Schule ist langweilig! Man schaut auf die Uhr, wartet darauf, bis die Stunde aus ist. Der letzte, erlösende Gong des Tages: Die Kinder und Jugendlichen stürmen aus dem Schulhaus, sie fühlen sich befreit von der Langeweile. Ist Schule tatsächlich immer langweilig? – Sie ist es jedenfalls nicht in den Geschichten von Jana Albrecht 7a, Michele Palesch 7a, Hannah Ballweg 6c, Andrea Stahl 7d und Marlene Egner 7d. In diesen Geschichten ist Schule spannend, lustig, tragisch und auch einmal romantisch.

Wir wünschen Euch viel Vergnügen und Spannung beim Lesen der neuen Ausgabe der Schreibwerkstatt „Erzähl mir was“, in deren Mittelpunkt Erzählungen über die Schule stehen. Linkt euch unten in die jeweiligen Geschichten!

Hast Du auch Lust, eine Erzählung hier auf der Website zu veröffentlichen? Wenn ja, melde Dich einfach bei Frau Prochazka oder Herrn Kurfiss, die die Schreibwerkstatt „Erzähl mir was“ leiten.

  • Streiche im Schullandheim von Jana Albrecht, 7a
    „Schadenfreude ist die schönste Freude“, heißt es in einem deutschen Sprichwort. So sehen das auch Tom und Ben im Schullandheim, als sie dort Streiche aushecken, zu deren Opfern aber nicht nur die Lehrer werden.
  • Koma  von Michele Palesch, 7a
    Vivien, Jenny, Michelle, Jasmin und Lara sitzen mitten im Unterricht, als plötzlich Schüsse zu hören sind. Panik bricht aus. Eine schreckliche Tragödie nimmt ihren Lauf.
  • Die drei LLLs: Nächtlicher Überfall beim Bäcker von Hannah Ballweg, 6c
    Die Polizei steht vor dem Haupteingang der Schule. Beim Bäcker wurde eingebrochen. Die Täter raubten dort Geld aus der Gasse und überwältigten dabei die Lateinlehrerin, die bemerkte hatte, dass das Licht in der Schule noch an war. Die drei Schülerinnen Louisa, Laura und Lisa (auch genannt die drei LLLs) begeben sich auf Verbrecherjagd.
  • Gefangen im Schulhaus oder „Einfach schräg“ von Andrea Stahl, 7d
    Die Ich-Erzählerin Amy und ihre Freundin Lassy müssen zusammen mit einem fremden Jungen (dem 18-jährigen Stargeiger Georg Maly) und ihrem Mitschüler Luces in der Schule übernachten. Sie wurden im Schulhaus eingeschlossen. Im oberen Stockwerk huscht plötzlich ein Schatten im schwach beleuchteten Gang an ihnen vorbei. Eine romantische Jagd auf den Unbekannten beginnt.
  • Die frechen Mädchen, Teil 1: Der unheimliche Streuner von Marlene Egner 7d
    Nichts Spannendes ist bisher geschehen in den Schulsommerferien der Detektivbande „Die frechen Mädchen“. Bis diese dann einem wild umherstreunenden Hund begegnet. Ausgerechnet die missliebige Frau Roka soll die rechtmäßige Besitzerin des „Kläffers“ sein? Die Mädchen gehen diesem Fall auf den Grund.
  • Die frechen Mädchen, Teil 2: Pferdejagd am hitzefreien Schulnachmittag von Marlene Egner, 7d
    „Wo ist Tone?“, fragen sich Kada und die anderen Mitglieder der Bande, als sie mit ihren Pferden bei der Alten Eiche stehen. Sie haben sich zu einem Ausritt verabredet, nachdem sie erfahren hatten, dass der Nachmittagsunterricht wegen der Hitze an diesem Tag ausfällt. Tränenaufgelöst finden sie ihre Freundin schließlich am Mühlensee. Warum weint sie?

Streiche im Schullandheim

von Jana Albrecht, 7a

Vor einer Woche war ich, genannt Tom, im Schullandheim. Heute spricht immer noch die ganze Klasse darüber. Ihr wollt sicher wissen, was passiert ist, also hört gut zu.

Morgens war ich schon früh aufgewacht, um sechs Uhr, um genau zu sein, weil ich so aufgeregt war. Um acht Uhr stand ich bei Ben vor der Tür mit Gepäck, denn Bens Mutter sollte Ben und mich zum Bahnhof fahren, weil meine Mutter früh arbeiten musste, also klingelte ich bei Ben, er kam mit seinen Koffern raus, wir verluden alles und wir stiegen in das Auto ein. Nach zehn Minuten waren wir beim Bahnhof angelangt und Ben verabschiedete sich von seiner Mutter. Später saßen wir im Zug. Nach drei Stunden Fahrt kamen wir endlich in Bochum an.

Ich war mit Ben in einem Zimmer und wir spielten den Lehrern viele Streiche. Mein Lieblingsstreich war der, als wir zum neuen Referendar gingen und behaupteten, dass Jakob verschwunden sei. Natürlich war der Schüler Jakob frei erfunden, aber das wusste der Referendar nicht. Er suchte überall nach Jakob, während die einen behaupteten, Jakob sei auf dem Zimmer, und die anderen sagten, sie hätten ihn gerade in der Stadt gesehen. Am Ende wollte der Referendar Jakobs Eltern informieren, ging zum Lehrer und verlangte ganz aufgelöst die Nummer von Jakobs Eltern. Als sich alles klärte, wurde der Referendar ganz rot, irgendwie tat er mir auch leid.

Am nächsten Tag stand Ben schon früh auf und ging zu unseren Lehrern, weil er Durchfall hatte. Abends versammelten wir uns und unsere Lehrer erzählten uns die Gruselgeschichte von Black Jacker Jones. Es hieß in der Geschichte, dass, wenn das Licht viermal aus- und angeht und danach eine Eule heult, während das Licht für eine Minute aus ist, ein Kind verschwinde. Black Jacker Jones würde das Kind in dieser Minute zu sich nehmen. Nach der Geschichte hatten wir alle ein bisschen Angst. Plötzlich ging das Licht viermal aus und an und beim vierten Mal blieb das Licht eine Minute lang aus und man konnte Eulengeheule hören. Dann suchten alle ihre Zimmergenossen und ich schrie: „Ben ist weg!“ Wir suchten ihn wie wild, fanden ihn aber nicht. In dieser Nacht durfte ich bei Max im Zimmer schlafen, damit ich nicht alleine schlafen musste, aber da wir eh nicht schlafen konnten, war es unnötig, bei Max im Zimmer zu bleiben. Anscheinend ging es allen so, da jeder am nächsten Morgen Augenringe hatte und so aussah, als befände er sich noch im Halbschlaf.

