Zu einem Seminar zu den „Gefahren im Umgang mit Digitalen Medien“ begrüßten am Donnerstagabend Claudia Glier und Bernadette Seibert im Raum S1 des Ganztagsgymnasium Osterburken 30 interessierte Eltern aus den 6. Klassen der Schule.

Rüdiger Bäuerlein von der Polizei in Mosbach und Franziska Hahn vom Kreismedienzentrum in Buchen und Mosbach führten in ihren Vorträgen den Eltern die Vielfalt des Medienkonsums ihrer Kinder vor Augen und stellten sich im Anschluss den aufkommenden Fragen.

Instagram, Snapchat, WhatsApp, YouTube und musical.ly – das ist die Welt der heutigen Jugend. Daher sind Handys für Kinder heute sehr wichtig, weil sie sie als soziale Kontaktmöglichkeit nutzen, Bilder ansehen und spielen. Die Kleinen wollen sich unabhängig von den Erwachsenen machen. Erreichbar zu sein, auch wenn das die eigentliche Absicht der Eltern für die Ausstattung ihrer Kinder mit Handys und Smartphones ist, steht bei den jungen Leuten nicht im Vordergrund.

Kinder können durch mediale Abstinenz schnell zu Außenseitern werden. Das Einstiegsalter bzw. die tägliche Höchstdauer für die Nutzung digitaler Medien kann daher nur individuell festgelegt werden. Entgegen langläufiger Meinungen hat sich trotz höherem Medienkonsum die Lesefrequenz der Kinder in den letzten zehn Jahren nicht verändert.

Vieles ist Erwachsenen völlig unbekannt. Zum Teil werden fragwürdige Ideale durch Stars vorgelebt. So tauchen Stars aus YouTube bereits als Produkte in Drogerien auf und werden dort von Kindern im Gegensatz zu ihren Eltern durchaus erkannt. Auch gibt es Angebote, die hinsichtlich der Frage der Altersfreigabe grenzwertig sind. Gerade diese sind für Jugendliche, die gerne bekannt sein wollen, durchaus interessant. Darüber hinaus nutzen gerade junge Kinder, da sie zu eigenständiger Reflexion noch nicht in der Lage sind, YouTube als Quelle. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion ist dabei Kindern nur bedingt oder gar nicht klar. Hier ist Erziehung dringend geboten.

Schnell kann das eigene Handy durch die Verletzung des Rechts am eigenen Bild zur Tatwaffe werden. Aufgenommene Bilder von Schlägereien können unter den Tatbestand der „gewaltverherrlichenden Bilder“ fallen. Auch in anderen Fällen von Gewaltkriminalität, gerade gegenüber jungen Menschen, verstehen die Gerichte keinerlei Spaß. Bereits das Posten oder das Verschicken an nur eine Person, führt zu einem nicht mehr behebbaren Kontrollverlust; das vermeintlich harmlose Hinzufügen von Leuten zu sozialen Gruppen zu einer automatischen, unerlaubten Preisgabe von Telefonnummern an alle anderen, die nicht rückgängig gemacht werden kann. Hier gilt es Aufklärungsarbeit zu leisten.

Kinder müssen entscheiden lernen, über welche Bilder sie die Kontrolle behalten können müssen und über welche nicht. Sie sollten mehrere Ansprechpartner haben und sich Hilfe holen. Eltern sollten sich über die Nutzungsgewohnheiten der Kinder hinsichtlich Handys und Computern ein Bild machen, um teure oder strafrechtlich relevante Überraschungen zu vermeiden. Auch auf die Gefahren durch den Kontakt mit falschen Freunden und zwielichtige, nötigende Angebote müssen die Kinder hingewiesen werden.

Die Vielfalt möglicher Gefahren machen eine intensive Aufklärungs- und Reflexionsarbeit nötig. Am GTO ist man sich dieser Verantwortung bewusst und leistet gerne seinen Beitrag dazu, die Schülerinnen und Schüler vor so manchen und gefährlichen „Fettnäpfchen“ zu bewahren.