkerungsgruppen, Tiere und Pflanzen aller Art (Biodiversität). Hierfür stehen Labels wie: WWF, fair trade, Utz
  • Labels wie: BIO (Demeter, u.a.), MSC, FSC stehen für nachhaltige Wirtschaftsweisen, biologischen und damit umweltbewussten und gesundheitsbewussten Umgang mit den Erzeugnissen. 
  • Wohingegen bei tierischen Erzeugnissen (Molkeprodukte, Fleisch und Wurst, Eier) Gütekriterien wie Art der Tierhaltung, Futtermittel bzw. Futterergänzungsmittel, Transport zum Schlachthof und Weiterverarbeitung der Erzeugnisse von Interesse sind. „Diese Kennzeichnung ist nicht primär für den Endverbraucher, sondern die Überwachungsbehörden und Handelspartner gedacht. Aus dem Kennzeichen sind nur Rückschlüsse auf den Herstellungsbetrieb möglich, nicht aber etwa auf die Herkunft der Rohstoffe. Sie sind lediglich dann möglich, wenn eine geografische Herkunftsbezeichnung verwendet wurde. So muss bspw. "irische Butter" in Irland hergestellt sein, auch wenn die Endverpackung in Deutschland vorgenommen wurde.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Genusstauglichkeitskennzeichen)
    Einzig und allein bei Eiern kann man die Herkunft vom Huhn bis in die Küche verfolgen.
  • Regionale Kennzeichen
    Am ökologischsten und nahrhaft wertvollsten ist es frische Produkte aus der Region zu beziehen. „Bei regionalen Herkunftszeichen der Bundesländer sind die Kriterien für die einzelnen Zeichen unterschiedlich. Die Rohstoffe kommen nicht immer aus dem genannten Bundesland. Um beispielsweise das Gütezeichen "Geprüfte Qualität-Thüringen" zu erhalten, müssen unverarbeitete Lebensmittel (Fleisch,     Kartoffeln) zu 100 Prozent aus Thüringen stammen, bei verarbeiteten Lebensmitteln (zum Beispiel Konfitüre) genügen jedoch schon 50,1 Prozent. Regionale Herkunft lässt sich also an solchen Zeichen nicht verlässlich ablesen.“ (http://www.verbraucherzentrale-rlp.de/Kennzeichnung-von-Lebensmitteln-1)

Advertising Strategie(-s):

Um den Rahmen des Workshops nicht zu sprengen haben wir die sogenannte AIDA-FORMEL als Grundlage kennengelernt und angewandt.                                                      

Workshop

Vormittag: Theorie

Die Gruppen haben sich am Vormittag theoretisch mit der Problematik von Werbung/ Werbestrategien (Werbeversprechen, AIDA Modell) und Qualität des Produktinhaltes am Beispiel Milch auseinandergesetzt. Zehn werbetechnisch unterschiedlich gestaltete Milchpackungen boten Anregung zur Diskussion: Welche Milch würdet ihr kaufen und warum? Antworten wie: sieht preiswert aus, Bilder wie  grüne Almen in bergiger Landschaft vermitteln einen gesunden, biologisch wertvollen Eindruck. Markennamen wie Landliebe stehen für Qualität und Geschmack. Milbona ist die Eigenmarke bzw. Handelsmarke von Aldi, usw., doch was steckt eigentlich drin (in der Milchpackung)?* Ist Milch nicht gleich Milch? Mit dieser Frage sind wir nach der Mittagspause in den praktischen Teil des Workshops gestartet.
* Ergänzend haben wir auch Werbevideos (Bärenmarke, Froop und Minus L (laktosefreie Produkte)) angeschaut und deren Strategien untersucht (hinzu kamen: Farben, corporate Design, Text, Wortklang, Melodie, Schauspieler (-Typen), etc.)

Nachmittag: Praxis

Um sich nicht ständig in den Produkten zu wiederholen, haben die Gruppen jeweils andere Beiträge erstellt, um am Tag der Präsentation das Thema von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten.