Unsere Lehrer und Herr Fisch, der Referendar, kamen gerade durch die Tür und, wer stand hinter ihnen? Ben! Dann erklärte uns Frau Soße, unsere Lehrerin, dass sie am Abend zuvor den Lichtschalter betätigt hatte und Herr Meier, unser Lehrer, die Eulenlaute auf dem CD-Player abspielte und Ben, der sich alles ausgedacht hatte, sich im Teeserviceschrank versteckt und dann bei Herrn Meier geschlafen hatte. Währenddessen hatte uns Herr Fisch abgelenkt. Ich fragte mich, warum Ben mitgemacht hatte, und da fiel es mir ein: Wir hatten auch ihm einen Streich gespielt. Am ersten Abend in der Jugendherberge klopften Mark und ich an der Tür von Herrn Meier und rannten sofort weg, natürlich taten wir es auch ein zweites Mal. Ben kam um die Ecke, wir forderten ihn auf, als „Mutprobe“ bei Herrn Meier zu klopfen, und versicherten ihm, dass es nicht schlimm sei. Weil er es nur einmal machen würde, müsste Herr Meier erst einmal aufstehen und würde ihn gar nicht kriegen. Ben machte es, aber Herr Meier dachte sich, wer zweimal klopft, klopft auch ein drittes Mal, und erwischte Ben, leider hatte er den Falschen erwischt. Ben musste auf seinem Zimmer bleiben, während wir in der Cafeteria standen und lachten. Irgendwie hätte ich damit rechnen müssen, dass er sich rächt.

Naja, wir haben den Lehrern dann keinen Streich mehr gespielt, aber auf Rache können sie sich noch gefasst machen.

Koma

von Michele Palesch, 7a

Der Schultag am 22.11.2011 fing für die Freundinnen Vivien, Jenny, Michelle, Jasmin und Lara ganz normal an, aber bald sollte sich das ändern. In der 3. Stunde wurde das Leben der fünf Freundinnen auseinander gerissen.

Vivien, Jenny, Michelle, Jasmin und Lara hatten in der 2. Stunde das beste Fach der Schule, nämlich Musik bei Frau Kappes. Als es zur großen Pause klingelte, rannten die fünf Freundinnen in den Niedrigseilgarten, um „Königsfrei“ zu spielen. Nach der Pause hatten sie Kunst bei Herrn Hoffmann.

Um 10.30 Uhr kam plötzlich eine Durchsage, bei der man im Hintergrund SCHÜSSE hörte. Danach sagte Herr Hoffmann: „Stellt bitte alle Tische an die Tür und versteckt euch dahinter!“ Vivien ging zu Herrn Hoffmann und fragte: „Warum sollen wir das machen?“ Herr Hoffmann antwortete: „Weil hier gerade ein Amoklauf stattfindet und wir die Türen verbarrikadieren müssen!“ Genau in dem Moment hörten sie Schüsse und laute Schreie. Die Schüler der Klasse 5a schafften es leider nicht rechtzeitig, alle Tische vor die Tür zu schieben, als der Amokläufer schon durch die Tür schoss. Herr Hoffmann versuchte den Amokläufer aufzuhalten, als ihn genau ein Schuss ins Herz traf. Er fiel tot zu Boden. Vivien und Jenny versuchten Lara, Jasmin und Michelle zu beruhigen, schafften es aber nicht.

Als es um 10.50 Uhr plötzlich für einen kurzen Moment still war, ging Lara kurz nach draußen, sie stürzte mit einer Wunde in der Brust zurück. Das Letzte, was sie sagte, bevor sie zusammenbrach, war: „Bringt euch alle in Sicherheit!“ Als Lara bewusstlos am Boden lag und Vivien schon zu ihr rennen wollte, sagte Jenny: „Lass sie! Wir haben schon die Polizei und den Krankenwagen gerufen.“ Um 11.20 Uhr hörte man schon langsam die Sirene von der Polizei und die des Krankenwagens. Lara lag kurz darauf im Krankenhaus. Eine halbe Stunde nach ihrer Einlieferung kam der Arzt mit traurigem Blick aus Laras Zimmer und sagte zu den anderen vier Freundinnen: „Lara hat es leider nicht überlebt. Sie hat zu viel Blut verloren und ist daran gestorben!“ Die vier Freundinnen rannten weinend aus dem Krankenhaus.

Sieben Tage später, am 29.11.2011, war die Beerdigung von Lara. Die vier Freundinnen hatten beschlossen, dass sie alle zusammen eine Trauerrede für Lara zu halten. Nachdem der Pfarrer den Gottesdienst mit einer Schweigeminute eröffnet hatte, gingen die vier an das Rednerpult und begannen mit ihrer Trauerrede. Sie hatten sogar eine Fotopräsentation vorbereitet. Nach der Trauerrede hatte Laras Familie noch das Wort ergriffen und dankte für die schöne Zeit mit Lara. Sie sagten auch noch, dass ihnen Laras Witze ab jetzt fehlen werden. Als sie auf dem Friedhof standen, hatte Jenny vor lauter Trauer einen Nervenzusammenbruch.

Drei Tage nach der Beerdigung rief Laras Familie bei Vivien an und sagte, die vier Freundinnen sollen zu ihnen kommen. Also gingen sie um 15.00 Uhr, nach Schulende, zu der Familie von ihrer besten Freundin. Laras Mutter sagte, als sie reingekommen waren: „Wir müssen mit euch reden! Wir fanden es echt unfair von dir, Jenny, dass du Vivien untersagt hattest, zu Lara zu rennen. Hättest du sie das machen lassen, würde Lara jetzt vielleicht noch leben!“ Jenny erwiderte: „Was hätte Vivi machen können?“ Vivien antwortete weinend: „Ich hätte die Blutung stoppen können und Lara hätte nicht so viel Blut verloren!“ Michelle nahm ihre Schwester tröstend in den Arm und beruhigte sie. Jasmin sagte zu Laras Mutter: „Es hatte nichts gebracht, dass sie Jenny angeklagt haben!“ Mit diesem Satz war der Besuch beendet.

Ein Jahr nach dem Amoklauf dachten die Freundinnen immer noch an diesen dramatischen Tag und an ihre beste Freundin Lara.

Die drei LLLs: Nächtlicher Überfall beim Bäcker

von Hannah Ballweg, 6c

„Was, wo? Ich bin hellwach“, gähnte ich. Ich, Louisa, auch Lou genannt, machte meinen Wecker aus und wollte schon wieder in die Kissen sinken, als mir einfiel, warum ich heute Nacht so schlecht geschlafen hatte. „Oh Mist!!!“, dachte ich, „wir schreiben heute eine Lateinarbeit!!!“ Ich schwang mich aus dem Bett, ließ die Bettdecke achtlos auf den Boden fallen und schnappte mir mein Lateinbuch, um die letzten zehn Minuten noch ein paar Vokabeln zu lernen. Wenn ich diese Arbeit auch noch verhauen würde, wäre meine Mutter sicherlich nicht sehr erfreut. Mal ganz davon abgesehen, dass ich schon letztes Mal nur knapp dem Förderunterricht entronnen war.

Als ich in die Schule kam, stand vor dem Haupteingang die Polizei. Ich entdeckte meine beiden besten Freundinnen Lucy und Laura. Wir wurden unter den Mitschüler „Die drei LLLs“ genannt. Ich fragte sie, was denn los sei. „Das musst du dir mal vorstellen! Da hat doch tatsächlich jemand die ganze Bäckerkasse ausgeräumt!!! 376 Euro waren da drin!“, erzählte Laura aufgeregt und auch Lucy nickte zustimmend. „Ich denke, wir sollten herausfinden, was gestern passiert ist“, sagte sie plötzlich. „Klingt gut“, meinte ich, „aber erst mal müssen wir diese blöde Lateinarbeit hinter uns bringen.“ „Na ja, da gibt es noch etwas, das wir dir sagen müssen“, sagte Lucy zerknirscht und irgendwie traurig, „bei dem Überfall, weiß Gott warum, wurde wohl unsere Lateinlehrerin verletzt und liegt nun angeblich mit einer leichten Gehirnerschütterung im Krankenhaus.“ „Ach du Sch…!“, wollte ich sagen, kaum nachdem Lucy diese Neuigkeit mitgeteilt hatte.

