22. GTO-Jazz-Symposium

 


"1848 Die Badische Revolution"


"Die Gedanken sind frei". Unter diesem Motto kämpften am Samstagabend die unterdrückten Badener in der Aula des GTO gegen die Preußen. Anlässlich des 22. GTO - Jazzsymposiums fanden sich vier Bigbands aus Baden-Württemberg in Osterburken ein, um gemeinsam zu musizieren. Das diesjährige Treffen der jungen Musiker stand ganz unter dem Motto "Badische Revolution", die dieses Jahr ihr 160 jähriges Jubiläum feiert. Den ganzen Tag über probten die Bands des Melanchthon- Gymnasiums Bretten, des St. Raphael- Gymnasiums Heidelberg, des GTO Osterburken und des Werner- Heisenberg- Gymnasiums Weinheim miteinander, tauschten Erfahrungen aus und hatten einen klangvollen Tag zusammen. Klangvoll begann es schon am frühen Vormittag, als das gemeinsame Stück "1848 Die badische Revolution" des Komponisten Achim Rothe unter dessen Leitung geprobt wurde. Achim Rothe- ein bekannter Jazztrompeter, der bei mehreren Filmen als Komponist, Arrangeur, Orchestrator und Dirigent mitwirkte und über zwanzig Platten aufnahm- brachte den Jugendlichen mit viel Begeisterung die Abläufe der damaligen Revolution bei. Je zwei Bands verkörperten die beiden Kontrahenten, deren Positionen durch die Musik zum Ausdruck kommen, deren Gegensätze sich immer mehr steigern und schließlich in einer gewaltigen Schlacht enden, die musikalisch auf höchstem Niveau ausgearbeitet ist und den Zuhörer in eine richtige Schlachtatmosphäre eintauchen lässt. 
Am Nachmittag bekamen die jungen Nachwuchsmusiker von Studenten der Musikhochschule Nürnberg und deren Dozent Hubert Winter ein exklusives Konzert geboten. Die professionellen Musiker zeigten ihrem Publikum beispielhaft an einem Jazzstandart, auf welchem klanglichen und rhythmischen Niveau man sich mit seinem Instrument bewegen kann und regten so die jungen Hörer zum Nacheifern an. Diesen Elan trugen die Bandmitglieder sodann auch gleich in die verschiedenen instrumentenspezifischen Workshops, die von den Studenten und dem bekannten Saxophonisten Hubert Winter geleitet wurden. Dort bekamen sie Anregungen und Tipps von den Profis und musizierten gemeinsam. Im zweiten Teil des Nachmittags wurde in zahlreichen Combos der verschiedensten Stilrichtungen ordentlich gegroovt. Die Jugendlichen konnten sich für ihren Lieblingsstil entscheiden und studierten dann einige Stücke ein und lernten viel Neues über die einzelnen Stile und die Jazzmusik im Allgemeinen. 
Am Abend folgte das traditionelle Abschlusskonzert, während dem die Ergebnisse des Tages präsentiert wurden und alle Bigbands eine Kostprobe ihres Könnens zum Besten gaben. Eröffnet wurde das Konzert von der "Kiddies Band" des GTO unter der Leitung von Gernot Ludwig, der auch seit Jahren das Symposium mit viel Freude, Engagement und Liebe zur Musik organisiert. Die kleinsten der Musiker überzeugten durch mutige Improvisatoren und dem sichtbaren Spaß an der Musik. Mit gleich drei ausgezeichneten Sängerinnen präsentierte sich die Band aus Heidelberg mit ihren Leitern Konrad Fink und Peer Hübel und machte einen swingenden Auftakt. Ebenfalls ein fester Bestandteil des Symposiums bildet die Ehemaligenband des GTO, die auch dieses Jahr dem Publikum einige schöne Minuten bereitete. Die Band aus Weinheim unter der Leitung von Uli Kammerer überzeugte durch ungewöhnliche Instrumentierungen und eingängigen Bigbandsound, der im Sturm das Publikum eroberte. Mit hervorragenden Solisten imponierte die Band aus Bretten mit ihrem Leiter Bernhard Pfaus. Auch die Osterburkener Bigband stellte unter der Leitung von Gernot Ludwig wieder einmal ihr Können unter Beweis und versetzte die Zuhörer mit dem "Girl from Ipanema" nach Rio de Janeiro in Brasilien. 
Die "Badische Revolution", die den Abend abschloss, erweckte die Geschichte vor dem Publikum zum Leben. Die tapferen Musiker zogen noch einmal in den Kampf und zeigten ihr Können in einer gelungen Schlacht. Auch wenn am Ende einige Köpfe rollten, hatte die Revolution doch gesiegt und den Spaß an der Musik jedes einzelnen Musikers demonstriert. Den ganzen Abend über konnten im Obergeschoss der Schule Bilder des Künstlers und angehenden Abiturienten Arthur Gepting bewundert werden. Während dieser Finissage des Aspiranten der Kunsthochschule Karlsruhe konnten seine retrospektiven Bilder käuflich erworben werden und lockten viele Besucher an. So verband sich die visuelle mit der auditiven Kunst und bildete den Rahmen für einen gelungen Abend. 

Friederike Volk

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