"Herbie Hancock!" So heißt nicht nur einer der bekanntesten Jazzpianisten und Komponisten, sondern auch das diesjährige Thema des 14. Schülerjazzfestivals in Stuttgart. Hierzu wurden verschiedene Big Bands und Ensembles, aus den verschiedensten Regionen, in die Musikhochschule Stuttgart eingeladen, um eine Tag mit den Profis Musik zu machen.
Die Big Band des Ganztagsgymnasiums in StuttgartUm 9.30 Uhr begrüßte Jochen Scheytt, Beauftragter des Kultusministeriums für Jazz an den Schulen, die Bands aus Stuttgart, Ettlingen, Friedrichshafen und Osterburken. Danach wurden die einzelnen Bands aufgesplittet und in neue Workshopcombos eingeteilt.Diese wurden von echten Profis geleitet, darunter Silvie Fazlija,Tilman Jäger und Uli Gutscher. In den folgenden Stunden studierte jede Combo ein Stück von Herbie Hancock ein, um es dann am Abend vor dem Publikum aufzuführen. Ziel war nicht nur Herbie Hancock den Schülern näherzubringen, sondern auch neue Erfahrungen im Zusammenspiel mit anderen Schülern zu sammeln. Nach Übungsstunden, Mittagspause und Stellproben begann um 19.30 Uhr deas Konzert. Zu Beginn hörte man Herbie Hancocks wohl bekanntestes Lied "Watermelon Man", vorgetragen von der ersten Workshopband. Mit einer kleinen Showeinlagen begeisterte das Stück das Publikum. Miriam Hettinger von der Big Band des GTO trug hierzu noch eine großartige Soloimprovisation bei und zeigte, was Sie alles an diesem Tag gelernt hat. An diesem Abend sollte es aber nicht nur bei einem Watermelon Man bleiben, gleich drei mal wurde dieser Titel gespielt. Zum einen vom Ferdinand-Porsche -Gymnasium Stuttgart, welche noch Songs von den Blues Brothers zum Besten gab und zum anderen vom Gesangsworkshop unter Leitung von Silvie Fazlija. Mit neun Sängerinnen und einem Sänger war dies kein leichtes Unterfangen. Vor allem Aylin Herberich stach mit ihrer großartigen Soul- und Bluesstimme heraus und machte das Stück zu ihrem. Mit viel Esprit spielte die wohl kleinste Band des Abends, "The Hugonies", Stücke von Adele, Lady Gaga und Maroon Five. Bei gleichbleibenden Beats konnten somit die zwei Sängerinnen ihr Können unter Beweis stellen. Als letzte Band des Abends begeisterte die Big Band des Ganztagsgymnasiums Osterburken die Zuschauer. Mit deutlich höherem Schwierigkeitsgrad swingte die Big Band mit einer Leichtigkeit und Zusammenklang in die Ohren der Zuschauer. Ludwig Naftz eröffnete mit einem Posaunensolo das Stück "Tall Cotton" von Sammy Nestico und gab dann weiter an den hervorragenden Saxophonsatz um schließlich and den Höhepunkt des Stückes zu gelangen. Das zweite Stück mit dem Titel "Arielle In Harmony" war eine Welturaufführung. Sebastian Stahl, Vibraphonist und Steel Drummer der Band, ist eigentlich schon ein "alter Hase" im Komponieren, doch hier übertraf er sich selbst. Mit Aylin Herberich im Gesang und einem Trompeten-/Posaunensatz war dieses Stück der Reißer des Abends. Zum Abschluss spielte die Big Band "It don´t mean a thing if it ain´t got that swing" und bekam für die großartige Leistung sehr viel Applaus. Mit "Chameleon", einem Funkstück von Herbie Hancock spielte, unter Leitung von Uli Gutscher, die letzte Workshopband des Abends. Ernst Minninger, Lehrer am GTO und passionierter Baritonsaxophonspieler, improvisierte mit einer Leichtigkeit und stellte somit klar, dass jeder improvisieren kann, egal wie alt er ist. Aber auch Phillip Ohlig, Nenad Eppli, Nico Wolpert, Sebastian Zemke und Marcel Möhler von der Big Band des GTO, improvisierten wie Profis. Mit tosendem Applaus und einem vor Freude strahlenden Uli Gutscher kamen nochmal alle Bands des Abends auf die Bühne und spielten gemeinsam,unter Leitung von Gernot Ludwig, Herbie Hancocks "Cantaloupe Island". Nach ein paar Dankesworten war es dann für die Bands and der Zeit, sich auf den Heimweg zu machen.
Big Band beim Musizieren

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