* * *

Wir haben die Lateinarbeit heute nicht geschrieben, Mama“, rief ich, als ich daheim war und an der Türschwelle stand. Mit einer Millisekunde Verspätung fiel mir ein, dass meine Mutter überhaupt nicht wusste, dass wir heute eine Lateinarbeit hätten schreiben sollen. „Was hast du gesagt?“, fragte sie. „Nichts, nichts“, sagte ich. „ Doch, doch! Ich bin mir sicher, dass du gerade irgendetwas von einer Lateinarbeit gesagt hast“, hakte meine Mutter nach. „Ich habe gerade gesagt, dass wir in zwei Wochen eine Lateinarbeit schreiben“, fasste ich mich schnell wieder. Dann setzte ich mich zu ihr an den Küchentisch und erzählte ihr, was ich in der Schule erfahren hatte.

* * *

Am Nachmittag trafen Lucy, Laura und ich uns zur Lagebesprechung. Wir wollten unbedingt noch vor der Polizei den Täter zu finden. „Also wie gehen wir vor?“, fragte ich. „Keine Ahnung!“, antwortete Luy. Erwartungsvoll schauten wir Laura an, die bisher noch nichts gesagt hatte. Wir ahnten, dass sie gleich einen raffinierten Plan präsentieren würde, denn sie hatte so ein geheimnisvolles Lächeln auf den Lippen. „Ich schon!“, behauptete sie. „Und?“, fragten Lucy und ich fast gleichzeitig. Wie konnte uns Laura nur so auf die Folter spannen. „Na ja, also ich dachte, vielleicht könnten wir“, sagte sie dann endlich, „vielleicht könnten wir erst mal Frau Lambrecht besuchen und ihr unauffällig ein paar Informationen, falls es denn welche gibt, entlocken.“ „Na dann, nichts wie los, worauf warten wir noch? Wo liegt sie denn?“, fragte Lucy und war sofort Feuer und Flamme. „Die liegt bestimmt im Hospital am Main“, meinte Laura.

* * *

Wenig später standen wir vor dem Eingang vom „Hospital am Main“. An der Pforte teilten sie uns mit, dass Frau Lambrecht im Zimmer 278 liegt. Wir hatten noch kurz zuvor Schokolade und ein paar Blumen besorgt. Wir warteten dann auf den Aufzug. Endlich kam der Aufzug und wir stiegen ein. Im 2. Stock angekommen stiegen wir aus, liefen den Korridor entlang und betraten das hinterste Zimmer, Nr. 278. Es sah schrecklich aus, alles kahl und weiß, Frau Lambrecht lag mit etlichen Schläuchen da und es war eine total stickige Luft. Ich war traurig über den traurigen Anblick. Überall blinkte und piepte es. Ich sah, dass es nicht nur mir so ging, denn Lucy und Laura starrten immer wieder Frau Lambrecht und die Schläuche an. Wir nahmen drei Stühle und setzten uns neben das Bett. Nach einer Weile öffneten sich Frau Lambrechts Lider und sie starrte uns überrascht an. Doch dann entspannten sich ihre Gesichtszüge und sie sank wieder tief in ihre Kissen. „Schön, dass ihr da seid“, sagte sie. „Hier, wir haben etwas mitgebracht.“ Wir überreichten ihr die Schokolade und die Blumen. „Danke! Das wäre doch wirklich nicht nötig gewesen. Könnt ihr das bitte auf die Fensterbank stellen?“ Ich stand auf, nahm die Blumen und stellte sie in eine Vase auf die Fensterbank. Die Schokolade legte ich daneben. „Und wie geht es ihnen?“, hörte ich währenddessen Laura fragen. „Na ja, es geht so. Ich habe etwas Kopfweh und manchmal tut mir der Arm weh. Er ist geprellt.“, antwortete sie. „Oh, das tut mir aber leid. Was denken sie, wann sie wieder in die Schule kommen?“, fragte Lucy. „Weiß ich noch nicht – wenn alles gut geht, vielleicht in eineinhalb Wochen, wenn es nicht so gut geht, vielleicht auch erst in drei Wochen“, seufzte Frau Lambrecht. „Oh mein Gott, das ist ja schrecklich. Wie ist das denn eigentlich passiert?“

„Also ihr wisst ja, dass ich in der Nähe der Schule wohne“, begann sie, „letzte Nacht war ich etwas länger auf als sonst, weil ich noch eine Arbeit korrigieren musste. Auf einmal sah ich, dass das Licht in der Schule anging und es war schon kurz vor halb zwölf. Ich also raus aus meinem Arbeitszimmer, in den Mantel geschlüpft, den Schlüssel eingesteckt, aus dem Haus raus, auf direktem Weg zum Schulhaus. Ich sah sofort, dass die Tür nicht aufgeschlossen, sondern aufgebrochen war.

Ich ging also rein ins Schulhaus und lief den Flur entlang und plötzlich vernahm ich ein seltsames Geräusch hinter mir. Doch noch bevor ich mich umdrehen konnte, traf mich irgendetwas am Hinterkopf. Am nächsten Morgen wurde ich dann ohnmächtig am Boden liegend vom Schulleiter gefunden.“ „Und das war's? Sonst ist ihnen nichts aufgefallen?“, fragte ich, schon fast ein bisschen enttäuscht. „Doch, jetzt, wo du es erwähnst, fällt es mir wieder ein. Kurz nach dem Schlag konnte ich noch einmal kurz die Augen aufmachen und da starrte mir ein grün-graues Augenpaar mit silbernen Punkten entgegen“, fiel Frau Lambrecht dann doch ein. „Oh, das ist ja eine seltene Augenfarbe!“, meinte Lucy. Wir blieben noch eine Weile sitzen und unterhielten uns über dies und das, bis wir uns schließlich verabschiedeten und gingen.

Mit dem Entschluss, uns morgen früh etwas vor Schulbeginn zu treffen, um nochmals den Tatort, den Korridor vor dem Bäcker, zu untersuchen, verabschiedeten wir uns.

* * *

Am nächsten Morgen stand ich extra früh auf. Meine Mutter fragte mich, was ich denn so früh in der Schule wolle. Doch ich antwortete, dass Lucy, Laura und ich einfach mal ein bisschen Zeit zum Quatschen bräuchten. „Aber ihr habt euch doch erst gestern getroffen“, sagte meine Mutter verständnislos. „Aber gestern ist doch schon eine Ewigkeit her“, klärte ich sie auf. „Wie du meinst“, seufzte sie.

* * *

Als ich dann endlich in der Schule stand, waren Lucy und Laura schon da. Ich lief an ihnen vorbei, geradewegs auf den Bäckerflur zu.

„Hi“, begrüßte ich sie im Vorbeigehen. „Los, lasst uns gleich anfangen! Laura, du fängst von vorne an, ich von hinten und du, Lucy, suchst noch mal genau die Seitenschlitze ab.“ „Geht klar, Chefin“, sagte Lucy und kicherte dabei ein wenig. „Los, machen wir uns an die Arbeit“, sagte nun auch Laura. Nach etwa drei Minuten rief Lucy aufgeregt: „Hey, kommt mal her, ich glaube, ich habe etwas gefunden!“ Wir liefen zu ihr und sahen, dass sie ein schwarzes Lederhalskettchen mit einem silbernen Anhänger in ihrer Hand baumeln ließ. „Na, kommt euch das irgendwie bekannt vor?“, fragte sie uns.

