Ja, es weihnachtet sehr. Und auch am Ganztagsgymnasium Osterburken (GTO) fiebert man wie überall dem Weihnachtsfest zunehmend ungeduldig entgegen. Aber bevor es in die Ferien geht, stimmten die Musiker und Sänger des GTO sich und ihr Publikum mit einem abwechslungsreichen Konzertprogramm auf die nahende Festzeit ein. Und auch wie im letzten Jahr boten sie in der bis fast auf den letzten Platz gefüllten Aula ihren Gästen ein Gesang- und Musikarrangement, dessen Wirkung man sich nur schwer entziehen konnte.

Die Instrumental- und Gesangsgruppen des GTO hatten neben einheimischen Leckerbissen eine gelungene Mischung vieler englischer, französischer und spanischer Klassiker aus zahlreichen Musikepochen auf dem Tableau. Mit ihren Schülerinnen und Schülern aus nahezu allen Jahrgängen gestalteten Juliane Oehrl, Franziska und Patrick Penndorf und Georg Fischer mit dem Saxophonsextett, der Piccola Banda, den Gesangsklassen der 6c und 7b, dem Mittelstufenchor, der GTO-Bigband und dem Blasorchester einen schwungvollen und dabei besinnlichen Vorweihnachtsabend. Traditionell kommen die Einnahmen aus dem Konzert dem Awasa-Hilfsprojekt zugute, das vom GTO seit Jahrzehnten unterstützt wird. Der Mittelstufenchor, die Bigband und das Blasorchester hatten sich im November auf ihrer traditionellen zweitägigen Musikfreizeit in Weikersheim auf diesen Abend vorbereitet.

Die Piccola Banda unter der Leitung von Juliane Oehrl eröffnete mit José Felicianos „Feliz Navidad“ und ihrer Interpretation von Johnny Marks “Rudolph The Rednosed Reindeer” schwungvoll-besinnlich das GTO-Weihnachtskonzert und setzte damit ein erstes klangliches Ausrufezeichen.

Es folgte der Chor der Klassen 6c und 7b, am Klavier begleitet durch ihren Leiter Georg Fischer. Klangstark präsentierten sie ihr “Mary´s Boychild” von Jester Hairstons. Dem stand „Joy to the World“, an dem dessen Schöpfer Isaac Watts und Georg Friedrich Händel sicher ihre Freude gehabt hätten, in nichts nach. Abgerundet wurde der mit prasselndem und anhaltendem Beifall quittierte Auftritt mit einem weiteren, aber sicher ebenso klangstarken Revival von Marks „rotnasigem Rentier“.

Dem Publikum wurde nur dann nur eine kurze Pause gegönnt. Patrick Penndorfs GTO-Bigband heizte mit ihren Bläsern auch noch dem letzten Zuhörer so richtig ein. Das rauchig vorgetragene “Straighten Up and Fly Right” von Nat King Coles und Irving Mills machte Appetit auf mehr. Und man wurde nicht enttäuscht. Dass nämlich “Joy to the World” auch im Stil des Jazz vortragen werden kann, stellte die Bigband eindrucksvoll unter Beweis. Nicht fehlen durfte natürlich dabei Irving Berlins Beitrag “White Christmas”, der ebenso wie die vorherigen Darbietungen mit lang anhaltendem, teils rhythmischem Applaus honoriert wurde. Das krankheits- und verletzungsbedingte Fehlen einiger Leistungsträger machte sich nicht bemerkbar, was für die hohe Qualität sowohl der einzelnen Musikerinnen und Musiker wie auch des Ensembles im Ganzen spricht. In persönlichen Worten bedankte sich Patrick Penndorf abschließend bei denjenigen Mitgliedern der Bigband, die nach dem Konzert aufhören werden. Auch das Publikum zollte den ausscheidenden Musikern ihre verdiente Anerkennung.

Der Mittelstufenchor, geführt von Franziska Penndorf, überzeugte dann im Anschluss mit ihren Gesangsbeiträgen. Hans Unterwegers „I See a Star” und Dick Smiths und Felix Bernards “Winter Wonderland” fanden ebenso sichtlich Anklang wie Éduard Sciortinos und Jean Philippe Rameaus “La nuit”. Einen runden Abschluss gelang den Sängerinnen und Sängern mit “Vois sur ton chemin” von Christophe Barratiers und Bruno Coulais. Für ihren bravurösen Auftritt erntete auch der Chor lang anhaltenden Beifall.

Es folgte dann das Saxophonsextett mit Nikolai Ruff am Sopransaxophon, Sarah Stadtmüller und Alina Hörner am Altsaxophon, Jan Schindler und Hannah Ballweg am Tenorsaxophon und Jonas Zemmel am Baritonsaxophon. Die sechs Musikerinnen und Musiker boten Franz Schuberts „Ave Maria“, Johann Sebastian Bachs „Ich steh an deiner Krippen hier“ und Joshua Redmans “Faith” auf eine ganz besondere Weise. Obwohl Saxophone im Ruf stehen, in rauchigen Jazz-Kneipen die Wände wackeln zu lassen, präsentierten die Jungmusikerinnen und Jungmusiker die Stücke auf ihre eigene und dabei höchst gefühlvolle Weise. So zauberten die Jungmusikerinnen und -musiker bei jedem Stück eine besonders besinnlich-ergreifende Stimmung herbei. Gerade der letzte Beitrag lud zum Träumen und zum Schwelgen ein. Ruff setzte mit seinem ausdrucksstarken Spiel ein besonderes Ausrufezeichen, was die Leistung des Sextetts krönte.

Last, but not least hatte nun das Blasorchester unter Juliane Oehrl nun seinen Auftritt. Gehaltvoll-klangstark begeisterten “A Christmas Auld Lang Syne” und “Brahms´ Waltz 2 Ways” die Zuhörer. Schmissig folgte dann Jacob de Haans „Pasadena“. Mit Ed Sheerans “Perfect” entließen die Musiker, unter lang anhaltendem, teils rhythmischem Beifall, ihre Gäste am Ende in eine vorweihnachtliche Spätherbstnacht.

Es wird wohl kaum jemand ernsthaft behaupten können, dass sich der Weg zum GTO nicht gelohnt hätte. Auf das nächste Weihnachtskonzert kann man sich bereits sehr freuen.

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