Zehntklässler am GTO bei Workshop mit Studentin aus USA mit Eifer bei der Sache – Projekt des Deutsch-Amerikanischen Instituts.

Osterburken. (bg) Zum wiederholten Male beteiligte sich das Ganztagsgymnasium Osterburken – in diesem Jahr als eine von elf Schulen in Baden-Württemberg – am Projekt „The Other America“, in dessen Rahmen sich amerikanische Austauschstudenten zusammen mit deutschen Gymnasiasten mit dem zeitgenössischen Amerika, der  US-amerikanischen Geschichte, mit Politik, Gesellschaft und anderen Themen befassen. Das Projekt der Robert-Bosch-Stiftung und des Deutsch-Amerikanischen Instituts ermöglichte seit Dienstag am GTO drei außergewöhnliche Workshoptage in englischer Sprache; die Schüler waren mit Spaß und Eifer bei der Sache.
„The Other America“ ist ein von der der Robert-Bosch-Stiftung finanziertes und vom Deutsch-Amerikanischen Institut Heidelberg in Zusammenarbeit unter anderem mit der Universität Heidelberg und dem Regierungspräsidium Karlsruhe durchgeführtes Projekt. 15 amerikanische Austauschstudierende der unterschiedlichsten Fachrichtungen besuchen von Mitte Januar bis Mitte März Gymnasialklassen der Stufen 10 und 11 in ausgesuchten Schulen der Metropolregion Rhein-Neckar. In dreitätigen intensiven Workshops wird so der Kulturaustausch gefördert – und das alles selbstverständlich in englischer Sprache.
Die Themen, die im Rahmen des Projekts an den teilnehmenden Schulen behandelt werden, sind breit gefächert; sie widmen sich dem zeitgenössischen Amerika, der US-amerikanischen Geschichte sowie Politik und Gesellschaft. Beispielsweise werden „The American West“ (Der Westen Amerikas), die Rolle des Sports und das amerikanisches Fernsehen und seine kulturellen Einflüsse beleuchtet, und natürlich steht auch das Thema „American Dream“ im Fokus. Freilich geht es nicht nur um Landeskunde, sondern vielmehr auch um interkulturelle Aspekte, um Medienerziehung, um Zukunftsfragen rund um Ethik, Wissenschaft, Technologien, Wirtschaft.
Zu Gast am Ganztagsgymnasium Osterburken ist seit Dienstag die amerikanische Austauschstudentin Hannah Clark, die an der University of North Carolina in Ashville die Fächer Germanistik und Psychologie belegt und derzeit an
der Universität Heidelbergstudiert.In der der 10. Klasse von Konstantin Kostadinov führt sie einen dreitägigen Workshop unter der Überschrift „Social Media und Grassroots Movements“ durch. Hannah Clark und die GTO-Schüler beschäftigen sich dabei unter anderem mit der Nutzung von sogenannten sozialen Online-Netzwerken wie Facebook oder Twitter, mit deren Einfluss auf das amerikanische und internationale Kommunikations- und soziale Leben und unter anderem auch mit der Frage an die jungen Leute, ob „Social media“ ihr soziales Leben beeinträchtigen können.
Zugleich im Blickpunkt: „Grassroots movement“, wörtlich übersetzt: „Graswurzelbewegung“. Der Begriff steht für politische oder gesellschaftliche Initiativen, die an der Basis der Bevölkerung entstehen. Solche Initiativen haben in der Regel basisdemokratische Strukturen, das Internet hat für sie als Plattform eine besondere Bedeutung.
Der vielschichtige Themenkreis fand in der Klasse von Konstantin Kostadinov großes Interesse; die Zehntklässler waren, so ihr Lehrer, von Beginn an hochmotiviert bei der Sache, wobei der außergewöhnliche Unterricht geprägt war von lockerer Atmosphäre und Humor.
Die Projekt-Koordinatorinnen Debra Collins und Dr. Sylvia Lange (Deutsch- Amerikanisches Institut) und GTO-Lehrer Kostadinov unterstrichen gegenüber der RNZ den Wert des Projekts „The Other America“: Zum einen würden Vorurteile und Stereotypen abgebaut, der interkulturelle Austausch über den Atlantik hinweg angeregt und den deutschen Schülern Einblicke in das alltägliche Leben in den USA vermittelt, unterstrichen die Koordinatorinnen. Zum anderen bringt es die Arbeit mit einer Muttersprachlerin mit sich, dass das Vokabular der Schüler um umgangssprachliche Ausdruckformen und themenbezogene Fachausdrücke erweitert wird, stellte Konstantin Kostadinov fest und werte die Teilnahme am Projekt als Gewinn für seine Klasse, zumal der Workshop bestens zum aktuellen Unterrichtsstoff – u.a. Gentechnik – passe.
Schulleiter Willi Biemer verwies zugleich auf den Nutzen des Projekts im Hinblick auf die ab dem Schuljahr 2012/13 beim Abitur anstehende Kommunikationsprüfung. Die Ergebnisse der gemeinsamen dreitägigen Arbeit amerikanischer Austauschstudenten und deutscher Gymnasiasten werden von Mai bis Juli in einer interaktiven multimedialen Projektausstellung „The Other America“ des Deutsch-Amerikanischen Instituts Heidelberg dokumentiert. Ausstellungseröffnung ist am 19. Mai. Für interessierte Schulklassen werden dort auch halbtägige Workshops unter Leitung amerikanischer Studierender angeboten.

Anmerkung: Der obige Artikel erschien am 2. Februar in der Rhein-Neckar-Zeitung

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