Laura und ich starrten sie mit offenen Mündern an. „Das ist doch die Kette von Marc aus unserer Parallelklasse. Der gibt doch immer damit an, dass das Kettchen aus Australien kommt“, sagte ich. „Aber das kann doch alles auch ein Irrtum sein. Ein handfester Beweis ist das noch nicht“, bemerkte Laura jetzt nachdenklich. „Aber wir haben einen Verdacht, da sind wir doch schon ein Stückchen weiter. Also, Augen und Ohren aufhalten“, sagte ich schnell, denn es hatte gerade gegongt und es strömten jede Menge Schüler herein.

„Was haben wir eigentlich als nächstes?“, fragte Laura. „Bio“ stöhnte Lucy. „Oh, nein“, meinte nun auch Laura. Ich hielt mich da raus, sonst hielten sie mich nachher noch für eine Streberin.

* * *

Endlich ist es vorbei“, freute ich mich, nachdem ich nach Mathe das Klassenzimmer verließ, „das war ja kaum auszuhalten.“ „Pst! Seid mal leise!“, flüsterte Lucy plötzlich und nickte zu Marc und seinen Freunden Nick und Kevin rüber. „Er hat seine Halskette nicht mehr an“, flüsterte Laura aufgeregt. „Kommt, wir gehen mal zu ihnen“, wies ich an. Betont lässig schlenderten wir hinüber in Richtung Marc und Co. „Wo ist denn deine coole Halskette, Marc?“, fragte Lucy kokett. Es war ein offenes Geheimnis, dass Marc schon immer eine kleine Schwäche für Lucy hatte. Er errötete bis in die Haarspitzen und stotterte etwas von wegen, dass diese zu Hause wäre oder so. Wir glaubten ihm natürlich kein Wort. Doch Lucy schenkte dem keine Beachtung und flirtete scheinbar munter weiter. „Du Marc, ich habe gehört, dass du vorgestern eine Party gefeiert hast. Ich war gar nicht eingeladen. Hast du mich etwa vergessen?“ - „N...n...nein! N...natürlich n...nicht! Ich...ich habe vorgestern g...gar keine P...Party gefeiert. Ich war alleine zu Hause. Meine Eltern waren im Kino“, stammelte er. „Na dann ist ja gut“, sagte Lucy mit einem zuckersüßen Lächeln auf den Lippen. Wir merkten, dass Lucy langsam der Gesprächsstoff ausging, doch zum Glück klingelte es in diesem Moment. „Also, wir müssen dann wieder ins Klassenzimmer. Bye, bye“, sagte ich schnell. „Ciao“ hauchte Lucy und auch Laura verabschiedete sich. „Super“, platzte es aus Lucy heraus, als wir außer Hörweite waren, „er hat kein Alibi. Und außerdem habe ich ihm tief in die Augen geschaut“, sagte sie geheimnisvoll, „jetzt ratet mal, welche Augenfarbe Marc hat!“ Bevor wir antworten konnten, flüsterte sie schon: „Grün-grau mit silbernen Punkten! Ein weiteres Indiz.“ „Wir müssen damit unbedingt zur Polizei gehen. Die kriegen aus Marc bestimmt ein Geständnis heraus.“

* * *

Am nächsten Morgen sah ich Lucy und Laura schon von weitem auf mich zurennen. „Stell dir vor“, rief Lucy aufgeregt, „Marc, Kevin und Nick haben gestanden!“ quasselte Laura ihr dazwischen.

In diesem Moment wurden die drei auch schon von zwei Polizeibeamten an uns vorbei geführt. „Das wirst du mir büßen!“, drohte Marc Lucy, als er an uns vorbei lief. „Ich hab dich auch lieb“, rief Lucy ihm hinterher und wieder einmal kicherten wir um die Wette.

Gefangen im Schulhaus oder „Einfach schräg“

von Andrea Stahl 7d

„Beeil dich, wir kommen sonst wieder zu spät!" „Ich komm ja schon“, antwortete ich meiner Freundin. Wir hatten gleich Biologie und kamen andauernd zu spät. Was bedeutete, dass wir uns beeilen mussten, falls wir nicht nachsitzen wollten. Also rannten Lassy und ich nach unten zu den Räumen der Naturwissenschaften.

Die ganze Schule war mit Plakaten tapeziert, die auf das Schulfest morgen hinwiesen, am meisten wurde Marco angepriesen. Marco, der Sohn des Direktors, habe echt Talent, sagten die Lehrer jedenfalls. Ich fand aber, dass sein Gefiedel die Nerven strapazierte und am Schulfest sollte jetzt irgend so ein Geigenprofi kommen und mit Marco ein Duett spielen.

Der Schultag zog sich ewig in die Länge, als wir nach der letzten Stunde erschöpft von Physik nach oben ins Klassenzimmer wollten, kam uns auf halbem Weg ein fremder Junge entgegen. Er hatte haselnussbraune Haare und stechend grüne Augen und sah ausgesprochen gut aus. Wie er da so vor uns stand, vergaß ich ganz, dass wir es eilig hatten zum Bus zu kommen. „Wo geht es hier zum Sekretariat?", fragte er. Ähm…was?", stotterte ich unfähig, unter seinem Blick zu sprechen. „Bist du taub, ich hab gefragt, wo das Sekretariat ist!", fuhr er mich ungeduldig an. Unsanft wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Hatte er mich grad gefragt, ob ich taub bin? Sein Tonfall war ja richtig fies! „Die Treppen rauf und dann rechts", antwortete Lassy mit verengten Augen. Der Junge drehte sich um und ging ohne ein weiteres Wort davon. „Lackaffe!“, kommentierte Lassy, ich kicherte und sagte: „Ein ziemlich gut aussehender Lackaffe!" Lassy kicherte auch. „Aha, Amy, du hast dich verliebt", meinte sie und stieß mir verschmitzt einen Ellbogen in die Seite. „Ich hab ihn einmal gesehen, da kann man sich noch nicht verlieben", antwortete ich. „Liebe auf den ersten Blick", antwortete Lassy theatralisch zwischen zwei Lachern. Und so ging das weiter, bis wir im Klassenzimmer ankamen. Der Raum war nicht vollständig verlassen, was um diese Zeit sehr untypisch war. Luces Thers stand noch im Klassenzimmer. Er musste auf uns gewartet haben, besser gesagt auf Lassy, denn es war kein großes Geheimnis, dass Luces Lassy sehr mochte. „Och nein, jetzt auch noch der!", stöhnte Lassy. Und schon hatte er uns gesehen und kam auf uns zugeschlendert. „Ihr seid also auch noch da", versuchte er möglichst lässig zu sagen. „ Ja, das siehst du doch", erwiderte ich ungeduldig, wenn wir nicht gleich hier weg kamen, würde uns Luces seine Witze zum Besten geben und das konnte ich jetzt wirklich nicht gebrauchen. „Komm Lassy", zischte ich und zog sie weiter. „Wollt ihr ein Stück Torte, ich hab für euch welche mitgebracht, äh ich meine, natürlich zufällig hab ich welche dabei", rief er uns nach. „Nein, danke, aber beim nächsten Mal bestimmt", antwortete ich. „Was sollte das mit dem ‚beim nächsten Mal bestimmt‘, es wird kein nächstes Mal geben", sagte Lassy leicht gereizt, nachdem wir gegangen waren. „Hast du es immer noch nicht verstanden, du wirst ihn nicht mehr los, er klebt an dir wie eine Klette", gab ich wieder kichernd zurück.

