In Anwesenheit von rund 60 geladenen Gästen erfolgte der Spatenstich zum Neubau des GTO. Die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Theresa Schopper, der Minister für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauck, Regierungspräsidentin Sylvia Felder und die Landtagsabgeordneten Erwin Köhler und Jan-Peter Röderer vertraten das Land Baden-Württemberg. Für den Neckar-Odenwald-Kreis waren Landrat Dr. Achim Brötel, die Fraktionsvorsitzenden des Kreistages und der geschäftsführende Schulleiter der Kreisschulen, Ralf Trabold, anwesend. Die Stadt Osterburken vertraten Bürgermeister Jürgen Galm, die Fraktionsvorsitzenden und zahlreiche Mitglieder des Stadtrates. Die Bundestagsabgeordnete für den Neckar-Odenwald-Kreis, Nina Warken, repräsentierte den Bund. Die Schulleiterin des GTO, Regina Krudewig-Bartel und ihr Stellvertreter Uwe Rossa, die Vorsitzenden des Elternbeirats, Sven Feiler und Kathrin Sebastian, die Vorsitzenden des Vereins der Freunde und Förderer des GTO, Leon Köpfe und Sandra Civerni, der Vorsitzende des Örtlichen Personalrats, Achim Brümmer, die Lehrer und Schüler des GTO, die Schülersprecherinnen und –sprecher der Schule und der frühere Schulleiter des GTO, Willi Biemer, waren für die Schulgemeinschaft des GTO anwesend.

Landrat Dr. Achim Brötel würdigte den Neubau als größtes Einzelbauprojekt in der Geschichte des Neckar-Odenwald-Kreises und als eine Investition in die Zukunft. Schon für Nelson Mandela war „Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern“. Bildung, so Brötel, sei der zentrale Zukunftsfaktor im Neckar-Odenwald–Kreis. Er hob die gute Außenwirkung und vor allem die Innenraumqualität des künftigen Baus hervor und unterstrich dessen Bedeutung als energetisch nachhaltiger Lebens- und Lernraum.

Architekt Michael Muffler stellte die Bedeutung der Konzeption für die Kinder in den Vordergrund. Vor allem die Offenheit solle aus altem GTO übernommen werden. Kinder sollen das neue Gebäude als Heimat annehmen. Er dankte der Schulleitung für das stets konstruktive Miteinander.

Ministerin Theresa Schopper unterstrich die Bedeutung des Miteinanders für Kinder. Eine Schule dürfe nie nur funktional erdacht werden. Die geplante Multifunktionalität des neuen Gebäudes sei Ausdruck eines ständigen Wandels und diene dem Wohlbefinden aller am Schulleben beteiligten, was für den gemeinsamen Erfolg von großer Bedeutung sei. Die GTO – Erfolgsgeschichte werde fortgesetzt werden.

Die Bundestagsabgeordnete Nina Warken lobte das GTO als Erfolgsmodell. Viele GTO´ler haben hier eine gute Ausbildung genossen, so Warken, die auf den besonderen Geist der Schulgemeinschaft verwies. Sie dankte dem Bund für dessen Beitrag.

Der Landtagsabgeordnete Jan-Peter Röderer verwies auf die künftige offene Struktur des Gebäudes, die neben den natürlichen Baustoffen die Motivation fördere und im besten Sinne nachhaltig sei.

Bürgermeister Jürgen Galm unterstrich die Bedeutung des GTO für den Schulstandort. Er verwies auf dessen Pionierleistung und das besondere pädagogisches Konzept. Bildung sei entscheidend zur Bewältigung aktueller Entwicklungen. Das GTO sei fest im Bewusstsein der Bevölkerung verankert. Er freue sich über das Aufgreifen städtebaulicher Aspekte und dankte allen am Projekt Beteiligten.

Es folgte der Spatenstich durch alle Rednerinnen und Redner, der Regierungspräsidentin, den Fraktionsvorsitzenden des Kreistages, den beteiligten Firmen, den Kreiskämmerers und den Bauleiter.

Schulleiterin Regina Krudewig-Bartel Schlussworte dankte allen beteiligten Verantwortlichen und Institutionen. Das normale Gymnasium GTO sei durch sein pädagogisches Konzept eben nicht normal. Es verfolge von Beginn an ein einzigartiges Konzept. Die Schule sei gelebte Offenheit in Gemeinschaft. „Wir freuen uns darauf!“, schloss Krudewig-Bartel in Bezug auf das neue Hauptgebäude ihre Ausführungen.

