Schüler Ingenieur Akademie :

Abschlusszertifikate verliehen und neuer Jahrgang 2011 begrüßt

Bereits zum 8. Mal nehmen Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 1 des Ganztagsgymnasiums Osterburken unter der Leitung von Studiendirektor Herbert Flindt an dem Projekt SIA (Schüler Ingenieur Akademie)  im Rahmen eines Seminarkurses teil.

SIA im Jahr 2010
Der neue und der alte Jahrgang der „Schüler Ingenieur Akademie“ (SIA) aus dem nördlichen Baden-Württemberg ist in den Räumlichkeiten der Hochschule Heilbronn, Campus Künzelsau – Reinhold-Würth-Hochschule zusammen gekommen. Anlass war die Verabschiedung mit feierlicher Zertifikatsübergabe an 24 Schüler, die während der letzten Monate ihre Teilnahme am SIA-Programm erfolgreich absolviert hatten. Gleichzeitig begrüßte Prof. Dr. Wolfgang Ernst, Dekan der Fakultät Technik und Wirtschaft an der Reinhold-Würth-Hochschule, den neuen “SIAmesen-Jahrgang” 2010/11.

Anwesend waren dabei auch Eltern, SIA-Lehrer, der Schulleiter der GTO, Oberstudiendirektor Willi Biemer sowie Vertreter der unterstützenden Wirtschaftsunternehmen. SIA steht für ein inzwischen bundesweites Kooperationsmodell zwischen Schulen, Hochschulen und Wirtschaft. Sie fördert naturwissenschaftlich/technisch interessierte Schüler der gymnasialen Oberstufe, gewährt den Teilnehmern Einblicke in Studium und Beruf und ermöglicht somit eine fundierte Entscheidung für die eigene berufliche Zukunft. Aktuell beteiligen sich vier Gymnasien am Projekt: Ganerben Gymnasium und Technische Oberschule in Künzelsau, Ganztagsgymnasium Osterburken sowie das Gymnasium in Gerabronn. 

SIA ist von großer Bedeutung für die Wirtschaft 

In seiner Ansprache hob Ernst hervor, dass „die beiden Studiengänge Elektrotechnik sowie Antriebssystem und Mechatronik an der Reinhold-Würth-Hochschule eine hervorragende Grundlage für das SIA-Thema ‚Robotik’ bilden.“ Gleichzeitig äußerte er sich anerkennend über das große Engagement des scheidenden Jahrgangs und brachte seine Vorfreude auf den neuen zum Ausdruck. Ilka Rölke (GEMÜ, Ingelfingen) und Martin Schmitt (ebm-papst, Mulfingen) betonten übereinstimmend, dass für ihre Firmen die Förderung von Schülern im naturwissenschaftlich/technischen Bereich sehr große Bedeutung habe. Schmitt lobte darüber hinaus das routinierte und eingespielte SIA-Team, das Jahr für Jahr eine vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Industrie, Hochschule, Schule und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall beweise. Herbert Flindt, SIA-Lehrer am Ganztagesgymnasium Osterburken, sieht vor allem das Zusammentreffen der „SIA-mesen“ mit Mitarbeitern und Auszubildenden der Firmen, Hochschulprofessoren sowie -mitarbeitern als wichtige soziale Komponente des Projekts. Zusätzlich werde gelernt, Ziele zu verfolgen, Kreativität gefördert, das Berufsbild des Ingenieurs vorgestellt und „das alles ganz nebenbei noch Spaß für alle Beteiligten“ bedeute. Weitere Förderer der SIA sind die Firmen Ziehl-Abegg in Künzelsau und Bürkert Fluid Control Systems, Ingelfingen

Schüler-Ingenieur-Akademie SIA 

Bereits im Jahr 2000 am Max-Planck-Gymnasium Heidenheim gegründet, konnte die SIA in Baden-Württemberg mittlerweile flächendeckend eingeführt und die Zahl der beteiligten Gymnasien auf mehr als 40 erhöht werden. Sie ist ein Kooperationsmodell von Schulen, Hochschulen und Unternehmen, in dem sich Lehrer, Professoren, betriebliche Führungskräfte und Schüler treffen und austauschen können. Dabei fördert die SIA speziell naturwissenschaftlich und technisch interessierte und talentierte Gymnasiasten und eröffnet diesen somit Perspektiven für eine berufliche Zukunft im Bereich der Ingenieurwissenschaften. Ziel ist es, dem fehlenden Ingenieurnachwuchs entgegenzuwirken, eine frühzeitige Studien- und Berufsorientierung zu geben und neue Methoden eines praxisorientierten Lernens umzusetzen. In praktischen sowie theoretischen Übungen und Projekten werden fachübergreifende Themen aus den Bereichen Maschinenbau, Elektronik, Mechatronik, Energietechnik, Sensorik, Informationstechnik und Betriebswirtschaftslehre abseits des Bildungsplans allgemeiner Gymnasien bearbeitet. Professoren und betriebliche Führungskräfte leiten die Übungen und Projekte, Pädagogen der Gymnasien begleiten die auf zehn bis 20 Schüler begrenzten Kurse. Die SIA dauert jeweils maximal vier Semester, Schüler bewerben sich aktiv und werden ausgewählt. 

Nachdem vor einigen Wochen die Teilnehmer des letztjährigen SIA-Kurses ihre Qualifizierungsurkunde in der Hochschule Künzelsau erhalten haben, erwartet die diesjährigen Teilnehmer ein interessantes und abwechslungsreiches Programm: Ein gemeinsamer Besuch des Hochseilgartens Forest Jump, der Firma Ziehl-Abegg, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Lampoldshausen (DLR), eine Besichtigung der Audi-Werke in Neckarsulm, eine Einführung in die Präsentationstechniken sowie die Erstellung einer wissenschaftlichen Dokumentation. Wichtig sind dabei die Erfahrungen und vor allen Dingen das technische Wissen, das die Schüler dort sammeln. Sie löten nicht nur kleine elektronische Schaltungen, sondern sie lernen diese verstehen, z.B. beim Bau eines elektronischen Würfels. Einen kleinen Roboter ASURO löten sie zusammen und lernen anschließend diesen zu programmieren. Die konstruktive Zusammenarbeit mit den beteiligten Firmen ist dabei hervorzuheben. Die Grundkenntnisse der Programmierung  dazu liefert die Hochschule Künzelsau. Im zweiten Halbjahr beginnt dann die kreative Phase, indem sie ihr Wissen in ein Projekt umsetzen. z.B. ein Feuerwehrauto, das eine Wärmequelle selbstständig erkennt und sie dann löscht oder der Bau eines Spiels, in dem die Steuerung durch drei Chips erfolgt und die kleinen Roboter zur Verkehrsüberwachung als Polizeiautos zur Verfügung stehen.

Die Schüler lernen folglich Betriebe kennen, sehen und erkennen, welche Anforderungen an die heutigen Azubis oder den Ingenieur gestellt werden. Doch der wichtigste Punkt dabei ist: Sie haben Spaß an dieser Art Wissen vermittelt zu bekommen.

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