„Autsch", ich war gegen die Ausgangstür gelaufen.„Och Amy", kommentierte Lassy, die hinter mir stand, und diesmal war sie es, die lachte. Ich drehte mich zu ihr um und da sah ich den fremden Jungen. Lässig lehnte er an einem Pfosten, nicht weit von der Tür und grinste schadenfroh. Oh war das peinlich! Ich lief rot an, nun sah auch Lassy ihn. „Ups", kommentierte sie erneut. Er schlenderte auf uns zu, immer noch mit dem gleichen schadenfrohen Grinsen. „ Achtung Tür", sagte er und sah mir dabei in die Augen. Ich sah schnell woanders hin, warum reichte seine Gegenwart aus, mich völlig aus der Fassung zu bringen?

Er langte nach dem Türgriff und zog und drückte, nichts bewegte sich, die Außentür blieb verschlossen. Verdattert versuchte er es wieder und wieder, dies erfüllte mich mit einer gewissen Genugtuung und ein kleines bisschen kicherte ich, weil er sich ebenso unbeholfen angestellt hat wie ich beim Versuch, das Gebäude zu verlassen. Lassy versuchte die Tür zu öffnen, jedoch ohne Erfolg. „Das gibt‘s doch nicht!", polterte der gutaussehende junge Mann, er mochte um die 18 sein, Lassy und ich waren 16 und besuchten die 10. Klasse der High-School. „Komm Amy, dann gehen wir hinten raus", schlug Lassy vor. „Das braucht ihr gar nicht erst zu versuchen", schaltete sich der Junge ein, plötzlich sahen seine Augen unglaublich müde aus. „Ich hab dem Hausmeister gesagt, er solle das Gebäude abschließen wegen meiner teuren Geige." „So ein Spinner! Er tut ja grad so, als wär er der Musikprofi, der morgen mit Marco spielt“, flüsterte Lassy mir ins Ohr und verdrehte die Augen. Lassy flüsterte wohl zu laut. Denn der Junge antwortet: „Wenn ihr Georg Maly meint, ja, der bin ich.“ Einen Moment waren Lassy und ich sprachlos, dann verengten sich Lassys Augen. „Das kann ja jeder sagen", meinte sie und fixierte Georg. Ein Lächeln huschte auf sein Gesicht. „Dann probiert doch mal, ob die anderen Türen aufgehen", forderte er uns mit höhnischem Blick auf. „Diese Augen!“, dachte ich, mir wurden die Knie weich. Lassy hielt mich zu meinem Glück fest und zog mich mit ihr. Fünf Minuten später hatten wir an allen Türen gerüttelt. Lassy wurde kreidebleich „Ich hab mein Handy daheim vergessen", murmelte sie. Ich zog mein Handy aus der Tasche und wollte es starten. Fassungslos stellte ich fest, dass mein Akku leer war. Kurz darauf standen wir wieder vor Georg. „Warum hast du uns hier einschließen lassen?“, fuhr ich ihn an, er sah zwar gut aus, aber so, wie ich ihn bisher kennengelernt hatte, hatte er echt einen ziemlich miesen Charakter. Kurz erhellte ein hämisches Grinsen sein Gesicht: „Hast du etwa geglaubt, ich würde mich hier freiwillig mit euch einschließen lassen?“, dann wurde er wieder ernst. „Das war doch keine Absicht, ich wollte meine Geige für das Konzert hier deponieren und ich habe, wie ich eben sagte, den Hausmeister gebeten, das Schulhaus für heute Nacht abzuschließen. Da ich hier mal Geigenunterricht genommen hatte, hab ich mir das Schulhaus noch ein wenig angesehen und bin dann nicht mehr raus gekommen, der Hausmeister hatte es wohl bereits abgeschlossen.“ „Du bist schuld, dass wir hier festsitzen, aber du kannst es wieder gut machen, indem du uns dein Handy leihst", sagte Lassy. „Ich hab keines", antwortete Georg trocken. „Was macht ihr noch hier?", kam Luces erstaunte Stimme von hinten, wir drehten uns um, wir stürmten auf ihn zu: „Luces, du hast ein Handy, oder?", fragten wir beinahe gleichzeitig. „Tut mir leid, aber ich nehme mein Handy nie mit in die Schule", antwortete er. Stöhnend ließen Lassy, Georg und ich uns an der Wand nach unten gleiten und setzten uns. „Ähm, was ist los, geht‘s euch gut?", erkundigte sich Luces. „Jaja, alles gut, außer, dass wir heute in der Schule übernachten müssen", gab ich mürrisch zur Antwort.

Luces setzte sich neben uns. „Wir könnten ja rufen, vielleicht hört uns jemand", meinte er. „Hier hört uns niemand, die Schule liegt zu weit außerhalb der Stadt", sagte ich. Trotzdem fingen wir alle an zu schreien, bis wir ganz heiser waren. „Das hat keinen Zweck", sagte ich verzweifelt und setzte mich neben Georg. „Ich komme mir vor wie in einem falschen Film…“, sagte ich. Im ersten Stockwerk huschte gerade ein Schatten im schwach beleuchteten Gang an uns vorbei. Unwillkürlich griff ich nach Georgs Hand und ließ sie sofort wieder los, als ich es bemerkte. „Da war ein Schatten“, erklärte ich und lief schon wieder rot an. „Aha", antwortete er. Luces und Lassy saßen ein Stück weiter weg, er erzählte irgendwas, worauf sie immer wieder kichern musste. Sie fand Luces Humor also doch nicht so schlimm, wie sie immer sagte, lächelnd sah ich Georg von der Seite an. „Perfektes männliches Profil“, dachte ich, da sah er mich an. Er hatte meine Blicke bemerkt. Schnell blickte ich woanders hin. Ich erschrak, diesmal sah ich keinen Schatten, sondern eine Gestalt, die sich am Schloss des Musikzimmers zu schaffen machte. Georg hatte es auch bemerkt, denn er sprang auf. Dahin war die romantische Atmosphäre, die im Raum bis eben noch geherrscht hatte. An Lassys Gesichtsausdruck konnte ich erkennen, dass sie das Gleiche dachte. Georg rannte los in Richtung Musikzimmer. Gefolgt von uns anderen. Wir stürmten in den Raum hinein. Die Gestalt musste uns bemerkt haben. Sie donnerte Georg eine Gitarre auf den Kopf. Wir anderen waren einen Augenblick zu perplex, um zu handeln. Der Vermummte nutzte unsere Schockstarre und griff sich einen schwarzen Koffer und rannte aus dem Raum. Luces löste sich aus seiner Erstarrung und schrie der Gestalt zu: „Halt, stehen geblieben!“ Georg, der sich bis jetzt noch auf den Beinen gehalten hatte, brach stöhnend zusammen. „Georg! Sagt doch was", schrie ich und stürzte zu ihm. Ich hatte Angst, er könnte tot sein. Lassy sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an: „Amy beruhige dich, er hat ´ne Gitarre auf den Kopf bekommen, er wird lediglich kurz benommen sein."