Zuletzt folgte der Eintrag der Minister und Abgeordneten in das Goldene Buch der Stadt und ein gemeinsamer Imbiss vor der Mensa.
Der Ausschuss für Schule, Kultur und Partnerschaft hat am 24. März 2021 die Planunterlagen mit Kostenberechnung und Zeitplan für die Realisierung des Ersatzneubaus des Hauptgebäudes am Ganztagsgymnasium in Osterburken genehmigt. Nun kann der praktische Teil beginnen. Vorbereitende Arbeiten haben bereits begonnen. Das neue Gebäude soll bis Juli 2024 bezugsfertig sein, damit das Schuljahr 2024 / 25 bereits im neuen Gebäude stattfinden kann. Ab September 2024 wird das alte Hauptgebäude abgebrochen werden. Die Fertigstellung der restlichen Außenanlagen, insbesondere des Schulhofs, ist bis Ende 2025 vorgesehen.

Auszug aus der Wettbewerbseinreichung für den Ersatzneubau durch das Architekturbüro Muffler

Situation – In unseren Augen sind Schulen Orte der Zusammenkunft mit einem offenen und lebendigen Charakter. Sie beherbergen Räume, die zum Denken und zur Fantasie anregen, gleichzeitig aber auch Behaglichkeit und Geborgenheit ausstrahlen und Schülern den Platz zur individuellen persönlichen Entfaltung bieten. Ein Haus im Sinne Heideggers. Ein Gebäude, welches das von ihm beschriebene „behaust sein“ lebt, das sich den Bedürfnissen seiner Nutzer anpasst und sich mit seiner Umgebung sensibel verwebt.

Die Schule als „Lernhaus“ soll so zu einem eigenen, sehr charaktervollen Ort werden, in dem sich die Schüler wohl fühlen und den sie als Mikrokosmos „Lebensraum Schule“ wahrnehmen. Diese Gedanken liegen uns am Herzen und beeinflussen den grundsätzlichen Entwurfsgedanken und das architektonische Bild des Entwurf. Städtebauliches Konzeption – Der zu wählende Standort des Ersatzneubaus bei Erhalt des bestehenden Schulgebäudes bis zur Fertigstellung des Neubaus, bestimmt die grundsätzlichen Überlegungen. Ziel muss es sein, mit dem Ersatzneubau nach Abriss des Bestands im Zusammenspiel mit dem bestehenden Sportgebäude und der Realschule, einen Schulcampus zu erreichen. Hierbei sind die nach Abriss des Bestandes entstehenden Freiflächen von großer Bedeutung. Das bestehende Sportgelände sehen wir als für die Gesamtanlage notwendige Fläche an, die von einer Bebauung freizuhalten ist. Für die Lage des Ersatzneubaus entschieden wir uns im Sinne der angestrebten Campuslösung für den südlichen Grundstücksbereichs, angrenzend an die Hemsbacher Strasse.

Drei Bauvolumina organisieren sich entsprechend der von Westen nach Süden abfallenden Topographie. Die Baukörper sind jeweils dreigeschossig und gegeneinander versetzt. Dadurch entstehen Hofbereiche unterschiedlicher Nutzung. Über den Eingangshof im Süd-Osten, angrenzend an die Hemsbacher Strasse, wird die Gebäudestruktur er- schlossen; ein zusätzlicher Eingang nach Norden nimmt die Wegbeziehung zum Bushaltepunkt auf. Der Aussenbereich der Mensa wird durch die Bauvolumina gefasst und orientiert sich zum landschaftsorientierten Schulhof. Die Anlieferung des Küchenbereichs der Mensa erfolgt über die Hemsbacher Strasse. Eine pergolaartige Struktur verbindet den Ersatzneubau mit dem bestehenden Oberstufengebäude im Norden. Über diese Struktur wird auch ein baulicher Abschluss des Grünraums zur Sporthalle bewirkt. Der bestehende Musikanbau wird aufgegeben. Als übergeordnetes Element bestimmt der vorgeschlagene Landschaftspark nach Norden das gestalterische Bild der Campusanlage. Das Amphitheater nimmt die vorgeschlagenen Wegebeziehungen auf und bildet einen Orientierungspunkt im landschaftlichen Raum. Als räumliches Element wird im abfallenden Geländebereich zur benachbarten Realschule ein Baumhain vorgeschlagen. Durch das vorgeschlagene Entwurfskonzept werden räumliche Bezüge aufgenommen. Im Zusammenspiel der Baukörperfiguration und den Aussenräumen entsteht nicht nur eine Schulanlage, sondern ein Lebensraum der einen einprägsamen Ort bildet.

