Am Ganztagsgymnasium Osterburken: Gestern wurde der „GTO-Busknigge“ mit Tipps und Regeln für die tägliche Busfahrt vorgestellt
Bericht aus den "Fränkischen Nachrichten" vom 23.01.2014, Autor: Melanie Müller

Osterburken. Wenn sich Jasmin, Philipp und viele weitere Schüler des Ganztagsgymnasiums Osterburken nach Schulende auf den Nachhauseweg machen, tun sie das mit dem Bus. Da aber "mit dem Bus fahren" gelernt sein will, stellten Schulleiter Willi Biemer sowie Vertreter des Elternbeirats gestern den Jüngsten am GTO, den Fünft- und Sechstklässlern, im Beisein zahlreicher Busfahrer den neuen "GTO-Busknigge" vor. Dieser enthält Tipps und Regeln für die tägliche Busfahrt.

 "Sicher und stressfrei ans GTO - das ist unser Ziel", lautet das Motto, das ganz oben auf dem Faltblatt sowie auf den Plakaten auf dem Busbahnhof zu finden ist.

Zunächst berichtete der Schulleiter von einem Unfall an einer Bushaltestelle in Bonn, bei dem zwei Schüler schwer verletzt wurden, als sie in einen noch fahrenden Bus steigen wollten; möglicherweise, um sich die besten Plätze zu sichern.

Vorschriften einhalten

"Solche oder ähnliche Situationen sind uns allen bestens bekannt", so Biemer, der jeden Tag von Lehrern wie Schülern Meldungen darüber bekomme, wie es manchmal auf dem Busbahnhof beim Einsteigen zugehe. "Gott sei Dank sind wir bisher von solchen Unfällen verschont geblieben - nicht jedoch von Unfällen mit Bussen grundsätzlich. Denn: Auch bei uns kam es schon zu Unfällen, weil man sich zum Beispiel im Bus nicht korrekt verhalten und die Vorschriften nicht eingehalten hat", erklärte er.

Engagierte Eltern, Lehrer und Schüler hätten sich deshalb zusammengesetzt und überlegt, wie man angesichts dieser täglich wiederkehrenden und gefährlichen Situationen Abhilfe schaffen kann.

"Bus-Schule" im Angebot

Sei Jahren führt die Schule zusammen mit dem Nahverkehr Hohenlohe eine "Bus-Schule" für die fünften Klassen durch. Zudem werde das Gespräch mit den Busfahrern gesucht.

Bei Bedarf finde ein "Runder Tisch" mit allen an der Schülerbeförderung Beteiligten statt. Und man stehe, gemeinsam mit Vertretern des Landratsamtes, im Kontakt mit den Verkehrsverbünden.

Da Stillstand Rückschritt bedeute, "haben wir uns erneut der Verkehrssicherheit angenommen", so Biemer, der hinzufügte: "Es ist wohl einmalig, dass Eltern, Lehrer und Schüler für die eigene Schule einen 'Busknigge' erstellen, der auf die Gefahren beim Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel aufmerksam machen möchte."

Weiterer Mosaikstein

"Der 'Busknigge' ist ein weiterer Mosaikstein in unserem Konzept des sicheren Schulweges". Mit Hilfe von Bildern und kurzen Texten zeige er auf, wie es richtig und vor allem sicher geht.

Der Dank Biemers galt allen, die das Projekt geplant und umgesetzt haben - neben dem Elternbeirat, auf dessen Initiative es entstand und umgesetzt wurde, den "Freunden und Förderern", der Fachschaft Bildende Kunst, der Foto-AG sowie den Mitgliedern der SMV und den Schülern, die mitgewirkt haben.

"Ihr seht, am GTO bewegt sich was."

Dr. Sabine Walther vom Elternbeirat stellte den Schülern anschließend das Faltblatt und die Plakate, die am Busbahnhof aushängen, vor. "Darauf sind die verschiedenen Situationen rund um den Bus abgebildet - beginnend vom Warten bis hin zum Aussteigen", schilderte sie und unterstrich, wie wichtig das richtige Anstehen, Einsteigen und Mitfahren, der faire Umgang miteinander und das richtige Aussteigen seien.

Am Busbahnhof oberhalb des GTO sei besonders das Einsteigen gefährlich, was die Busfahrer anschließend in einem Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten bestätigten: Oftmals werde an den Haltestellen getobt, gerannt, Fangen gespielt, dem Bus entgegengelaufen und dann beim Einsteigen gedrängelt, um den besten Platz zu ergattern.

"Hier kann man noch einiges verbessern", unterstrich Dr. Walther und appellierte daher an Schüler und Lehrer: "Nur wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir etwas erreichen." Dann kämen auch alle Kinder sicher ans GTO und wieder nach Hause.