  • Tag 1:
    Gruppe 1 - Plakat: Labellandschaft eine Landschaft, in der die jeweiligen Labels verortet sind.
    Gruppe 2 – Video: Drehbuch, in dem es um die Diskrepanz zwischen Werbeaufmachung und tatsächlicher Qualität des Produktinhaltes (Bsp.: Milch) geht, schreiben und umsetzen.
  • Tag 2: Werbeplakate zu ausgewählten Themen (Ein Milchwerbeplakat, welches die AIDA-Prinzipien anwendet, Milchwerbung für die Zielgruppe der älteren Menschen/ Kinder, ein Poster, welches die Lügen der Landliebewerbung aufdeckt    und ein Infoposter mit dem Titel „The milky way“) entwerfen und anfertigen.
  • Tag 3: Antiwerbeplakate (Aufdecken der Mängel, welche in der Werbung vertuscht werden).
  • Tag 4: Süßigkeiten (Noname und Markenprodukt) im Blindversuch verköstigen und jeweils den Geschmack beschreiben: was schmeckt besser bzw. wie? Erstellen von Tabellen, in denen diverse Eigenschaften der Markenprodukte und deren Kopien direkt miteinander verglichen werden. Für den Präsentationsnachmittag haben wir zusätzlich einen Stand eingerichtet, an dem die Besucher die Süßwaren ebenfalls     mit verbundenen Augen probieren durften, um deren Geschmack zu beschreiben, sich zu einer favorisierten Variante bekennen und letztlich herauszufinden, welche     Probe vom Markenhersteller stammt und bei welcher Ausgabe es sich um die Eigenmarke handelt.

Integration in den Unterricht

Die Inhalte ließen sich bspw. in den Erdkundeunterricht der 7. und 8. Klasse einbeziehen. Hier werden die Themenfelder „Natur-, Lebens- und Wirtschaftsräume in unterschiedlichen Lebensräumen“, „Eine Erde – Eine Welt“ (globale Warenströme, die internationale Arbeitsteilung und Konkurrenzsituation auf dem Weltmarkt exemplarisch erfasst und erklärt) und „Weltweite Mobilität (Verflechtung von Wirtschaft und Verkehr am Beispiel eines Welthandelsgutes aufzeigen).
Bezüge lassen sich auch zum Gemeinschaftskundeunterricht in der 8.Klasse knüpfen, welche das Problem der Nachhaltigkeit in einer globalisierten Welt thematisiert, sowie das Thema „Wirtschaft“.
Im Kunstunterricht könnte das Thema unter dem Aspekt der Werbepsychologie und -strategien in der Klassenstufe 10 behandelt werden. Hier sollen „formale Gestaltungsmerkmale und ihre unterschiedlichen Wirkungen und Aussagen erkannt werden“ (Bildungsplan für Gymnaisen in Baden-Württemberg, Bildende Kunst, 2004)

Quellen

Literatur

Schneider, Martina: „Welche Marke steckt dahinter?“ Über 300 topaktuelle No-Name-Produkte und ihre prominenten Hersteller, Südwest Verlag

URL: Stand: April-Mai 2014

Informationen – Kennzeichnung:

  • http://www.lebensmittelklarheit.de/cps/rde/xchg/lebensmittelklarheit/hs.xsl/1411.htm
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Genusstauglichkeitskennzeichen 
  • http://www.verbraucherzentrale-rlp.de/Kennzeichnung-von-Lebensmitteln-1

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit:

  • Listen der gemäß Verordnung (EG) Nr. 853/2004 zugelassenen Betriebe für den Handel mit Lebensmitteln tierischen Ursprungs in Deutschland (BLtU) http://apps2.bvl.bund.de/bltu/app/process/bvl-btl_p_veroeffentlichung?execution=e1s2

Code Knacker

  • http://www.code-knacker.de/eg_herkunft.htm

Wer zu Wem? - Firmenverzeichnis

  • http://www.wer-zu-wem.de/handelsmarken/no-name-produkte.html

AIDA-FORMEL

  • http://stefan-lenz.ch/bit-glossar/234.php sowie http://www.wissen-abstrakt.de/aida-formel-modell.html

Videos auf Youtube

  • Bärenmarke: Blinde Kuh; Muller Froop 30“; MinusL - laktosefreie Produkte - TV-Spot Frühjahr 2012

Bilder

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