Georg, dessen Gesicht auf meinem Schoss gelegen hatte, kam wieder zu Bewusstsein. „Was ist passiert?", fragte er. „Siehst du!“, sagte Lassy zu mir gewandt, ihm geht es gut." „Ich weiß noch, dass ich ins Musikzimmer gerannt bin und dann wurde mir schwarz vor Augen", sagte Georg. „Diese Gestalt, die wir gesehen haben, hat Dich mit einer Gitarre niedergeschlagen", erklärte ich. Mit schmerzverzerrtem Gesicht stand er auf: „Oh Gott, wie schummrig gerade alles ist", klagte er. Da kam Luces außer Atem hereingerannt: „Ich bin dem Halunken nachgerannt, er trug einen Geigenkoffer und war sehr schnell, er muss sich hier gut auskennen..." Weiter kam er nicht, Georg unterbrach ihn. „Einen Geigenkoffer, sagst du, hatte er bei sich?" „Ich weiß, wo er sich versteckt hat, er hat wahrscheinlich auch begriffen, dass er hier erst in ein paar Stunden rauskommt, aber alleine kann ich ihn nicht überrumpeln, er ist sehr groß!", erklärte Luces „Okay, dann nichts wie los, überrumpeln wir ihn gemeinsam", antworteten Georg und ich. Er sah mich an: „Luces und ich sollten das alleine machen", sagte er leise und bestimmt, „das ist Männersache, nichts für Mädchen." „Wir bleiben sicherlich nicht hier und warten nur ab, was geschieht!", protestierte Lassy. Ich fiel ihr ins Wort: „Lassy, glaub mir, es ist das Beste für uns, wenn mir hier bleiben.“ Luces und Georg gingen aus dem Raum. Als Georg an mir vorbeikam, streichelte er mir über die Wange und das geschah so schnell, dass ich zu keiner Reaktion fähig war. „Luces ist charmant, witzig und dazu noch unglaublich mutig, das hätte ich nie gedacht", schwärmte Lassy. „Aber sollen wir tatsächlich hier bleiben?", fragte sie. Jetzt musste ich lachen. „Nein natürlich nicht!", antwortete ich. Nun lachte auch Lassy. „Also los, aber vielleicht finden wir die Jungs nicht mehr“, gab Lassy zu bedenken. Eilig rannten wir ihnen nach. „Da vorne sind Georg und Luces ja!“, flüsterte ich. „Georg ist übrigens auch anders, als ich dachte", fügte ich grinsend hinzu. „Was macht ihr denn hier, hatten wir nicht gesagt, ihr bleibt im Musikzimmer!" „Wir wollten euch unbedingt helfen“, antwortete ich. „Okay…, wir kesseln den Dieb ein. Zu viert geht das wahrscheinlich eh besser, zwei gehen nach rechts, zwei nach links. Lassy, möchtest du mit mir nach rechts?", fragte Luces etwas verlegen. „Gerne Luces", antwortete Lassy und schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. „Dann gehen wir nach links", sagte Georg zu mir. Seite an Seite rannten wir den Gang entlang. „Keine Spur vom Geigendieb", meinte ich keuchend. Plötzlich blieb Georg stehen. „Was ist los?“, fragte ich. Georg nahm meinen Kopf zwischen seine Hände und küsste mich, nach einer Weile ließ er mich abrupt los. Einen kurzen Moment später begriff ich auch, warum er mich losließ. Die Gestalt mit der gestohlenen Geige rannte vor uns den Gang entlang. „Schnell Amy, den müssen wir jetzt kriegen!", rief Georg. Wir rannten los, die große Gestalt wurde schließlich von uns eingekesselt, von vorne kamen Luces und Lassy. Wir von hinten. Luces und Georg hechteten auf den Dieb zu und überwältigten ihn. „Wer bist du?", schrie Luces, „nimm die Maske ab!", brüllte er weiter. Georg riss ihm schließlich die Maske vom Kopf.

Wir hielten den Atem an. „Marco", hauchte Lassy.Eine kurze Stille entstand. Georg hatte als Erster seine Fassung wieder erlangt. „Warum hast du das getan?", fragte Georg fassungslos. „Es muss doch in deinem Interesse liegen, dass die Geige da ist, du sollst doch mit mir ein Duett spielen." Ich wollte nie mit dir Duett spielen, genauso wie ich niemals Geige spielen wollte. Vater wollte das, ich wollte ihn nicht enttäuschen." Ich habe im Internet gelesen, dass deine Geige ein sehr hochwertiges Modell ist, ab da war mir klar, dass du deine Geige vor dem Auftritt in der einbruchssicheren Schule verwahrst und ich habe auch gelesen, dass du Konzerte ausfallen lässt, nur weil deine Geige kaputt ist. Da dachte ich, wenn ich deine Geige stehle, würdest du das Konzert absagen", erklärte Marco freimütig. „Einfach schräg, wie manche Leute ticken", bemerkte ich und sah Marco irritiert an. Wir mussten bis 6 Uhr morgens in der Schule bleiben. Der völlig verdutzt Hausmeister schloss um diese Zeit die Türe auf. Wir erklärte ihm, was in der Nacht vorgefallen war. Hinter der Tür gab mir Georg einen Kuss. „Bis zum Konzert Amy", flüsterte er. Luces umarmte Lassy und dann gingen wir alle nach Hause, wo uns unsere Eltern, die die ganze Nacht über uns gesucht hatten, uns überglücklich empfingen.

Die frechen Mädchen, Teil 1: Der unheimliche Streuner

von Marlene Egner, 7d

„Schnell, ducken wir uns“, zischte Lana. Wie Jule, Susa, Melissa, Katharina (die von allen Kathi genannt wurde) und ich (Marlene, ich werde von meinen Freundinnen Marli genannt) gehörte auch sie zu den „frechen Mädchen“. Bis jetzt hatten wir noch nichts Spannendes in den Schulsommerferien erlebt, außer ein paar Freibadbesuchen, die bei über 30°C in diesem Sommer auch nötig waren. Und jetzt liefen wir hinter einem Hund her, der uns aber nicht bemerken sollte.

„Er läuft nach links“, flüsterte Jule und verfolgte ihn weiter. Wir gingen hinterher. Sie quetschte sich in eine Ecke, lauschte und gab uns ein Zeichen, leise zu sein. Wir schlichen und quetschten uns zu ihr. „Blöder, ausgebüxter Kläffer“, sagte gerade jemand, den wir alle nur zu gut kannten. Es war Frau Roka, die von uns „Miss Meck meck meck“ genannt wurde. Denn sie meckerte ständig.

“Miss Meck meck meck, oh nein!“ Katharina war die einzige, die Angst vor der „Meck meck meck“ hatte. „Weg hier!“, mahnte ich und wir rannten ins Hauptquartier, zur Mirene. Die Mirene war ein kleines Schiff, das am künstlich angelegten See Divon lag. Dort übernachteten wir heute ausnahmsweise. Am nächsten Morgen standen Lana und ich zuerst auf und liefen zum Bäcker, um Brötchen zu holen. Wir trafen auf dem Weg erneut Frau Rokas Kläffer, der wieder ausgebüxt war, brachten ihn ihr zurück, bekamen von ihr ein „Danke“ und 5 € als Belohnung. Dann wurde uns die Tür vor der Nase zugeknallt. Als wir vom Bäcker kamen, trafen wir Tone, die Tochter von Miss Meck meck meck. Sie erzählte Lana und mir, dass ihre Mutter den Hund gekauft habe. Als ich nachhakte, wem sie ihn abgekauft habe, wich Tone zunächst aus und fragte, wie uns das Wetter gefiele. Aber Lana packte sie an den Schultern und rüttelte sie. „Sag! Woher hat sie den Hund!“ „Zwei schwarz gekleidete Typen verkauften ihn ihr“, war ihre zögerliche Antwort. Lana und ich wechselten einen Blick. Tone rannte weg.