Gebäudestruktur – Die bauliche Struktur des Entwurfs folgt einem einfachen und klaren Konzept. Eine zentrale Verbindungsachse erschliesst die einzelnen Nutzungsbereiche der Schule. Im östlichen Baukörper ist der Eingangsbereich mit Aula, der Bühnenraum mit Nebenraum, sowie die Musikräume angeordnet. Bei Öffnung der Muskräume zur Aula ergibt sich ein grosszügiger Gesamtraum, welcher für grössere schulische Veranstaltungen genutzt werden kann. An den zentralen Eingangsbereich ist die Mensa in der Ebene 1 über eine grosszügige Treppenanlage angebunden. Treppenverbindungen erschliessen aus der zentralen Verbindungsachse die jeweiligen Geschosse der einzelnen Baukörper.

Im östlichen Baukörper sind die Räume der Verwaltung, der Lehrer und übergeordnete Nutzungen, wie die Schülerbibliothek und den Schülerbereich/Ganztag situiert. Die nach Westen gerichteten Baukörper nehmen neben der Mensa in der Ebene 1 die fachspezifischen Unterrichtsbereiche in der Ebene 2 und die Allgemeinen Unterrichtsbereiche in den Ebenen 3 und 4 auf.

Im Bereich der westlichen Bauvolumina sind Lichthöfe angeordnet, welche einen hohen Tageslichteintrag in die Erschliessungsbereiche bewirken. Es entstehen Erschliessungsflächen, welche für schulische Zwecke (offene Lernbereiche) genutzt werden können.
Als zweiter Fluchtweg dienen die vorgesehenen, dem Baukörper vorgelagerten Fluchtbalkone (Raumtiefe der Balkone 1,25 m) mit vorgesehenen aussenliegenden Treppenanlagen.
Durch die Anordnung des 1. Fluchtweges nach aussen sind für die Innenräume entsprechende zusätzliche Möglichkeiten zur Nutzung der Erschliessungsflächen gegeben.

Grünräume - Durch die Grosszügigkeit des Grundstücks nach Abbruch des bestehenden Schulgebäudes entsteht ein Freiraum, welcher einer Zonierung bedarf. Hierbei sollen der über einen längen Zeitraum hinweg gewachsene Baumbestand und einzelne bauliche Elemente (Amphitheater) weitestgehend erhalten bleiben. Ziel des Entwurfs ist die Definition unterschiedlicher Orte und Räume mit wenigen, aber prägnanten Mitteln, zurückhaltender Materialwahl und Ausstattungen sowie der gezielten Anordnung von Baumgruppen. Die unmittelbar an den Ersatzneubau angrenzenden Aussenflächen wie Eingangsplatz und Aussenbereich der Mensa erhalten eine bauliche Fassung mit klarer Begrenzung. Ein wasserdurchlässiger, heller Plattenbelag bestimmt diese Flächen. Der Bereich des Schulhofes gliedert sich topographisch in zwei Flächen, welche mit einer Treppenanlage mit Sitzstufen verbunden sind. Der nach Osten gerichtete Hofbereich ist mit einem wasserdurchlässigen Pflasterbelag und im Bereich des eingeschnittenen Basketball-Spielfelds mit einem allwettertauglichen EPDM-Kunststoff-Fallschutzbelag ausgebildet.

Die nach Westen gerichtete Schulhoffläche soll mit einem wassergebundenen Belag ausgeführt werden. In diese Fläche eingeschnitten ist die Begrenzung der Baumdachfläche, welche der Fläche Schatten spendet. Im Bereich der Schulhöfe sind notwendige Angebote der Bewegung wie Niederseilgarten, Kletterwand, Schachfeld, Tischtennisplatten usw. vorgesehen. Der nach Norden an den Schulhof angrenzende Grünraum soll in Form eines Landschaftsparks bis hin zum Amphitheater gestaltet werden. Gruppenweise angeordnete und einzelstehende Bäume sollen das Bild bestimmen. Die zur Verwendung kommenden Bäume sollen klimaangepasst und robust sein. Sie sollen sich neben der Blüte auch durch ihre Herbstfärbung auszeichnen. Im Bereich der Hang- kante zur Fläche der Realschule sollen hochstämmige Baumhaine vorgesehen werden, welche eine durchlässige räumliche Begrenzung definieren. Die vorgeschlagene gedeckte Pergolastruktur verbindet über die geplante Treppenanlage den Schulhof mit dem Oberstufengebäude und der Bushaltestelle im Norden. Sie definiert den Abschluss der Hangkannte des Landschaftsparks zum Sporthallengebäude hin. Das entstehende Oberflächenwasser wird in den einzelnen Bereichen der Aussenanlagen zur natürlichen Versickerung gebracht.

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