Wir liefen ins Quartier und erzählten den anderen, die mittlerweile wach waren, alles. Tone tauchte am Nachmittag in unserem Bandenquartier, der Mirene, auf. Sie wollte auch zu unserer Bande gehören. Sie wirkte unsicher, weil sie am Morgen vor uns weggelaufen war.

Am Abend protokollierte ich im Bandenbuch das Gespräch:

Tone hat uns alles erzählt, sie weiß ziemlich viel, fast zu viel, finde ich.

Tone: „Was wolltet ihr von mir?“

Lana: „Dass du uns alles über den Hund erzählst, du weißt schon!“

Tone: „O.k., aber nur, wenn ihr’s niemandem sagt.“

Kathi: „Niemandem. Großes-Freche-Mädchen-Ehrenwort.“

Als alle ihr Ehrenwort gegeben hatten, erzählte sie weiter.

Tone: „O.k., die Typen kamen um 21 Uhr abends. Sie meinten, sie hätten einen gut erzogen, treuen Hund, den sie günstig verkaufen wollten. Die Aussage, dass der Hund gut erzogen sei, war gelogen, wie ich am nächsten Tag feststellte. Mama kaufte ihn aber, gutgläubig wie sie war.“

Jule: „Deine Mutter wurde belogen. Wahrscheinlich haben sie den Hund geklaut. Das wirkt unheimlich auf mich. Weißt du noch irgendwas über die Männer?“

Tone: „Einer der jungen Männer trägt jetzt in den Ferien Post aus. Ich sehe ihn immer, wenn er gegen 11.30 Uhr die Post in den Briefkasten wirft. Ich hoffe, ich kann euch damit helfen.“

Tone ging dann nach Hause.

Als Tone weg war, stellte Kathi klar: „Die Hundeverkäufer sind unheimlich, wir müssen herausfinden, wer sie sind, klar. Aber Tone ist auch irgendwie komisch!“ Aber Jule verstand nicht und meinte: „Was an Tone ist komisch?“ Kathi seufzte und erklärte: „Als Marli und Lana weg waren, also in der Stadt, und sie Tone trafen, sagte sie fast nichts und rannte weg, aber hier redete sie ja ganz offen.“ Jule sagte: „Stimmt, ist mir gar nicht aufgefallen, aber du hast Recht!“ Wir alle stimmten zu, dass Tone komisch gewesen war, und beschlossen, den Fall weiter zu verfolgen. Wir mussten herausfinden, wer die Hundeverkäufer sind.

Kathi entwarf einen Plan: „Wir legen einen Zettel vor Tones Haustür, auf dem steht, dass der Hund gestört sei, was Tone und ihre Mama ja auch finden. Weiter schreiben wir, dass Frau Rokas Hund bestimmt geklaut worden sei. Auf dem Zettel geben wir auch an, wer wir sind und wo unser Quartier ist: Die frechen Mädchen. Bandenquartier am See Divon, im Schiff Mirene. Der Aushilfsbriefträger liest es, weil er dort laut Tone ja immer um 11.30 Uhr bei ihnen vorbeikommt.“

Wir legten den Brief um 11 Uhr vor Tones Haus. Während wir auf der Mirene warteten, schweiften meine Gedanken immer wieder ab und ich grübelte, ob und vor allem wie fünf 13- jährige Mädchen zwei größere Jungs überwältigen sollten, wenn diese vor einem stehen. Jule riss mich aus den Gedanken: „Die Typen kommen.” Es war 15 Uhr.

„So“, sagte eine raue, fiese Stimme hinter uns, „uns ausschalten wollt ihr? Da täuscht ihr euch! Hände hoch!“ Wir drehten uns um. Dort standen die Jungs, die beide in die Klasse von Lanas großem Bruder gingen. Der eine hielt eine Pistole in der Hand. Da trat Melissa, mutig wie sie war (kein Wunder, wenn man Karate kann) vor uns. Außerdem kannte sie die Typen und die Typen sie. Mit zwei schnellen Griffen hatte sie die Pistole ergattert. Die Jungs wollten türmen, kamen aber nicht weit, da Kathi schon an der Tür stand, diese abschloss und Lana den Schlüssel zuwarf.

Melissa richtete die Pistole auf die Typen und grinste. Das geschah in Sekundenschnelle, so dass die Jungs nichts dagegen tun konnten. Melissa: „Falls ihr euch wehrt, drücke ich ab, also keinen Widerstand!“ Dann sagte sie noch an Kathi gewandt: „Alles nach Wunsch gelaufen, Kathi?“ Kathi kicherte. „Ja.“ Nachdem wir die Jungs gefesselt hatten, legten Lana, ich und Kathi die Pistolen auf den Herd. „Gesteht“, rief Lana, „dass ihr den Hund gestohlen habt!“ „Ja…nein…“ stammelt der Aushilfsbriefträger. „Gesteht!“, wiederholte Jule. „Ja, wir haben ihn gestohlen“, murmelten die Typen gemeinsam. „O.k. Wem habt ihr ihn gestohlen?“, fragte ich schließlich. „Frau Knause“, sagte der Aushilfsbriefträger. „Könnte stimmen“, sagte Susa mit nachdenklicher Stimme. „Wir gehen jetzt mir euch zur Polizei“, erklärte Kathi. „Ok.“, war die etwas kleinlaute Antwort vom anderen Jungen. Nachdem wir die zwei der Polizei übergeben hatten, gingen wir zu Miss Meck meck meck, holten den Kläffer ab und brachten ihn zu Frau Knause, von der wir 50 € bekamen. Dieses Geld kam in die Bandenkasse. Aber viel wichtiger: „Das Bandenbuch bekam seinen ersten richtig spannenden Eintrag, der noch dazu drei Seiten lang war.

Melissa fragte auch schließlich Frau Knause, warum die Jungs den Hund geklaut hatten. Frau Knause erzählte, dass der Aufhilfs-Briefträger, ein Neffe von ihr, gemeinsam mit seinem besten Freund schon immer von dem Hund fasziniert gewesen sei. Wahrscheinlich hätten er und sein Freund nach dem Hunderaub gemerkt, dass ein Hund nervt, besonders das Kläffen, und hätte diesen wohl deshalb verkauft. Keiner könne einen Hund abschlagen, erst recht Frau Roka nicht. So hätten sie ihn losbekommen. Auch geklärt wurde, wieso Tone anfangs alles nicht erzählen wollte. Sie wurde, wie die Jungs im Verhör gestanden hatten, bedroht. Sie solle nichts über sie als Hundeverkäufer erzählen. Aber als wir, „Die frechen Mädchen“, geschworen hatten, sie nicht zu verraten, habe sie sich sicher gefühlt, wie sie später erzählte.

Die frechen Mädchen, Teil 2: Pferdejagd am hitzefreien Schulnachmittag

von Marlene Egner, 7d

„Puh, ist das heiß!“, stöhnte Jule in der Mittagspause. Wie Kada, Lana, Melli, Susa, Lari und ich (Marlene) gehörte sie zu unserer Bande. Wir gingen alle in die 7. Klasse des Josef-Schleier-Gymnasiums. „Bei über 30 Grad ist das auch echt kein Wunder, dass wir so ausgelaugt sind“, meinte Melli. „Gestern war es auch total heiß und ich lag mit Fieber im Bett!“, jammerte Susa, „aber egal! Lass uns schneller laufen, in drei Minuten beginnt der Nachmittagsunterricht.“ „Ach Quatsch, ich habe ganz vergessen, dir zu sagen, dass heute Mittag hitzefrei ist. Wir laufen zu unserem Quartier, der Mirene, holen dort unsere Reitsachen und dann gehen wir reiten“, sagte ich. „Na klasse! Jetzt habe ich mein Schulzeug dabei“, beschwerte sich Susa. „Du kannst es ja in unserem Quartier abstellen“, beruhigte Lana sie, „es ist ja nicht mehr weit. Du kannst mir ruhig deine Sporttasche geben.“

Wir liefen also zur Mirene, packten unsere Reitsachen auf die Gepäckträger unserer Fahrräder, die dort standen, riefen bei unserer Freundin Tone an, die in der Regel mit uns ausritt –und radelten los Richtung Reiterhof. Ach ja, bevor ich es vergesse, die Mirene ist ein kleines Schiff, das als unser Bandenquartier auf dem künstlich angelegten See Divon diente. Wir fuhren alle zusammen auf Laris Reiterhof, auf dem unsere Pferde verpflegt wurden. Unsere Pferde heißen: Jules Flamme, Kadas Bell, Lanas Prencer, Mellis Deliha, Susas Mint, Laris Fire und meines Starlight. Es war nicht der erste Ausritt, den wir an einem Freitag machten, aber eindeutig der seltsamste.

Zuerst war alles normal, wir trabten zum kleinen Bach, übersprangen ihn, galoppierten Richtung Alte Eiche und warteten auf unserer Freundin Tone, die normalerweise pünktlich auf ihrem Pferd Lissi erscheint. Aber heute war alles anders. Wir warteten fünf Minuten, zehn Minuten, eine halbe Stunde. Dann meinte Kada:

„Ich finde das nicht normal, wir sollten Frau Roka nach Tone fragen.“ Frau Roka war die Mutter von Tone und nachdem wir einstimmig beschlossen hatten, zu ihr zu reiten, galoppierten mir mit vollem Tempo zu Frau Roka und fragten sie, wo Tone blieb. Sie wusste nur, dass Tone losgeritten war und sie dachte, dass ihre Tochter bei uns sei. Wir verabschiedeten uns schnell und ritten zurück. „Tone muss hier irgendwo sein, ich meine in der Nähe!“, rief Susa verzweifelt. „Wir teilen uns auf. Jule, du gehst mit Melli, Lana kommt mit mir, Susa geht mit Marlene und Susa, ihr nehmt noch Kada mit!“, wies Lari an. Wir ritten also in verschiedenen Richtungen los. Lari hatte uns so eingeteilt, dass in jeder Gruppe mindestens einer ein Handy hatte. Nach einer Stunde wollten wir uns wieder an der Alten Eiche treffen. Als ich, Kada und Susa dort ankamen, warteten dort schon Jule und Melli. Nur Lana und Lari, welche eigentlich sonst immer die pünktlichsten von uns sind, waren noch nicht da. Da klingelte mein Handy. Ich ging ran: „Marlene, ihr müsst uns helfen, wir haben Tone gefunden, mein Akku ist schwach, kommt so schnell ihr könnt zum Mühlensee!“, hörte ich Lanas Stimme und dann: Piep, piep, piep.“ „Ihr Akku ist leer“, stellte Melli fest. „Rede nicht, komm“, rief Kada, die schon im Galopp Richtung Mühlensee ritt. „Warte“, schrie Susa und wir ritten ihr mit einem kleinen Abstand hinterher. Plötzlich bremste Jule ihre Flamme: „Habt ihr das auch gehört?“ „Mhhmmmm“, wir konnten nur nicken. Wir saßen ab und führten unsere Pferde leise hinter uns her und machten hinter einer großen Hecke halt. Wir banden unsere Pferde an und schlichen den Geräuschen noch ein Stück näher. Jetzt sahen wir es: Tone saß unter einer hohen Tanne, weinte und schien Lari und Lana gar nicht zuzuhören. Die beiden redeten ununterbrochen auf Tone ein. Wir standen also auf und liefen zu ihnen. „Endlich, da seid ihr ja! Wo wart ihr denn so lange? Veronica, Tones 21-jährige Schwester, hat ihr Lissi geklaut. Sie will Lissi verkaufen, um ihre Schulden begleichen zu können“, brachte Lana hervor. „Hat sie denn so viele Schulden?“, fragte Kada. Tone nickte: „Sie hat alles fürs Pokern ausgegeben!“ „Kada, frag nicht so doofes Zeug!“ beschwerte sich Melli und zu Tone sagte sie: “Lissi soll verkauft werden? Nur über meine Leiche! Wo ist Veronica jetzt?“ „Auf dem Pferdemarkt! Mit Lissi!“, erklärte Lari. Wir saßen schnell wieder auf. Tone setzte sich hinter Lari und dann ritten wir Richtung Pferdemarkt. Unterwegs erzählte Tone alles ganz genau: „Veronica wollte Lissi heute früh gleich mitnehmen, da hab ich sie schnell gesattelt und wollte zu euch reiten und alles erzählen. Aber sie ist mir in ihrem Auto hinterher gefahren. Am Mühlenhofsee hat sie mich und Lissi eingeholt und Lissi, nachdem sie mich überwältig hatte, in den Pferdeanhänger geladen. Dann ist sie abgedampft. Sie hat dann nur noch gesagt, dass sie Lissi verkauft.“ „Das ist Diebstahl privaten Eigentums. Deine Mum hat dir Lissi gekauft und nicht Veronica. Ähm, halt dich mal fest, wenn wir Lissi retten wollen, müssen wir einen Zahn zulegen.“ „ OK?“, fragte Lari. Auf Tones Nicken hin galoppierte sie los, wir hinterher. Wir kamen nach einem endlos wirkenden Ritt am Pferdemarkt an, wo Lissi noch friedlich im Hänger der Rokas stand. Lana holte sie, ohne mit den Wimpern zu zucken, aus dem Hänger, was Lissi sich gerne gefallen ließ und während ich Prencer hielt, übergab Lana Lissi feierlich an Tone, welche sofort aufsaß. In dem Moment kam Veronica angelaufen und sagte: „Was machst du mit meinem Pferd Tone?“ “Es ist MEIN Pferd!“, entgegnete Tone. Während dieser Diskussion nahm Susa den Zündschlüssel aus der Hand der verblüfften Veronika, drehte sich mit Mint herum und ritt weg. Wir hinterher. Veronica aber stampfte wütend mit dem Fuß auf. Lari schrie Tone gegen den Reitwind zu: „Wir stellen Lissi erstmal bei uns in den Stall, dort ist sie sicher. Den Schlüssel kannst du Veronica morgen wieder geben. Strafe muss sein!“

Nachdem Susa Tone den Schlüssel zugeworfen hatte, rief Tone Lari zu: „Okay! Danke übrigens, dass ihr mir geholfen habt. Wettreiten?“ Aber noch bevor wir antworten konnten, trieb sie Lissi an und preschte davon. „Das lassen wir uns nicht gefallen! hinterher!“, rief Jule… Und so kamen wir nach der Lösung dieses Falls doch noch zu unserem Ausritt.

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